Mittwoch, 3. September 2008

Paris Teil 2

Am nächsten Tag ging es zum Louvre. So genaue Vorstellungen, was uns dort erwartet, hatten wir nicht. Nur, dass es das weitläufigste Museum der Welt ist und halt die "Mona Lisa" zu besichtigen ist. Letztere aber nur über viele andere Köpfe hinweg.
Es gab aber noch viele andere Bilder, die uns mindestens genauso gut gefallen haben. Zum Glück gab es einen Übersichtsplan, wo man welche Kunstwerke, geordnet nach Art, Epoche und Ländern, finden konnte. Irgendwie waren wir aber nicht überrscht, die deutschen Werke mit bekannten Dürerbildern in der obersten Etage in der hintersten Ecke zu finden. Wir haben dann sehr stark ausgewählt, denn alles KANN man nicht an einem Tag besichtigen. Wirklich beeindruckt waren wir noch von den freigelegten mittelalterlichen Grundmauern der ersten Festung.
Insgesamt haben wir dann fast 4 Stunden im Louvre zugebracht. Da wir bei einem kühlen und bedecktem Morgen aus dem Haus sind, waren wir bei mittlerweile sommerlichen Temperaturen viel zu warm angezogen. Also sind wir zurück ins Hotel und haben dann zu Fuß die direkte Hotelumgebung erkundet. Erst sind wir zum schön angelegten Friedhof von Montmartre gelaufen. Dort lagen so bekannte Größen wie Heinrich Heine, Victor Hugo und Jacques Offenbach. Aber so richtig beeindruckend war das Grab von Dalida.
Dann ging es noch zur Moulin Rouge und über einen Umweg wieder zur Sacre Coeur, wo wir den restlichen Abend verbrachten.

Am letzten Tag standen noch der Invalidendom und die Bastille auf dem Programm. Während der erstere das Grabmal von Napoleon beherbergt, gibt es Letztere nicht mehr wirklich. Aber Frank lies sich erst überzeugen, als wir vor der jetzt an dieser Stelle vorhandenen Oper standen ;-).
Und wenn man schon mal in Paris ist, muss man auch mal in die Galeries Lafayette. Bevor wir dann den letzten Abend wieder im Künstlerviertel verbracht haben, bin ich wieder eine Runde gelaufen. Dieses Mal wollte ich weiter ausholen und habe eine andere Richtung eingeschlagen. Aber nach einer Weile habe ich mich nicht mehr wohlgefühlt, da aich das Gefühl hatte, auf einem anderen Kontinent gelandet zu sein. Da von unserer Provinz völlig ungewohnt, habe ich schleunigst das Weite gesucht und bin die Runde vom ersten Mal gelaufen.

Wunderschön waren diese Tage in Paris. Und viel zu kurz, denn es gibt noch so unendlich viel mehr zu sehen. Wir kommen bestimmt wieder.

Montag, 1. September 2008

Paris Teil 1

Die Kinder werden flügge und die Eltern gönnen sich mal einen Kurzurlaub in Paris. Der erste seit 19 Jahren überhaupt. Unser Quartier hatten wir in einem kleinen Hotel in Montmartre gewählt.

Auf einer Anhöhe stehend und im winzigen Dachzimmer wohnend hatten wir einen herrlichen Blick über Paris.
Schon am ersten Abend zog es uns zur nah gelegenen Sacre-Coeur. Dort und im angrenzenden Künstlerviertel tobte jeden Abend das Leben und jede Menge Touristen waren auf den Beinen.

Am nächsten Morgen fuhren wir mit der Metro zum Place de Concorde und von dort begannen wir unsere Tour per pedes. Auf der Champs-Elysee zum Triumphbogen, dessen ca. 300 Stufen wir natürlich bestiegen.

Von dort oben hatten wir dann einen einmaligen Blick in alle Richtungen. Dann ging es weiter zum Eiffelturm, den wir uns aber nur von unten betrachteten, da wir keine Lust zum Anstehen hatten. Unser vorerst letztes Ziel war die Notre-Dame. Da wir inzwischen etwas fußlahm waren, haben wir ein Stück dorthin mit der Metro zurückgelegt. Die Kathedrale ist wirklich riesig und liegt auf einer Insel, wo es die ersten Besiedlungen von Paris gab.
Wir waren nicht nur in der Notre-Dame und ihren Schatzkammern, sondern haben sie auch umrundet und den schönen Park, der sie umgibt, bewundert. Nur den Glöckner haben wir nicht gesehen ;-).

Während es sich Frank anschließend auf dem Hotelbett gemütlich machte, habe ich mir die Laufschuhe angeschnürt. Kein leichtes Unterfangen im belebten Montmarte. Ich bin zuerst eine Runde abgelaufen, die ich mir auf dem Stadtplan auserkoren hatte. Am Hotel angekommen, war ich dann enttäuscht, erst 3 km auf dem FR stehen zu haben. Also noch ein wenig bergauf und -ab immer Richtung Sacre-Coeur, alle Sackgassen bis zum Ende und wieder zurück... Irgendwann hatte ich dann 7 km geschafft und die Sache beendet. Da lob ich mir doch meinen Wald vor der Haustür, aber man kann nicht alles haben.
Zur Belohnung gab es noch kulinarische Köstlichkeiten an diesem ersten Tag.

Sonntag, 31. August 2008

Langer Lauf

Ich kann nicht sagen, dass ich ihn besonders mag. Aber wenn man Marathon laufen will, gehört er nun mal zum Training dazu.

Zurück von unserem Kurzurlaub aus Paris stand gleich gestern der erste 30er seit fast einem Jahr an. Los ging es bei schönstem Spätsommerwetter. Durch "meinen" Wald knapp 10 km nach Müllrose, einmal um den großen Müllroser See herum und wieder zurück. Die Schwierigkeit besteht darin, dass man auf dem Hinweg ca. 50 Hm verliert, die man auf dem Rückweg wieder "erklimmen" muss. Ist nicht wirklich viel, gerade nach Müllrose nicht spürbar, aber auf dem Rückweg über Schotter-und Waldwege war es zäh. Und so musste ich gestern 3 km vor dem Ziel sogar zu meinem Notriegel greifen, den ich immer bei langen Läufen dabei habe. Gestern habe ich mir nicht vorstellen können, in 4 Wochen noch 12 km mehr laufen zu können...

Während die Seerunde, teilweise mit urwaldähnlicher Vegetation, zu meinen Lieblingslaufstrecken zählt, ist der "Zubringerweg" eintönig. Immer die gleichen Bäume, keine wirkliche Abwechslung. Für die habe ich beinahe selbst gesorgt, als ich an einer Bodenwelle hängen geblieben bin. Als ich nur noch gefühlte 5 mm mit der Nasenspitze vom Erdboden entfernt war, habe ich mich irgendwie noch abfangen können. Reflexe scheinen zumindest nach 23 km bei mir noch vorhanden zu sein ;-). Ein Sturz auf Schotter wäre mehr als schmerzhaft gewesen...

