Dienstag, 7. Juli 2009

Ich bin ein Weichei!?

Nach ganz schön viel Tempo letzte Woche wollte ich am Samstag vormittag einen ganz ruhigen Lauf machen. Als ich dann endlich gegen 10.30 Uhr losgekommen bin, war es schwülheiß. Ein Grund mehr, langsam zu laufen. Und ich hielt mich auch daran, es war so schon schweißtreibend genug. Allerdings stelle ich zur Zeit fest, dass sich Wärme bei mir nicht auf den Puls auswirkt. Das sah im April beim Marathon ganz anders aus, aber da fehlte wohl auch die Gewöhnung, die man derzeit wohl notgedrungen haben muss :-).
Ich lief also so vor mich hin, mit Musik im Ohr und freute mich, dass sich die Sonne hinter Wolken versteckte, was es etwas angenehmer machte. So 3 km vor dem Ziel schreckte ich aber in meinem Tran durch ein Geräusch auf. Kopfhörer raus, ich hatte mich nicht verhört. Donnergrollen von links und dort sah der Himmel mittlerweile nach Weltuntergang aus. Das Grollen wurde immer doller und nun nahm ich die Beine in die Hand. Nichts war mehr mit ruhigem Lauf. Fast in Panik ging es im Tempolauf stetig bergan. Ca. 1 km vor dem Ziel zuckten dann die ersten Blitze, der Donner ließ aber doch ein paar Sekündchen auf sich warten. Nun wusste ich, dass ich unbeschadet nach Hause kommen würde und ich habe es letztendlich auch geschafft. Das wirkliche Unwetter ließ sogar noch einige Stunden auf sich warten, es tobte sich erst in wenigen km Entfernung aus. Aber seit Pfingsten, als wir mit Fahrrädern mitten im Wald überrascht und quasi bis zur Haustür verfolgt wurden, hat sich Respekt vor´m Gewitter in richtige Angst verwandelt. Übertreibe ich? Aber wiederum ist hier in der Gegend ein Mann in genau meinem Alter vom Blitz erschlagen worden. Er stammte übrigens aus einem Nachbarort meiner Heimat und vielleicht kannte ich ihn sogar. Und hier hat in unserer unmittelbaren Nähe ein Blitz aus heiterem Himmel eingeschlagen, der unseren Router zerschossen hat, so dass wir 3 Tage internetlos waren. Das sind schon Gewalten, die sich mit so einem Gewitter entladen...

Gestern stand nun ein 18km-Lauf an und wieder waren Gewitter gemeldet. Ursprünglich wollte ich Richtung Müllrose laufen. Doch da muss ich 9km durch einen Wald, ohne evtl. einer Menschenseele zu begegnen und dann an einer Landstraße entlang ebenfalls ohne Unterstellmöglichkeit. Also was tun? Ausfallen stand nicht zur Debatte und Not macht erfinderisch. So bin ich dann 2 mal eine wenig geliebte 8km-Runde mit jeweils einem km Hin- und Rückweg gelaufen. Das hatte den Vorteil, bei der Wärme eine Wasserflasche zu Beginn der Runde deponieren zu können und wenigstens aller 3km eine Unterstellmöglichkeit zu haben. Letztendlich hat sich das Wetter gehalten, es klarte sogar leicht auf. Nur die Schwüle hatte es ganz schön in sich und zu Beginn der 2. Runde habe ich mir ernsthaft die Frage gestellt, ob ich noch eine haben muss ;o). Aber es lief sich dann so weg und ich wurde auch mit fortschreitender Laufdauer ruhiger. Im Nachhinein war es sogar noch ein schöner Lauf.
Denn zu Beginn hatte ich schon wieder so eine leichte Panik, was ich machen würde, wenn mich das Gewitter mitten im Wald überrascht.
Bin ich da zu ängstlich? Sonst bin ich eigentlich nicht so, ich renne allein im Dunkeln durch den Wald und es macht mir nichts aus. Schon verrückt!