Heute standen 9km an und ich rechnete mit einem sehr zähen Lauf. Die Beine waren auch noch etwas schwer, aber trotzdem lief es erstaunlich gut. Also scheine ich den langen Lauf trotz der Probleme ganz gut verkraftet zu haben. Das ist auch notwendig, denn nächsten Sonntag gibt es einen HM und in der Woche drauf mit 32 km den längsten langen Lauf. Den werde ich wieder auf meiner Standard-Langer-Lauf-Strecke laufen, die von der Landschaft und vom Belag her genügend Abwechslung bietet.

Ach ja, in 4 Wochen liegt der Marathon schon hinter mir. Und langsam werde ich schon hibbelig: ob auch alles klappt, wie vorgestellt, ich die Atmospäre in Berlin auch genießen kann und überhaupt...

Sonntag, 24. August 2008

Heimat und andere Begebenheiten

Eine Urlaubswoche mit vielen Ereignissen liegt hinter mir.

Erst war ich mit meiner jüngeren Tochter 3 Tage in meiner Heimat. Was ist Heimat? Ein nicht eindeutig definierter Begriff. Ich verbinde damit den Ort in Thüringen, wo meine Wiege stand und meine Mutter mittlerweile wieder in ihrem Elternhaus wohnt. Dort habe ich meine ersten 3 Lebensjahre verbracht und in meiner Kinderzeit viele unbeschwerte Ferienwochen bei meinen Großeltern verleben können. Auch heute noch ist die Beziehung zu meiner mittlerweile 92-jährigen (Stief-)Oma innig und es kommen viele Erinnerungen hoch: "Weißt du noch...?". Die alte Dame ist nämlich geistig hellwach, möge es noch lange so bleiben.
Diese wenigen Tage in der Heimat habe ich wie immer sehr genossen, aber ich freue mich dann auch immer wieder auf mein Zuhause.

Am Donnerstag war ich mit meinen Töchtern in Sanssouci. Wir hatten uns schon seit längerer Zeit die Besichtigung des Schlosses vorgenommen, denn vor ein paar Jahren haben wir nur das Neue Palais geschafft. Dieses Mal hat es trotz des großen Ansturmes geklappt. Aber ein wenig enttäuscht waren wir, statt einer persönlichen Führung nur ein Audiogerät verpasst zu bekommen. Bei der gleichmäßig monotonen Erzählweise gehen dann doch einige Informaionen unter und das Individuelle verloren.
Trotzdem hat es uns gut gefallen und auch das Chinesische Teehaus und die Bildergalerie haben wir noch besichtigt. War ein schöner Frauenausflug.

Am Freitag abend waren wir dann beim weltgrößten Stadtfest, zumindest wenn man die Besucher-und Einwohnerzahlen ins Verhältnis setzt ;-). Gegen Mitternacht ging es aber nach Hause, denn auch der Samstag sollte lang werden.
Am Vormittag war ich beim Oderpokallauf in Frankfurt. Aus berufenem Munde wurde mir die Strecke als öde und auch zu lang beschrieben, so dass ich ohne große Ambitionen hingefahren bin. Dazu kam noch eine recht kurze Nacht und diverse andere Unpässlichkeiten. Lt. meinem Trainingsplan sollte ich halt einen 10km-Wettkampf laufen, immer noch besser als allein einen Tempolauf zu machen.
Naja, doll war der Lauf wirklich nicht. Ich bin schon zu Beginn schlecht reingekommen, schwül war es auch und der kleine Anstieg wurde mit jeder der 5 Runden steiler! Nur dass soviele Runden zu drehen waren, hat mich überraschenderweise nicht wirklich gestört. Mit den erlaufenen 52:56 min bin ich ganz zufrieden. Aus den letztjährigen Ergebnislisten habe ich gesehen, dass die Läufer dort generell einiges langsamer sind als bei anderen Läufen.
Anschließend ging es nach Dresden, wo unsere Nichte ihre Einschulung feierte. Solche Ereignisse sind immer schöne Gelegenheiten, einen Teil der Familie wiederzusehen.

Und jetzt sitzen wir schon wieder auf gepackten Koffern, denn morgen geht es für 5 Tage nach Paris!

Mittwoch, 13. August 2008

Ich habe Pläne

Ja, ich hatte mich im letzten Herbst bei Vic-System angemeldet und wollte für ein Jahr danach trainieren.
Damit kam ich von Anfang an irgendwie nicht klar. Ich hatte Schwierigkeiten, die knackigen Tempoeinheiten einzuhalten und dann wiederum mit den immer schlechter werdenden Prognosen das wirklich langsame Tempo bei den ruhigen Läufen zu treffen. Vom Puls ganz zu schweigen, nur in den ganz schnellen Einheiten passte es einigermaßen, bei den normalen und erst recht langsamen Läufen hätte ich gehen müssen, um einigermaßen die Bereiche einhalten zu können.
Was ich nicht wusste, war mein Eisenmangel, der natürlich alle Werte durcheinander brachte. Meine Wettkampfergebnisse glichen dadurch einer einzigen Berg- und Talfahrt.

So habe ich mich schon recht früh entschlossen, für den Berlin-Marathon nach dem 4:20h-Plan von Herbert Steffny zu trainieren. Der sagte mir ganz gut zu, die Umfänge sind nicht so hoch, allerdings sind in diesen 10 Wochen 3 Wettkämpfe integriert. Nebenbei habe ich aber weiterhin meine Einträge bei Vic getätigt. Und nun passierte das Phänomen, dass sich meine Werte mit dem Auffüllen der Eisenspeicher von Tag zu Tag verbesserten und plötzlich passen bei Vic die Geschwindigkeiten zu meinen Pulsbereichen. Sie liegen sogar an der Untergrenze.

Trotzdem ziehe ich den Steffny-Plan durch, mit einer Abwandlung. Nach meiner überraschenden Formsteigerung mische ich nun den 4:20h- mit dem 4h-Plan, d.h. bei den langsamen Läufen ist mir eine ruhigere Geschwindigkeit lieber, die Tempoeinheiten kann ich auch ohne Probleme schneller laufen.
Vic sagt mir insofern nicht für meine Marathonvorbereitung zu, dass er die kontinuierliche Umfangssteigerung nicht einhält. Z.B. hätte ich letzte Woche einen langen Lauf über 27km und diese Woche über 18km. Überhaupt wäre mein längster Lauf bei Vic über genau diese 27km. Bei Steffny steigert sich der lange Lauf kontinuierlich bis zu 32km und in den Regenerationswochen lässt er Wettkämpfe laufen. So werde ich dann nächste Woche noch einen 10er hier in der Region einflechten. Das macht auf jeden Fall mehr Spaß, als allein einen Tempolauf zu machen.
Eine letzte Standortbestimmung wird dann der Halbmarathon Anfang September in Berlin sein. Und ja, ich freue mich wieder auf die Wettkämpfe, seitdem ich nicht mehr so völlig fertig bin und trotzdem nicht schnell laufen konnte.

Aber meine Pläne gehen auch schon über den Marathon hinaus. Im Herbst will ich noch den ein oder anderen Wettkampf laufen. Einfach aus Spaß an der Freude und vielleicht ein bisschen Restform noch nutzen.