Donnerstag, 2. Juli 2009

Noch mal Tempo

Zur Zeit habe ich immer 2 schnelle Einheiten im Plan stehen. Und dafür kann man ja das Nützliche mit dem Angenehmen verbinden :-).
Letzten Samstag bin ich nach langer Zeit mal wieder über den Eisvogelpfad gelaufen und obwohl es nicht warm war, habe ich schon nach wenigen Metern geschwitzt. Hier hält sich schon seit vielen Tagen eine ungewohnte Schwüle, die gefühlsmäßig von Tag zu Tag schlimmer wird. Trotzdem war ich mit dem 14km-Lauf zufrieden, es lief einfach.
Abends ging es dann zu einer Geburtstagsparty und es ist spät geworden. So habe ich dann am Morgen eine Weile mit mir gerungen, gegen 8 Uhr aufzustehen. Doch Schweini hat verloren :-). Somit war ich dann eine Stunde später an Ort und Stelle, um meine Tempoläufe zu absolvieren. Statt einmal 6 km sollten es nämlich ein 2,4 km und ein 3,6 km Lauf sein, verpackt in eine regionale Großveranstaltung, wo man Laufen, Radfahren, Skaten oder Walken konnte. Da sich die Anmeldung lange hinzog, blieb nicht mal Zeit zum Einlaufen. Das ist bestimmt nicht zum Nachahmen empfohlen, aber es war zum Glück warm.
Nach dem Startschuss rannten einige wie verrückt los, um nach 200 m in den Gehschritt zu verfallen... Aber wirklich langsam bin ich auch nicht gewesen, wie soll man sich auch 2400 Meter einteilen. Lange Zeit bin ich gemeinsam mit einer Läuferin gelaufen, nach der ersten Runde haben wir die führende Frau überholt und ca. 500 m vor dem Ziel konnte ich mich dann absetzen. Ganz zum Schluss konnte ich noch ein paar Körner aufsparen, denn ich wollte ja noch einen Lauf hintenran setzen. Am Ende war es eine Pace von 4:42 min, den ersten km in für mich unglaublichen 4:30 min. So schnell war ich noch nie!
Der zweite Lauf war dann eine Stunde später und den bin ich moderater angegangen, denn ein wenig war die Vorbelastung in den Beinen zu spüren. Am Ende war es eine fast gleichmäßige Pace von 4:57 min. Dieses Mal war die führende Frau schon ein Stück enteilt, aber bis Anfang der letzten von 3 Runden hatte ich mich herangekämpft und 500 m vor dem Ziel war ich vorbei. Das war dann mein zweiter Sieg innerhalb von 1,5 Stunden, wofür es später noch 2 Goldmedaillen gab. Eine schöne Belohnung für gelungenes Tempotraining :o).

Am Dienstag standen wieder die 400m-Intervalle auf dem Programm. Da der Himmel unwetterverkündend aussah, bin ich gleich nach der Arbeit in die Spur. Bei 30°C und extremer Schwüle, untermauert von dauerndem Donnergrollen. Schön schaurig, aber dort gibt es für den Ernstfall genügend Unterstellmöglichkeiten. Dieses Mal waren die Intervalle schon viel gleichmäßiger und mit 1:57, 1:58, 1:54, 1:55 und 1:54 war ich unter diesen Bedingungen sehr zufrieden.
Der für heute geplante Tempolauf fiel dann einem Gewitter zum Opfer und wird morgen nachgeholt. Und am Wochenende muss ich mal wieder lange und langsam laufen üben ;-).

Freitag, 26. Juni 2009

Tempo ohne Gefühl

Eigentlich habe ich diese Woche einen Plan für 10 km begonnen und schon mit dem ersten Training nicht eingehalten ;-). Denn am Dienstag gab es ganz unerwartet den längeren Lauf, der am Sonntag vorgesehen war. Aber gerade dieser Lauf mit Kathrin und Frederik war bei bestem Wetter wie immer sehr kurzweilig.