Freitag, 8. August 2008

Urlaub in Dänemark

Nun ist er schon eine Woche Geschichte, unser Urlaub.
Mit der Fähre ging es von Rostock nach Gedser und von da war es bis zu unserem Ferienhaus, welches wir zu Sechst mit Freunden bewohnten, nur noch ein Katzensprung. Da die Ferienhaussiedlung sehr großzügig angelegt war, ist der Ostseestrand für deutsche Verhältnisse fast menschenleer gewesen. Natur pur!


Insgesamt haben wir eine gesunde Mischung aus Erholung und Unternehmungen gefunden, um den beiden mitgereisten Teenagern ein altersgerechtes Programm zu bieten, sie aber auch nicht zu überfordern ;-).

So waren wir in einem Mittelaltercenter, wo man sich selbst mit Pfeil und Bogen und auf Stelzen beweisen konnte. Außerdem fand ein Ritterturnier statt, welches natürlich der einheimische gegen den deutschen Ritter gewonnen hatte! Und es gab eine Demonstration von Steinschleudern, sehr beeindruckend.


Ein wirklich schöner Ausflug führte uns in den Knuthenborg Safari Park. Diesen hat ein Grafenpaar in ihrem wunderschönen Park errichtet. Dort fährt man mit dem eigenen Auto durch verschiedene Themengebiete und erlebt Tiere aus allen Erdteilen hautnah.

Das "diensthabende" Foto-Känguruh

Alles Gute hängt oben

Wohl war uns nicht dabei, diese beiden so nah am Auto zu haben

Gleichzeitig bietet dieser Park wunderschöne Spiel- und Picknickplätze inmitten einer herrlichen Vegetation. Überhaupt ist das Picknicken die Lieblingsbeschäftigung der Dänen.
Natürlich gehörte neben dem Wikingerschiffsmuseum in Roskilde auch eine Fahrt nach Kopenhagen zum Programm. Dort waren wir auf Wunsch der weiblichen Mitglieder unserer kleinen Gruppe im Schloss Christiansborg, wo es die königlichen Repräsentationsräume zu besichtigen gab. Dann waren wir noch im Museum "Ripley´s" und natürlich im Tivoli.


Aber es gab auch aktive Erholung in Form von Mini- und Fußballgolf auf einer schönen Anlage. Und der Strand kam auch nicht zu kurz. Doch auf Grund des starken Windes haben wir es dort nie lange aushalten können, da es mit der Zeit trotz ca. 27°C kalt wurde. Dafür gab es aber herrliche Wellen.


Gelaufen bin ich natürlich auch und habe neue Erfahrungen sammeln können. Denn eine fast ebene Wendepunkt-Strecke, dafür aber immer mit starkem Wind waren für mich neu. Denn hier laufe ich immer hügelige Waldrunden. Ein richtiger Härtetest war mein erster langer Lauf, bei dem es 11,5 km bei starkem Gegenwind in die eine Richtung ging, dann die gleiche Strecke bei Wind von hinten wieder zurück. Auch wenn es nun leichter lief, habe ich auf dem Rückweg bei Wärme und Sonnenschein stark geschwitzt, weil nun die Kühlung fehlte. Außerdem habe ich auf der Ebene immer empfunden, leicht bergan laufen zu müssen, egal aus welcher Richtung ich gerade kam.

Krönender Urlaubsabschluss war dann die für uns erfolgreiche City-Nacht in Berlin.
Ach ja, in einer Woche habe ich noch mal für 14 Tage Urlaub.

Sonntag, 3. August 2008

Unglaublich, aber wahr - eine neue PB

Ich bin zurück aus dem Urlaub, der sehr schön war und von dem ich auch noch berichten werde. Aber erst muss ich noch etwas anderes loswerden: meinen Bericht von der City-Nacht gestern in Berlin.

Dieses Jahr lief es bisher überhaupt nicht bei mir. Viele Läufe waren schwerfällig, schon beim Loslaufen hatte ich oft schwere Beine, richtig Blei in den Waden. Die Wettkämpfe wurden im Laufe der Saison immer schlechter, nur der Berlin-HM im April war eine Ausnahme. Vorläufiger "Höhepunkt" war dann die 10 km beim Berliner Frauenlauf im Mai, den ich mit 59:24 min gerade so unter einer Stunde bewältigte. Und ich hätte keinen Deut schneller gekonnt. Meine Bestzeit von 53:18 min aus dem letzten Jahr schien unerreichbar.

Danach lies ich eine Blutuntersuchung vornehmen, die wie befürchtet akuten Eisenmangel aufdeckte. Somit war die Ursache meiner Schlappheit beim Laufen gefunden. Seit Mitte Juni nehme ich nun Medikamente zum Speicher auffüllen und ich habe es auch mit dem Laufen sehr ruhig angehen lassen. Eigentlich hatte ich die Saison in Hinsicht auf neue Bestzeiten abgehakt. Nur den Berlin-Marathon, für den ich bereits angemeldet war, wollte ich möglichst in unter 4:30 h laufen.

Doch schon recht bald spürte ich Fortschritte. Die Pulsbereiche wurden niedriger, die gelaufenen Geschwindigkeiten dabei sogar höher. Mittlerweile konnte ich in unteren Pulbereichen laufen, wie ich sie so noch nie erreicht hatte. Aber ich habe immer nur Grundlagentraining gemacht. Kurz vor Urlaubsbeginn vor 2 Wochen habe ich meine Werte mal bei Daniels eingegeben, der mir für 10 km eine neue Bestzeit um 53 min voraussagte. So ganz glauben wollte ich das nicht, denn ich verzichtete auf Tempotraining. Aber über die Tendenz war ich schon sehr erfreut.

Dann begann der Urlaub in Dänemark und mit ihm wunderschöne aber auch anstrengende Läufe an der Ostsee, wo es immer sehr windig war. Gleichzeitig begann auch mein Marathontrainingsplan und mit ihm gab es auch die ersten beiden Tempoläufe: 5 km in 6:00 min/km und 3x1000m in 5:30min/km. Ich hielt mich an diese Vorgaben, merkte aber, dass nach oben noch einiges an Luft vorhanden ist.

So ging es nach Berlin und ich hatte keine Ahnung, was ich nun wirklich zu laufen imstande bin. Im Parkhaus des Hotels passierte mir noch ein Malheur, als ich mich beim Gepäckanheben verhob. Das hat dann auch unsere geplante Shoppingtour arg abgekürzt und ich habe mit dem Hotelbett vorlieb genommen, um den Rücken zu entlasten. Ich dachte, dass kann nicht wahr sein. Lange hatte ich Ruhe vor solchen Attacken und nun ausgerechnet jetzt so kurz vor einem Wettkampf. Das Liegen bekam mir aber ganz gut und so sind wir zusammen zum Start gegangen. Dort habe ich mich dann von Frank verabschiedet, denn er wollte sich weiter vorn einsortieren, um nicht soviel Slalom laufen zu müssen. Dann habe ich mich eingelaufen und dabei bei jedem Aufsetzen des rechten Beines die Schmerzen im Rücken verspürt. Na, das kann ja heiter werden. Ich bin dann bei dem 55min-Schild über die Absperrung geklettert und habe so den Start mit den vielen anderen Läufern abgewartet und immer mal wieder gedehnt. Das ganze zog sich noch eine Weile hin, denn ich war dann erst in der dritten und letzten Startgruppe, die ca. 7 min später auf die Strecke ging.