Gestern war ich nach der Arbeit so fertig, dass ich nicht gleich laufen konnte und wollte. Ich war mir noch nicht mal sicher, ob ich den Lauf sogar auf heute verschiebe. Doch dann habe ich Michis Bericht über ihren Tempogefühllauf gelesen und das brachte mich auf eine Idee, sowas ähnliches auch zu versuchen. Und da nächste Woche 5x400m in 1:55 min im Plan stehen, dachte ich mir, dass sie diese Woche bestimmt auch nicht schaden können...

Um kurz vor halb neun am Abend war ich dann soweit und trabte los in Richtung einzigen einigermaßen befestigten Weg in meiner Nähe. Erst mal ging es gegen eine Wand, die Luft stand vor Schwüle. Doch nach wenigen Metern tröpfelte es, was es etwas angenehmer machte.
Irgendwann habe ich die ersten 400 Meter gestartet. Ich wollte mal nach Gefühl laufen und nicht ständig auf die Uhr schauen, doch kurz vor Schluss tat ich es doch und prompt war ich mit 1:59 min zu langsam. Ich habe schon gemerkt, dass ich noch jede Menge Luft habe, aber ich wollte mich auch nicht gleich beim ersten Intervall verausgaben. Nach 200 Meter Trabpause das gleiche Spiel von vorn, dieses Mal etwas mehr angezogen. So kamen dann am Ende in dieser Reihenfolge 1:54, 1:53, 1:51 und 1:49 raus.
Also gleichmäßig ist etwas anders, es waren ja auch nur 400 Meter. Auf 1 km umgerechnet schwanken die Paces von 4:57 bis 4:33. Das muss ich also noch üben. In der Trabpause ist mir das übrigens schon gelungen, denn mit Ausnahme der ersten wichen die anderen 3 nur eine Sekunde voneinander ab :o).
Aber Intervalle laufe ich sonst so gut wie nie und freue mich nun, in den nächsten Wochen davon einige im Plan zu haben. Denn das Training gestern hat viel Spaß gemacht. Man ist danach nicht völlig im Eimer und erholt sich recht schnell wieder.

Mittwoch, 17. Juni 2009

Viele Rosen und ein Pokal

Heute habe ich mich an den vielen blühenden Rosen in meinem Garten erfreut. Mittlerweile blühen sie alle in voller Pracht und ich habe es noch gar nicht richtig mitbekommen. Entweder fehlte die Zeit oder es regnete.

Dies hier ist die erste Rose, die ich überhaupt gepflanzt habe. Diese Parkrose ist einfach unverwüstlich und blüht im Prinzip bis in den Herbst hinein ununterbrochen.

Diese hier in meiner Lieblingsfarbe ;-) sticht doch einfach ins Auge. Im Hintergrund beginnt übrigens gerade die pinkfarbene aus dem Header zu blühen.

Und vor diesen beiden steht noch dieses Prachtexemplar. Da sie vom Wohnzimmerfenster aus gut zu sehen ist, konnte man tagtäglich sehen, wie sie ihre Blütenblätter einzeln entfaltet hat.


Hier ist etwas Wildwuchs entstanden, dem ich aber keinen Einhalt gebieten wollte. Die lachsfarbene sollte eigentlich eine Kletterrose sein, aber ich konnte nicht so recht lesen, als ich sie gekauft habe ;o). Die andere ist eine Kriechrose mit unzählig vielen Blüten. Einfach traumhaft!

Letzten Sonntag habe ich noch diese beiden Rosen bekommen. Die eine gab es für den Stadtmeisterschafts-Einzelsieg und die andere für den Gewinn der Mannschaftswertung unseres Vereins.
Doch bevor es soweit war, gab es noch einen Mini-Run&Bike über 4 km. Ich hatte mich gar nicht dafür angemeldet, sondern wollte nur nebenher laufen. Und da Gerhard, mit über 70 Jahren der älteste Teilnehmer, das gleiche mit dem Rad vorhatte, haben wir diese Strecke gemeinsam absolviert. Er radfahrend, ich locker laufend, ohne Wettkampfgedanken und schnatternd ins Ziel. Schön war´s.
Anschließend gab es bei strahlendem Sonnenschein die Siegerehrung zur Laufserie über 5 Läufe. Jeder Geehrte wurde laut bejubelt und alle haben sich miteinander gefreut. Danach haben wir noch bei einem Fläschchen Bier diesen schönen Vormittag ausklingen lassen.

Dienstag, 9. Juni 2009

Schon wieder ein WK-Laufbericht...

...aber für die nächsten Wochen ist es der letzte. Versprochen!

Als am Sonntag um 5 Uhr der Wecker klingelte, habe ich kurz über Sinn oder Unsinn des Vorhabens nachgedacht. Auch das Wetter meinte es nicht so gut, es regnete vor sich hin. Überhaupt hatte mich in der letzten Woche etwas die Unlust gepackt gehabt, ich fühlte mich einfach nicht so recht wohl. Nach einem längeren Lauf war mir im Anschluss übel geworden, so was kenne ich sonst gar nicht. Deswegen hatte ich sogar kurzzeitig überlegt, den Halbmarathon in Potsdam abzublasen und hätte es wahrscheinlich sogar getan, wenn ich allein gefahren wäre.
Aber es war eine gemeinsame Fahrt einiger Vereinskollegen geplant und so ging es gegen 6 Uhr mit 3 Autos gen Potsdam. Insgesamt waren wir 7 Läufer und die gleiche Anzahl Groupies.
Und es regnete immerfort, aber die Zeit bis zum Start konnte man gut in der dortigen Leichtathletikhalle verbringen. Wirklich ideal.

Dann ging es zusammen mit Bianka zum Start und dort hörte plötzlich der Regen auf :-). Da ich überhaupt keine Ahnung hatte, was ich laufen kann, wollte ich einfach mit 5:20 anlaufen und dann schauen, was geht. Eine PB hatte ich von vornherein ausgeschlossen, dafür lief es die letzten Tage zu schlecht und auch das Profil in Potsdam ist nicht ganz leicht. Aber mit einer Zweitbestzeit (über 3 min langsamer) hatte ich schon geliebäugelt.
Der Start war nicht so ideal, eine halbe Runde im Stadion und dann wurde es richtig eng. Überhaupt waren die Wege oftmals recht schmal und man musste viel Slalom laufen. An diesem Tag zusätzlich noch, um wenigstens die ganz großen Pfützen zu umrunden.
Die ersten 4 km liefen Bianka und ich gemeinsam, ohne dass wir es verabredet hatten. Doch an der ersten Verpflegungsstation war sie dann plötzlich weg. Ich habe dieses Mal an allen Stationen angebremst und im Gehen ein paar Schlucke getrunken, obwohl es ja nicht warm war. Diese Zeit wollte ich mir einfach nehmen und mir auch keinerlei Zeitdruck aufbauen.
Nach ca. 5 km wechselte es vom festeren Untergrund im Park Babelsberg auf Matschepampe. Dort war der Sand-Lehm-Weg dermaßen aufgeweicht, dass man gefühlsmäßig sofort Geschwindigkeit verloren hat. Und das Slalom-Pfützen-laufen ging dort natürlich weiter. Dann kamen ein paar Anstiege zu Brücken hoch, teilweise wieder runter und zur Abwechslung mal wieder fester Belag - Kopfsteinpflaster. Aber dieser war doch erholsamer als die Pampe, nur musste man auf glitschige Stellen achten.
An der Glienicker Brücke ging es erst rüber, dann linksseitig steil bergab, unter der Brücke durch und danach wieder hoch, so dass man die Straßenseite gewechselt hat. Genau diese Passage sollte später noch eine Rolle spielen.
Weiter liefen wir durch den Großen Garten über... richtig... Modderpampe. Doch dort war sie teilweise noch mit Kopfstein garniert. Irgendwann kam dann das 10km-Schild und ich wunderte mich ein wenig über die 55 min, die mir meine Uhr anzeigte. Sooo langsam bin ich heute? Aber ich hatte auch mitbekommen, dass die Markierungen teilweise sehr vom Garmin abwichen.
Etwa ab diesem Zeitpunkt hat sich mir eine ganz junge Läuferin angeschlossen. Im Nachhinein habe ich gesehen, dass sie meine Tochter hätte sein können ;-). Wir liefen immer nebeneinander her und hatten das gleiche Tempo. Nach einer Weile passte sich dann ungefragt die eine der anderen an. Einmal habe ich sie am Verpflegungsstand animiert, wieder loszulaufen, das andere Mal hat sie auf mich gewartet. Das war richtig toll, gemeinsam diesen Lauf durchzuziehen. Die Strecke wurde dann auch besser und sogar die km-Schilder standen zum Teil wieder fast korrekt.
Doch viel Kraft hat dann noch mal der Abschnitt durch den Park Sanssouci gekostet, wieder durch Matschepampe. Danach fiel es mir richtig schwer, das Tempo zu halten. Wir sind eher langsamer geworden, haben aber gerade auf diesem Abschnitt einige Läufer überholt. Die letzten 1,5 km haben wir beide aber wieder angezogen, dann ging es in das Stadion, eine dreiviertel Runde rum und durchs Ziel. Danach sind wir uns erst mal in die Arme gefallen und haben uns gegenseitig für diesen tollen Lauf bedankt. Es hat einfach unglaublich viel Spaß gemacht und motiviert, das Ding gemeinsam durchzuziehen. Bei ihr war es übrigens der erste Halbmarathon, eine ganz starke Leistung.