Als es dann endlich losging, habe ich keine Schmerzen mehr gespürt, sondern bin einfach losgelaufen. Adrenalin pur! So locker und leicht bin ich noch nie einen Wettkampf angegangen. Mein Blick auf den Garmin verriet mir eine Pace unter 5min/km, doch der Puls war auch sehr niedrig. Ursprünglich wollte ich mit 5:30 anlaufen, doch davon war keine Rede mehr. Ich entschied dann, die Pace-Anzeige wegzublenden und mich nur nach dem Puls zu orientieren, um nicht zu überziehen. Und weiter ging es, als ob ich schweben würde. Die ersten beiden km in jeweils 5:05 min/km, ab dem dritten stimmte mein FR leider nicht mehr mit der offiziellen Markierung überein. Irgendwie hat er mit dem Ku´damm ein Problem, denn schon im letzten Jahr hatte ich 290 Meter mehr auf dem Display, während es bei Frank genau die 10 km waren. So habe ich dann nur bei dem 5km-Schild auf meine Zeit geschaut und so nebenbei mit 25:45min eine neue PB erzielt. Lt. FR waren es sogar nur 25 min. Dann ging es wieder auf den Ku´Damm, wo die Zuschauer eine phantastische Stimmung machten. Ab km 7 fiel es mir dann etwas schwerer und auch mein Rückenschmerz meldete sich wieder. Aber er war nicht hinderlich. Als dann 500 Meter weiter die Kehre geschafft war und das Ziel immer näher kam, bin ich nur noch gelaufen, ohne Rücksicht auf irgendwelche Werte. Und ich habe immerzu überholt, ich stand ja auch relativ weit hinten, so dass ich oft Slalom laufen musste.
Dann war endlich die Zielanzeige sichtbar und als ich was von 58 min lesen konnte, war ich überglücklich. Meine selbstgestoppten 51:29 min stimmten sogar mit der offiziellen Zeit überein und ich habe das Grinsen nicht mehr aus dem Gesicht bekommen.
Unglaublich! Ich habe meine Bestzeit um fast 2 min unterboten und war 8(!)min schneller als vor 11 Wochen. Und das fast ohne Tempotraining. Was so ein bisschen Eisen doch bewirken kann.

Somit habe ich mein Saisonziel für die 10 km mit sub 52 min erreicht und ein neues Ziel vor Augen. Denn ich bin nun felsenfest überzeugt, dass ich auch unter 50 min laufen kann. Aber nicht mehr in diesem Jahr!

Heute habe ich nicht mal Muskelkater, aber mein Rücken schmerzt und wird wohl noch ein paar Tage rumzicken. Aber ich kann laufen und das zählt.

Donnerstag, 17. Juli 2008

Urlaub

Ich werde mich hier eine Weile ausklinken, übermorgen geht es mit Freunden nach Dänemark. Wir freuen uns schon sehr darauf, den Urlaub haben wir auch nötig, aber wer hat das nicht. Nur das Wetter könnte noch etwas freundlicher werden. Aber auch bei Regenwetter werden wir uns bestimmt nicht langweilen.
Natürlich kommen auch die Laufsachen mit. Am Montag geht es nämlich los mit dem Marathonplan für Berlin.

Heute bin ich 14 km gelaufen und mein Aufwärtstrend hält weiterhin an. Ich habe dann meine aktuellen Werte mal bei Daniels eingegeben und war sehr überrascht. Mal sehen, was bei der City-Nacht in 2 Wochen rausspringt... Und morgen früh werde ich das erste Mal in diesem Jahr morgens laufen. Bisher habe ich es zeitlich und auch kräftemäßig nicht auf die Reihe bekommen. Aber nun sind Ferien und meine Fahrdienste werden erst mal nicht mehr benötigt.

Nun wünsche ich allen, die hier lesen, eine schöne Zeit. Bis bald.
Anett

Mittwoch, 16. Juli 2008

ABCDABCDADBCDCD

Ich habe mich weder vertippt noch hilflose Buchstabierversuche unternommen ;-). Nein, es geht um einen Tanz.

Unsere Trainerin hat sich einen etwas komplizierteren Sommertanz für uns ausgesucht. Sommertanz deswegen, weil jetzt Urlaubszeit ist und öfters jemand fehlt und diese Tänze nicht mit einem Mal zu lernen sind. Er wird also über viele Trainings wiederholt, auch trocken, d.h. ohne Musik. Dafür lernen wir in dieser Zeit keine einfacheren Tänze, da sonst einige den Anschluss verlieren würden.

Normalerweise besteht ein Tanz aus immer wiederkehrenden Schrittkombinationen. Dieser Tanz hat aber sog. A,B,C und D-Teile, jeweils 32 verschiedene Schritte. Zum einen muss man diese Schritte für sich lernen und dann noch in nicht gleicher Reihenfolge, wie obiges Schema, aneinanderreihen.
Praktisch haben wir mit dem A-Teil angefangen. Als der einigermaßen drin war, kam der B-Teil dran. Anschließend wurden A- und B-Teil hintereinander getanzt. Nur hatte ich den A-Teil schon wieder komplett vergessen!!! Aber so nach und nach behält man es dann doch im Gehirn, zumal erst trocken und dann mit Musik wiederholt wird. Und diese vereinfacht das Ganze etwas, weil man einiges auch hört.
Irgendwann haben wir es dann mehr schlecht als recht geschafft, alle 4 Teile aneinanderzureihen und das 2 mal. Schwierig werden dann die nächsten Passagen, die nicht mehr der ersten Reihenfolge nach gehen.

Es wird noch Wochen dauern, bis wir diesen Tanz beherrschen. Da ich jetzt 2 Wochen Urlaub habe, fange ich dann bei fast Null wieder an. Aber eben nur fast.
Auch wenn man sich wirklich sehr konzentrieren muss, macht es unheimlich viel Spaß und ist für mich wieder ein Kontrast zum manchmal eintönigem Laufen.

Donnerstag, 10. Juli 2008

Pulsmesser

Als ich letztes Jahr begann strukturiert zu laufen, legte ich mir den FR 305 zu. Bis dahin war ich immer ohne techn. Schnickschnack unterwegs, nicht mal eine Uhr hatte ich bei meinen kurzen Läufen dabei.
Doch was sollte mir das integrierte Pulsmessgerät eigentlich anzeigen? So richtig wusste ich es nicht. Ich hatte halt gelesen, dass man die langen Läufe im niedrigen Bereich läuft und ich konnte Läufe miteinander vergleichen.
Und das ist im Moment der springende Punkt! Seit genau 4 Wochen (12.Juni) nehme ich nun brav meine Eisentabletten und recht schnell habe ich eine Verbesserung beim Laufen gespürt. Irgendwie will ich dem Frieden noch nicht trauen, aber meine Aufzeichnungen belegen den deutlichen Aufwärtstrend. Vor allem in dieser kurzen Zeit!