Ach ja, die Zeit. Bei mir sind es 1:54:45 h geworden und damit war ich bei diesen Bedingungen sehr zufrieden. Ich habe mich im Ziel echt von der Zeit überraschen lassen, weil ich bis auf dieses eine Mal nicht auf die Uhr geschaut hatte. Auch habe ich nach der 10km-Durchgangszeit nicht mehr mit sub1:55 gerechnet, aber dieses Schild hatte definitiv falsch gestanden. Ich hatte mich nur ein wenig geärgert, die Zweitbestzeit um nur 20 sec verpasst zu haben. Doch im Nachhinein kam heraus, dass dieser Kringel an der Glienicker Brücke aus Verkehrstechnischen Gründen zusätzlich eingebaut wurde und sich damit die Strecke um über 200 Meter verlängerte. Damit hätte die Zeit doch gereicht :-).

Von unseren 6 Vereinsläufern bin ich als 3. ins Ziel, nur die schnellen Jungs Frank und Andreas waren (meilenweit) vor mir. Damit hatte ich auch nicht wirklich gerechnet, aber die anderen kamen auch kurz nach mir ins Ziel. Nach der Stärkung und dem Duschen haben wir dann auf unseren einzigen Marathoni gewartet, der noch eine Überraschung parat hatte. So ist doch Matthias in seiner AK Zweiter und damit Brandenburgischer Vizemeister geworden. Herzlichen Glückwunsch!!! Natürlich haben wir dann gern noch die Siegerehrung abgewartet, bevor es nach Hause ging.

Das war ein wirklich schöner Lauf bei einer perfekten Organisation, für das Wetter konnten ja die Veranstalter nichts. Im nächsten Jahr auf jeden Fall wieder.

Freitag, 5. Juni 2009

Ein besondererTag

Unsere Tochter hat heute die Ergebnisse ihrer Abiturprüfungen erfahren.
Ihre mündliche Prüfung hatte sie ganz schön verrissen und damit war eigentlich ihr Wunschergebnis außer Reichweite. Doch als sie mich heute im Büro anrief, habe ich es schon ihrer Stimme angehört :-).
Sie hatte es nämlich mit tollen schriftlichen Ergebnissen doch noch gepackt. Natürlich sind wir mächtig stolz auf sie, aber das wären wir auch, wenn es nicht ganz gereicht hätte.
Nur richtig feiern konnten wir noch nicht mit ihr, weil sie für ihr kommendes Studium auf WG-Besichtigungstour ist.
Nun wird es wirklich ernst und sie wird endgültig ihren eigenen Weg gehen!

Montag, 25. Mai 2009

Eine offene Rechnung ist beglichen :-)

Am Samstag fand in Neuzelle der 8. Run&Bike statt. Und aus dem letzten Jahr hatte ich noch eine Rechnung offen. Habe ich damals bei diesem Rennen einige Fehler gemacht, aber auch schon die krassen Auswirkungen meines Eisenmangels zu spüren bekommen. Nur dass ich es zu diesem Zeitpunkt noch nicht wusste... Zumindest war ich damals mit meiner Leistung überhaupt nicht zufrieden.

Deshalb habe ich in diesem Jahr Martina angesprochen, ob sie wieder mit mir laufen wolle, im letzten war es umgekehrt. Ich wollte es einfach ihr und natürlich besonders mir beweisen.

Punkt 8 Uhr sollte es losgehen, ich würde für uns wieder anlaufen und als ich so erwartungsfroh im Startpulk stand, bemerkte ich in leiser Panik, dass ich vergessen hatte, mein Startnummernband umzubinden. Schnell zum Rucksack geflitzt, das Band rausgekramt und wieder einen günstigen Startplatz zurückerobert. Das sollte nicht die einzige Schrecksekunde des Tages bleiben...

Dann ging es los, insgesamt 256 Paare machten sich auf den Weg der Marathondistanz. Ich bin gut weggekommen und nach wenigen hundert Metern habe ich mich eingebremst und gleichzeitig meine Jacke ausgezogen und um den Bauch gebunden, da ich noch nicht gleich mit einem Wechsel rechnete. In diesem Moment wusste ich aber noch nicht, wie lange ich wirklich auf einen Wechsel warten bzw. laufen musste. Schon bald ging es nämlich von der breiten Straße auf einen engen Waldweg, teils moddrig und es war für die Radfahrer schwierig, an den Läufern vorbei zu fahren. Erschwert wurde das Ganze dann noch durch einen heftigen und längeren Anstieg, bei dem ich sogar Probleme hatte, an schiebenden Radfahrern vorbei zu laufen. Dann war dieser Anstieg geschafft und es ging auf breiter Straße weiter. Langsam machte ich mir aber ernsthaft Sorgen, ob mich Martina im Pulk vielleicht übersehen hatte und vorbei gefahren ist. Plötzlich rief es von hinten "Hallo Anett". Es war zwar "nur" Kathrin auf ihrem Weg zu Dieter, aber nun war ich guter Dinge, dass ich nicht übersehen worden bin. Kurz danach hatte mich dann auch Martina eingeholt und wir konnten nach ca. 4,5 km wechseln. War aber auch bitternötig, da ich mit so einer langen Strecke nicht gerechnet hatte und etwas zügiger losgelaufen bin. Doch über eine Pace von 5:03/km bei diesem Anstieg und brutto gemessen war ich mehr als erstaunt. Mein lieber Scholli. Denn am Limit war ich noch nicht gewesen. Die nächsten km ist dann Martina immer knapp 3 km gelaufen, während ich es bei reichlich 2 belassen habe, mir stak der erste Abschnitt doch ganz schön in den Knochen. Doch zum Glück habe ich mich auf dem Rad recht gut erholen können, da ich gleich den Anschluss gesucht habe.