Meine 7,5km-Runde entwickelte sich so:
25.05. 7:07min/km 157 Puls
10.06. 6:49min/km 160 Puls
05.07. 6:49min/km 150 Puls
10.07. 6:50min/km 146 Puls
15.07. 6:38min/km 144 Puls
13.11. 6:33min/km 144 Puls
17.11. 6:17min/kim 145 Puls

Genauso ist die Entwicklung auf der 11,5km-Runde:
26.05. 6:54min/km 157 Puls
19.06. 7:09min/km 154 Puls
26.06. 6:54min/km 151 Puls
08.07. 6:49min/km 146 Puls
13.07. 6:41min/km 145 Puls
10.08. 6:19min/km 146 Puls

Ich laufe jetzt in Puls-Bereichen, die ich nur in den Anfangszeiten erreichen konnte. Schon nach meinem ersten Halbmarathon im Juni letzten Jahres ging der Trend nach oben, ohne das mir das wirklich bewusst war.
Nächste Woche ist dann die Kontrolle bei meiner Ärztin und pünktlich am 21. Juli steige ich in den Steffny-Trainingsplan für den Berlin-Marathon ein. Zum einen freue ich mich darauf, aber ein bisschen Schiss habe ich auch. Die Grundlagen werden nicht das Problem sein. Aber wie werde ich das Tempotraining vertragen? Gerade dabei habe ich mich in der letzten Zeit so quälen müssen und negative Erinnerungen daran zurückbehalten. Aber das wird schon.

Somit hat mein Pulsmesser doch seinen Zweck erfüllt und wird mir auch in Zukunft Tendenzen aufzeigen. Und hoffentlich bin ich bei Verschlechterungen schlauer und schiebe es nicht nur auf falsches Training ;-).

Dienstag, 1. Juli 2008

Ein Halbmarathon mit Genuss und Freude

Im letzten Jahr habe ich mir nach dem AirportRun in Berlin-Schönefeld geschworen, diesen Lauf muss ich nicht noch mal haben. Langweilige Strecke, 15 km Gegenwind, verpasste Bestzeit.
Dann sprach mich bei einem Stadtmeisterschaftslauf Annekatrin an, ob ich dieses Jahr nicht dort laufen möchte. Sie wolle ihr HM-Debüt geben. Je mehr ich drüber nachdachte, um so besser gefiel mir die Idee, ihn ganz locker zu laufen. Nach meiner Eisenmangel-Diagnose wechselte dann das geplante Tempo von locker auf langsam, ich will im Herbst ja noch Marathon laufen! Gesagt, getan. Wir errechneten für Annekatrins Leistungsvermögen eine Zielzeit von knapp 2,5 h, also ein knapper 7er-Schnitt. Das gefiel mir gut und ich wollte für sie die Pace vorgeben.

Doch erst wurden wir mit dem Bus zum sog. Info-Tower mitten auf der Flughafen-Baustelle gefahren. Dabei überquerten wir schon mal die Startlinie, wunderten uns, als der Sprecher meinte, Start ist am Info-Tower, um uns dann nach dem Startschuss 500 Einlaufmeter wieder zurückzuschicken. Also ganz langsam bis zum Start getrabt und dann haben wir für einige Kilometer auch unser Tempo incl. einem Begleiter gefunden. Bei km 3 kurvte dann ein Auto vom rbb um uns herum, hielt mal an, denn die Reporterin wollte uns beim Laufen interviewen. Das klappte dann erst nach mehreren Anläufen, mal waren wir zu schnell, dann der Kameramann zu langsam und sie außer Puste. Schon irgendwie witzig, für uns abwechslungsreich, aber am Ende haben sie dann nur das Interview mit unserem Begleiter gezeigt.

Mittlerweile war es recht warm geworden, die Sonne brannte und der Wind vom letzten Jahr war nur ein laues Lüftchen. Das und ein langgezogener Anstieg, von denen es mehrere gab, ließen dann Annekatrin ab dem 10.km langsamer werden, bis dahin lagen wir noch im Plan. Bei mir kündigte sich dann eine Gebüschpause an, nur das Gebüsch war mit endlos langen Bau-Zäunen verstellt. So bin ich auf meiner Suche mal nach vorne gelaufen, dann auch wieder rückwärts, bis dann wie aus dem Nichts zwei Dixis vor mir auftauchten...
Danach galt es erst mal, Annekatrin einzuholen, sie war inzwischen ein ganzes Stück voraus gelaufen. Doch als es wieder bergan ging, hatte sie zu kämpfen und ich auch. Denn es war mittlerweile für mich sehr anstrengend, dieses für mich sehr langsame Tempo mitzulaufen. So haben wir uns kurz nach km 13 entschieden, das jeder sein Tempo weiterläuft. Die Durchschnitts-Pace betrug zu diesem Zeitpunkt 7:18 min/km. Ich bin dann in einem für mich angenehmen Tempo los, immer den Puls im Blick. Damit habe ich auch angefangen, nach und nach Läufer zu überholen, etliche mussten bei der Wärme auch gehen. Das hat richtig Spaß gemacht und ich habe dann immer Ausschau gehalten, wer nun mein nächstes "Opfer" wird.
Und ganz zum Schluss wollte ich es so richtig wissen und bin die letzten 1,5 km in 5:40 min/km gelaufen. Es war ein richtiger Steigerungslauf, einfach genial und ich war im Ziel nicht halb so kaputt wie nach so manchem Trainingslauf der letzten Zeit. Einfach toll, wieder Kraft in mir zu spüren. Am Ende ist es noch ein glatter 7er Schnitt geworden und eine Zeit von 2:28 h. Diese Zeit wäre im letzten Jahr undenkbar gewesen. Doch dahinter verbirgt sich ein Puls 20 Schläge unter üblichem HM-Puls und das von Vic angegebene Minimum bei etwas schnellerem Lauf als vorgegeben. Sonst habe ich mich immer an der oberen Grenze oder darüber bewegt. Es tut sich also was!!!

Im Ziel habe ich dann auf Annekatrin gewartet, die nicht so zufrieden war. Aber es war ihr erster HM und die Bedingungen nicht einfach.
Danach haben wir es uns bei der Tombola mit Stärkung gemütlich gemacht. Dort wurden jede Menge Flugreisen verlost. Als es um 2 Flüge nach Riga ging, diskutierten wir kurz über den Sinn einer Reise dorthin. Auf einmal meinte der Moderator, dass diese Flüge eine junge Dame aus Sieh..., Siehdichum ? gewonnen hätte. Mir war gleich klar, dass sich nicht unendlich viele Läuferinnen von dort in Schönefeld aufhalten. Dabei musste ich erst mal mein verschwitztes Shirt, wo die Startnummer noch feststeckte, als Beweis rauskramen. Weil ich davon ausgegangen bin, eh nichts zu gewinnen, lag es natürlich ganz unten in meinem Rucksack. So kann man sich täuschen.