Nach meinem 3. Abschnitt geriet ich aber in völlige Panik und Hilflosigkeit. Beim Losfahren lies sich das Rad nämlich nicht fahren, ich konnte nur im Leerlauf treten und bin nicht vorwärts gekommen. Nun war guter Rat teuer. Erst dachte ich, dass die Kette abgesprungen ist. Da habe ich eine Weile rumgefummelt und mir schöne schwarze Finger geholt ;o). Dann habe ich aber gesehen, dass die Kette auf dem kleinsten Kranz liegt und da ich mich mit dem Rad nicht auskannte, habe ich einen anderen Teilnehmer gefragt, der gerade am Rand stand. Er hat mich dann in die Schaltung eingewiesen, die bei diesem Rad auf beiden Seiten war. Ich muss sie beim Bremsen wohl versehentlich betätigt haben. Naja, typisch Frau. Ich hätte mich ja vor dem Lauf mal einweisen lassen sollen ;o).
Martina war inzwischen gefühlt meilenweit enteilt. Nun musste ich in Eilfahrt durch den engen holprigen Feldweg an den ganzen anderen Läufern und Radfahrern vorbei, was ganz schön Kraft gekostet hat. Aber ich war heilfroh, dass ich überhaupt wieder fahren konnte. Nicht auszudenken, wenn es wirklich eine Panne gibt...

So gingen dann die km dahin. Es war nie langweilig oder eintönig, eben toll, wenn man einen Begleiter hat. Auch die Zuschauer waren klasse, viele bekannte Gesichter unter ihnen, die uns persönlich anfeuerten. Eine ganz tolle Leistung lieferte aber unser Vereins-Vorsitzender ab, der an sage und schreibe 5 Stellen mit seinem Anhang stand und Fotos von uns allen Läufern schoss, die sich ja über einen großen Zeitrahmen hinzogen. Grandios!!!

Die Strecke selbst war nicht immer einfach zu laufen, teilweise sehr matschig und hügelig. In der Regel trafen mich diese Bergauf-Laufabschnitte, aber auch mit dem Rad sind sie nicht einfach zu bewältigen. Einmal habe ich sogar meine Partnerin abgehängt ;-). Überhaupt habe ich am Berg oft überholt, ein ganz neues Gefühl.
Gegen Ende haben wir die Wechselabschnitte verringert, es war einfach effektiver, denn die Müdigkeit setzte eher ein. Wir hatten aber keine Ahnung über unsere Platzierung. Ständig bewegten wir uns in einem Pulk mit gemischten oder Männer-Paaren, in der Regel immer die gleichen. Doch ich bekam auf den letzten km mit, dass wir von den Zuschauern Sonderapplaus bekamen, weil wir ein Frauenteam waren. Da muss es vor uns noch nicht so viele gegeben haben. Das spornte noch mal mächtig an und wir schafften sogar wieder Abschnitte unter 5min/km. Und dann waren wir in genau 3:44:00 h für 43,5 km im Ziel, auf dem letzten km noch ein paar Männerpaare überholend ;-). Doch der Transponder wollte einfach nicht piepen, was später noch eine Rolle spielen sollte. Ich hatte angenommen, dass ich es nur nicht mitbekommen habe.

Danach haben wir uns etwas gestärkt und dann wollte ich unsere Urkunden abholen. Aber die waren einfach noch nicht fertig gedruckt. So haben wir dann die Siegerehrung abgewartet und nun gab es die Überraschung. Wir wurden als 4. Frauenpaar auf die Bühne gerufen und bekamen dann dort unsere Urkunde und auch einen Preis. Da konnte ich ja lange warten ;o).
Auf dieser stand dann eine andere Zeit als die von uns gestoppt und in der Ergebnisliste habe ich dann am Abend gesehen, dass auch 4 Männerpaare plötzlich vor uns platziert waren, die wir hinter uns gelassen hatten. Also gab es doch ein Problem mit dem Transponder.
Eine Mail an den Zeitnehmer hat auch dieses Malheur korrigiert, da es eine manuelle Einlaufliste gab. So sind wir dann 4. von 24 Frauenpaaren und 148. von 253 Paaren insgesamt geworden. Damit sind wir total zufrieden und ich habe meine Schmach aus dem Vorjahr getilgt, denn ich bin im Schnitt fast 40 Sekunden pro km schneller gewesen als im letzten Jahr.

Als wir dann zum Auto gehen wollten, hat mir mein unbekannter Radbau-Helfer gratuliert und ich mich bei ihm noch mal bedankt.
Eine wirklich tolle Veranstaltung, die wir im Anschluss noch ein wenig feiernd gewürdigt haben.