Nun werden wir im Oktober unseren 20. Hochzeitstag in Riga verleben. Sozusagen die Hochzeitsreise nachholen, die wir aus Zeit- und Geldgründen (wir waren arme Studentlein) nie gemacht haben.
Ein wahrer Glückstag!

Mittwoch, 25. Juni 2008

Wanderung nach Pillnitz

Alljährlich findet ein gemeinsamer Wochenend-Privat-Betriebsauflug mit Franks Kollegen statt. Einer muss immer Organisator sein und dieses Mal fiel die Wahl auf Dresden. Uns war es recht, wir lieben diese Stadt. Schließlich haben wir uns dort beim Studium kennengelernt.
Abgestiegen sind wir in der "Brauerei zum Waldschlösschen" Das Hotel befand sich in der Dachgeschossetage. Natürlich wurde am Abend das dort gebraute Bier probiert. Aber das Hefeweizen war nicht so ganz mein Fall, so dass ich dann auf Bierbowle umgestiegen bin. Gab es wenigstens noch ein paar Vitamine extra.

Am Samstag sollte dann eine Radtour auf dem Elberadweg stattfinden, die dann wegen fehlender Räder ausfiel. So wurde kurzfristig entschieden, zum Schloss Pillnitz zu laufen. Immer den nördlichen Elberadweg entlang. Vorbei an den Loschwitzer Weinbergen mit herrlichen Schlössern ,
am "Blauen Wunder"
und an trutzigen Häusern

kamen wir dann am Schloss Pillnitz an.
Dazu gehört ein wunderschön angelegter Schlosspark mit vielen sehr alten und seltenen Gewächsen und riesigen Bäumen, oft mit einem kleinen Täfelchen gekennzeichnet. Natürlich haben wir auch die dortige Attraktion, eine ca. 240 Jahre alte Kamelie angeschaut, für die extra ein fahrbares Winterglashaus gebaut wurde.



Zurück ging es dann mit diesem Raddampfer
hier beim Wendemanöver mitten auf der Elbe.
Ein schöner Ausflug und wir haben wieder ein uns unbekanntes Stück Dresden neu entdeckt.

Dienstag, 17. Juni 2008

Lampenfieber

Schon seit Wochen proben wir für 3 Auftritte unserer Line-Dance-Gruppe, die wir im Juni haben.
Letzte Woche kam die tolle Idee auf, unsere sog. Generalprobe zu filmen. Bisher sind wir immer davon ausgegangen, dass man als Zuschauer jeden falschen Schritt erkennt und es überhaupt Sch... aussieht. Man sieht sich halt nicht selbst beim Tanzen, bekommt neben den eigenen Fehlern auch die der Nachbarn mit. Aber wir sind ja schließlich keine Profis.
Doch durch diese Video-Aufnahmen, die wir uns noch vor Ort anschauten, wurden wir vom Gegenteil überzeugt. Man sieht die einzelnen kleinen Fehler nicht und es sah richtig gut, sogar genial aus. Was waren wir stolz auf uns.

Trotzdem ist die Aufregung vor´m Auftritt immer groß. Wir sind nervös und hibbelig und am Samstag kam hinzu, dass die Zuschauer uns von allen Seiten und nicht wie sonst üblich, frontal sehen konnten.
Aber es lief super, alle Aufregung umsonst.
Beim "leichten" Tanzblock

Irischer Tanz erfordert höchste Konzentration, ist aber auch ernste Musik

Schöne Rücken können auch entzücken

In der Woche davor gab es noch größere Pannen. Einmal hakte die Musik, da konnten wir aber den Takt beibehalten. Doch als dann der Haushund beschlossen hatte, unser Klatschen nicht zu mögen und zwischen uns herumsprang, war es vorbei mit der Synchronität.

Donnerstag, 12. Juni 2008

Eisen und Stahl...

... sind nicht das Gleiche. Während ich das eine zur Genüge habe, zumindest in Zahlen auf meinem Büroschreibtisch, ist das andere zu wenig vorhanden.

Ich hatte ja auf Grund meiner letzten schlechten Laufzeiten die Eisenwerte abchecken lassen mit dem Ergebnis, einen akuten Eisenmangel zu haben. Meine Ärztin meinte, dass Andere mit diesen Werten schon lange flach liegen würden. Ich würde im täglichen Leben nur nichts merken, weil ich so gut trainiert wäre. Aber Leistung lässt sich damit eben nicht abrufen.
Nun werde ich erst mal Medikamente nehmen, ein bisschen an der Ernährung umstellen und beim Laufen etwas kürzer treten, also nur Grundlagenausdauer.
Das wird wieder, da bin ich optimistisch. In 5 Wochen wird noch mal getestet, gerade rechtzeitig, bevor ich in den Trainingsplan für den Berlin-Marathon einsteige. Und dort will ich schon gerne laufen.

Stutzig macht mich nur, dass dieser extreme Eisenmangel beinahe nicht entdeckt worden wäre. Im normalen Blutbild beim Check-up ist er nicht gemacht worden. Nur auf meine Nachfrage hin, weil ich in diesem Jahr einfach nicht an die Zeiten herankomme, die ich im letzten Jahr mit relativ kurzer Trainingsphase gelaufen bin.

Montag, 9. Juni 2008

Mein (Stimmungs-)Barometer...

... steht auf Hoch, genau wie das für das Wetter.

Ich habe ja schon in meinem letzten Bericht erwähnt, dass ich mit der derzeitigen Hitze gut klar komme. Und das setzt sich so fort. Mein gefühlsmäßig schwerster Lauf war letzten Donnerstag, bei mal angenehmen Temperaturen.
Dazu habe ich mich ganz spontan entschieden, zum Müllroser See zu fahren. Kathrin und Frederic wollten ihn mit dem Neo durchschwimmen und ich einmal umlaufen. Eine wirklich schöne Runde, teilweise mit urwaldähnlicher Vegetation und zeitweise angenehm kühl. Aber ich habe ca. 5km gebraucht, in die Gänge zu kommen. Auf halber Runde habe ich dann sogar die 2 Froschmänner im Wasser gesehen, die aber schon wieder auf dem Rückweg waren. Kurz vor Schluss der Runde begegnete ich dann noch einer Schwanenfamilie, die auf der Seealle spazieren ging. Da der Herr des Hauses mir immer näher kam, habe ich mich beim Fotografieren nicht näher ran getraut. Das Junge war noch richtig flauschig und grau. Wirklich putzig!

Die Familie wird verteidigt! Mutter und Kind sind hinten am Schild

Das Küken liegt links von der Mutter im Gras

Wieder am See angelangt, war Kathrin noch beim Schwimmtraining zu gange und spätestens da habe ich mich geärgert, keine Badesachen dabei gehabt zu haben. Das nächste Mal, denn die Abkühlung hätte gut getan. Aber es soll ja Leute geben, die auch mit Laufklamotten ins Wasser springen...

Gestern habe ich bei extremer Schwüle mal wieder dem Eisvogelpfad einen Besuch abgestattet. Um 18 Uhr, zu bester Fußballzeit, hatte ich die Strecke für mich allein. Dort sind in letzter Zeit einige Schilder neu aufgestellt worden...


... es gibt immer wieder neues zu entdecken. Mehr Abstecher habe ich aber nicht gemacht, denn auf Grund der Schwüle hatte man sofort jede Menge Getier auf der Haut sitzen. Dafür war ich lange Zeit für meine Verhältnisse mit einem sehr niedrigen Puls unterwegs. Es scheint wirklich wieder aufwärts zu gehen. Und so habe ich dann nach 17 km entspannt und zufrieden den deutschen Sieg angeschaut.

Dienstag, 3. Juni 2008

Unerwartete Hitzeläufe

Ich bin eigentlich ein bekennender Winterläufer. Am liebsten laufe ich bei ca. 0°C und klarer Luft. Noch besser, wenn es gerade geschneit hat, was in unserer hiesigen Gegend leider viel zu selten geschieht.

Warum ich das jetzt erwähne? Ich beobachte gerade ein seltsames Phänomen an mir. Dafür, dass es in letzter Zeit bei mir nicht besonders lief, waren die letzten 3 Läufe super. Am Freitag mittag 15 km bei ca. 25°C, Sonntag und heute bei 30°C. Gerade heute bei der Schwüle lief es locker und leicht und viel schneller als beabsichtigt. Schließlich wollte ich unterwegs nicht wegen Dehydrierung oder Hitzschlag einbrechen. Doch davon keine Spur! Jetzt verstehe ich die Welt nicht mehr :-).

Heute stand auch der Arzttermin an. Erst mal sind alle Blutwerte in Ordnung, aber ein gesonderter Eisenwertspiegel wird jetzt noch erstellt. Ich kam ihr auch recht blass vor, mal sehen, was herauskommt. Dafür fiel ihr mein langsamer, ausdauertrainierter Puls auf und die längst überfällige Tetanusspritze gab es auch noch.

Mittwoch, 21. Mai 2008

Heute war ein schöner Tag

Ja, wettermäßig eigentlich nicht so. Sonne und Wolken wechselten sich ab, der Wind war teilweise recht kühl... Aber es soll hier nicht um´s Wetter gehen.

Nur darüber, dass es mir gerade richtig gut geht. Heute stand mein erster Lauf nach dem Desaster von Berlin an. Lust hatte ich erst gar nicht, aber ich bin dann schön langsam, so wie es Vic verlangt hat, losgetrabt. Und es war heute trotz leichter Schwüle überhaupt nicht anstrengend. Sogar die Beine waren nach den (nur) 7,5 km frisch, das hatte ich in letzter Zeit schon anders erlebt. Ich werde mir auch wieder angewöhnen, einige Läufe bewusst langsam zu laufen. So wie im letzten Jahr.

Nach dem Familienabendbrot, welches bei uns heilig ist, ging es dann zum Line Dance. Und das ist für mich immer Erholung pur. Beine lockern und den Geist für 2 Stunden abschalten. Die Konzentration liegt einzig und allein auf den Tanzschritten. Und da haben wir gerade die heiße Phase eingeläutet. Zwei Tanz-Blöcke für unsere 3 Aufritte im Juni werden einstudiert und klappen schon recht gut.


Abgerundet wird dieser Tag nun durch das Lesen des Rennsteig-Supermarathon-Berichtes von Kathrin. Mir ist durch diesen Bericht klar geworden, dass ich den Inselsberg auch mal als Läufer bewältigen will. Genau diesen Berg, den ich vor 8 Jahren gehend kaum bewältigt habe und mich zum Läufer werden ließ. Nicht in diesem Jahr, bestimmt auch nicht im nächsten, aber irgendwann!

Sonntag, 18. Mai 2008

Verlorenes Tempo oder ein verkorkster Frauenlauf

Letztes Jahr war der Berliner Frauenlauf mein erster größerer Wettkampf und ich zum Schluss über eine Zeit von 53:38 min mehr als zufrieden. Schließlich hatte ich erst 2 Monate gezieltes Training hinter mir und den ersten 10er nach 3 Wochen bereits in 55:12 min absolviert.

Ja, und dieses Jahr komme ich nicht in die Gänge, zumindest nicht auf den "kurzen" Strecken. Denn die beiden Halbmarathons in Kiel und gerade in Berlin liefen relativ gut, bei letzterem hatte ich es nicht mal erwartet.

Nun stand gestern wieder der Frauenlauf, der 25. insgesamt, an. Zusammen mit 9 Läufermädels aus der Umgebung ging es per Bahn nach Berlin. Da einige die 5km-Strecke laufen wollten, waren wir beizeiten vor Ort und haben uns schon die Zart-Rosa-Shirts, die es dieses Mal gab, abgeholt. Angeblich steht mir die Farbe nach Aussage meiner Töchter hervorragend. Gut, ich glaub´s mal ;-).
Danach haben wir das Geschehen verfolgt, die anderen angefeuert, ich mich mit Binchen getroffen und unter Führung der Super-Nachwuchsläuferin Julia warmgelaufen. Am Start haben wir uns dann fast ganz nach vorne geschoben, Julia wollte schnell loslaufen, und somit haben wir die Spitzenläuferinnen um Irina Mikitenko hautnah sehen können.
Am Start gab es doch dann tatsächlich Gedrängel, ich konnte gerade so noch einen Sturz vermeiden, aber neben mir hatte es eine Läuferin erwischt. Eigentlich bin ich ganz gut losgelaufen, habe beizeiten runtergebremst und 2 km fühlte sich das auch normal an. Danach hätte ich etwas beschleunigen wollen, stattdessen bin ich immer langsamer geworden. Zeitweise sogar über einem 6er Schnitt. Nach der Hälfte lief es etwas besser, die letzten 3 Kilometer aber wieder in über 6 min, dafür aber gleichmäßig. Irgendwie hatte ich auch keine Lust mehr, wollte nur noch wenigstens vernünftig ins Ziel.
So ist dann eine Zeit von 59:24 min (!) herausgekommen, fast 6 min langsamer als letztes Jahr. Und beim Berlin-HM vor 6 Wochen war meine 10km-Durchgangszeit 57:05 min und zu diesem Zeitpunkt war ich gefühlt locker und leicht unterwegs.

Ich habe keine Ahnung, woran es lag, nur Vermutungen. Klar war es sehr schwül, aber bei 10 km sollte das nicht so eine Rolle spielen. Übrigens hatte wenigstens der Wettergott ein Einsehen. Denn es fing in dem Moment an zu regnen, als ich im Ziel war, um dann ein Platzregen zu werden, als ich mich im Zelt umzog.

Vielleicht habe ich den Run&Bike von vor 2 Wochen noch nicht regeneriert, der ja eine Art 21km-Intervalltraining ist. Danach habe ich auch keine längeren Läufe mehr gemacht und letzte Woche einen 6km-Wettkampf. Also könnten mir auch km fehlen? Oder sind 3 Halbmarathons in reichlich 2 Monaten für mich zuviel gewesen?
Fragen über Fragen.
Zumindest habe ich beschlossen, in nächster Zeit erst mal keine Wettkämpfe zu laufen und mich langsam wieder im Hinblick auf den Berlin-Marathon aufzubauen.


Insgesamt war es aber wieder ein schöner Tag, den wir dann mit einem Currywurstmenü und einem Becherchen Sekt in der Bahn gekrönt haben.

Samstag, 3. Mai 2008

Lehrgeld vorm Schultreffen

Nun ist mein erster Run&Bike Geschichte und ich bin um einige Erfahrungen reicher.

Start war um 8 Uhr. Das hieß, früher als sonst üblich aufzustehen, was nicht unbedingt zu meinen Lieblingsbeschäftigungen gehört.
Da der Wetterbericht Sonne und Temperaturen knapp unter 20°C versprochen hatte, habe ich mich für kurz/kurz entschieden und bin gut damit gefahren. Ich war aber schon sehr erstaunt, mit wieviel Schichten Klamotten so mancher unterwegs war. Ich habe es nicht gebraucht.

Ich wollte gern mit dem Laufen beginnen, um nicht das fremde Rad durch den Startpulk bugsieren zu müssen. Und hier dann mein erster Fehler, ich bin viel zu schnell angegangen, wie dann meine Auswertung des Pulses ergeben hat. Wir hatten vorher beschlossen, alle 2km zu wechseln und das haben wir auch bis km 33 durchgezogen. Und so habe ich schon den ersten Wechsel herbeigesehnt. Dann mein nächster Fehler. Ich habe erst mal verschnauft, einen Schluck getrunken, um dann wieder heran zu fahren. Nun ging es aber bergauf durch viele andere Läuferpaare hindurch und hat zusätzliche Kraft gekostet. Im Nachhinein gesehen, habe ich zu oft abreißen lassen, um dann wieder aufzuholen und somit war die Erholungszeit auf dem Rad wohl zu gering.

Der Lauf selbst war wunderschön, zumindest das Wetter und die Landschaft. Der Raps stand in voller Blüte, viele anfeuernde Zuschauer und einmal standen 6 Störche auf einem Feld. Wo bekommt man sowas sonst zu sehen. So gingen die ersten 20 km dahin, noch relativ leicht, wobei ich mit dem Loslaufen immer so meine Probleme hatte. Die ersten Meter waren immer etwas steif und die Beine wie aus Gummi. Ich muss auch zugeben, dass ich in diesem Jahr noch nicht einen Meter mit dem Rad gefahren bin.
Die nächsten 10 Km auf dem Oderdamm zogen sich dann eine gefühlte Ewigkeit hin. Diese Auenlandschaft ist zwar auch wunderschön, sieht aber immer gleich aus und man kann nicht erkennen, dass man etwas geschafft hat. In Eisenhüttenstadt empfingen uns dann aber viele Zuschauer und die nächsten 5 km vergingen wieder wie im Fluge. Ab km 35 wurde es dann aber schwerer und wir beschlossen, eher zu wechseln. Noch standen uns auch 2 schwierige Abschnitte bevor. An einem steilen Betonweg verliesen mich dann in der knalligen Sonne doch etwas die Kräfte, so dass wir kurz danach wechselten und meine Laufpartnerin den langen Anstieg lief. Da das ein tiefer Sandweg war, konnte ich ihn teilweise auch nur das Rad schiebend bewältigen. So hatte es dann eine ganze Weile gedauert, bis ich meine Partnerin eingeholt hatte. Doch nun war es nicht mehr weit und es ging vor allem leicht bergab. Dort haben wir in noch kürzeren Abständen gewechselt und ich habe sogar noch zu meinem HM-Tempo gefunden. Dort standen so liebevolle Schilder wie "Noch 2,72 km" oder "Gleich geschafft, noch 1,38 km". Und auch eine Band saß am Wegesrand und hat noch mal ordentlich motiviert. In Neuzelle habe ich dann gesehen, dass wir unter 4 h bleiben. Und so sind wir dann durch das Zuschauerspalier in 3:57:07 h für 43,3 km wieder durch das Klosterportal, von wo aus wir 4 Stunden vorher gestartet waren, Gänsehautfeeling pur. Platz 201 von 252 gesamt und Platz 8 von 22 bei den Frauen.

Während ich mir unterwegs gesagt habe, dass ich mir das nicht noch mal antue, denn ich fand es schon hart, habe ich inzwischen eine andere Meinung. Ich habe noch eine Rechnung offen und will dann die Fehler vom ersten Mal abstellen. Also das zu schnelle Losrennen, hin und wieder mal Radfahren vorm Laufen und vor allem den Anschluss nach dem Wechsel so schnell wie möglich wieder herstellen. Trinken kann man auch beim Fahren und so ist die Erholungszeit länger und gleichmäßiger.
Muskelkater hatte ich keinen, nur der Hintern hat mir das ungewohnte Sitzen auf dem Rad signalisiert.

Danach begann dann Teil 2 des langen Samstags. Zu Hause schnell geduscht, was gegessen und eine Viertelstunde geruht. Ja, das ging und danach war ich fit für eine 2,5stündige Autofahrt. Das Treffen war sehr schön, die Hälfte der Gesichter hatte ich nun 25 Jahre nicht mehr gesehen, weil wir uns erstmalig mit der Parallelklasse getroffen hatten. Für einige muss ich nun als Vorbild herhalten, schließlich hatte ich vor 5 Jahren noch ca. 20 kg Körpergewicht mehr und 1 kg Haare weniger, d.h. ich habe mich seitdem äußerlich schon auffällig verändert. Mal sehen, was von den guten Vorsätzen in 5 Jahren übrig geblieben ist ;-).

Insgesamt war es ein wirklich gelungener langer Samstag :-)

Freitag, 2. Mai 2008

Ein langer Samstag...

... steht mir bevor!

Immer am Samstag nach dem Himmelfahrtstag findet hier in unserer Gegend der Run&Bike statt. Dazu starten um 8 Uhr ab dem Kloster Neuzelle immer ein Läufer mit einem Radfahrer auf der Marathonstrecke, ganz Verwegene dürfen auch die 100 km ab Mitternacht in Angriff nehmen. Getauscht werden kann dann beliebig, nur das Ziel muss man halt zusammen erreichen.
Nun hat mich schon vor Monaten eine darin erfahrene Kollegin gefragt, mit ihr zusammen zu starten. Und da ich das schon immer mal machen wollte, habe ich auch gleich zugesagt.

Ja, und vor wenigen Wochen flatterte dann eine Einladung zum Klassentreffen, das alle 5 Jahre stattfindet, für morgen ins Haus. Nun ist es aber nicht so, dass ich dann am Abend mal eben um die Ecke gehe. Nein, ich muss ca. 260 km fahren, da ich im Chemnitzer Raum aufgewachsen bin. Also heißt es nach dem Lauf schnell zu regenerieren, da ich ja nicht nur eine Fahrt, sondern einen langen Abend vor mir habe, auf den ich mich schon freue.

Ein bisschen Regeneration habe ich im Vorfeld betrieben. Da ich von letzter Woche lauftechnisch ziemlich platt war, bin ich diese Woche nicht viel gelaufen und dürfte morgen ausgeruht sein. Und am gestrigen Feiertag habe ich auch nicht gerade Bäume ausgerissen.
Nun heißt es zeitig schlafen gehen, zumindest es zu versuchen...