Montag, 27. Oktober 2008

2. Schlaubetal-Marathon

Endlich eine Nachbetrachtung dazu, stattgefunden hat er ja bereits am 18. Oktober.

Ich verbinde mit diesem Lauf sehr viel. So geht er doch quasi an meiner Haustür vorbei, es war mein erster Marathon überhaupt und weil ich ihn im letzten Jahr unbedingt laufen wollte, habe ich überhaupt mit ambitioniertem Training begonnen.

Dieses Jahr war ich erstmalig als Vereinsmitglied mit der Durchführung und Organisation beschäftigt und zusaammen mit Sonja für die Startnummernausgabe eingeteilt. Darauf freute ich mich, ist es doch eine gute Gelegenheit, mit den Läufern in Kontakt zu kommen. Gerade das gehört doch auch zu einer familiären Laufveranstaltung. Ach, apropos Familie, auch meine große Tochter hat den letzten Verpflegungsstand mit besetzt und Frank ist den Halbmarathon gelaufen.

Am Freitag nachmittag sollte es losgehen und schon vor mir war der erste Läufer da, der seine Startunterlagen vorfristig abholen wollte. Er hat sie natürlich bekommen. Zwischendurch gab es aber noch mit den Getränkekisten und Verpflegungsbeuteln genug zu tun.

In unserem Bereich war noch ein Stand aufgebaut, wo es die Schlaube-Taler gab. Das ideale Carboloading. An diesem Abend kamen die Startnummern-Abholer noch etwas zögerlich, so dass auch kleinere Pausen entstanden.

Naja, ich glaube, wirklich langweilig war es Kathrin nicht ;-).

Am nächsten Morgen war ich dann gegen 6.45 Uhr wieder im Meldebüro. Wirklich viel Schlaf hatte ich nicht abbekommen, denn nach meinem Mondlauf konnte ich auch nicht gleich schlafen.

Bevor die ersten Läufer kamen, habe ich noch mitgeholfen, die Autos für die Verpflegungsstände zu beladen. Und dann ging es los. Da am Abend vorher weniger als die Hälfte ihre Tüten abgeholt haben, gab es doch einen ganz schönen Ansturm. Aber alle waren geduldig und ich hatte oft Gelegenheit, noch ein paar Worte zu wechseln und mit bekannten Läufern auch ein kleines Schwätzchen zu machen. Etwas enger wurde es nur, weil es sehr viele Nachmeldungen gab und ich diesen Stand nebenbei noch mit abkassiert habe und so immer zwischen 2 Tischen hin- und herhopsen musste. Aber ich bin doch Läufer! Und Nachmeldungen gab es wahrlich genug. Wir waren wirklich erstaunt und ich hätte nicht gedacht, dass so viele Läufer mehr als zur Premiere kommen. Irgendwann kurz vor 10 Uhr war der Ansturmmit einem Schlag vorüber und ich hatte Gelegenheit, zum Start zu flitzen und ein paar Fotos zu schießen.

Kathrin und Elke vor dem Start

Hier startet der Pulk mit Frank im Hintergrund.

Es dauerte dann auch gar nicht lange und der Sieger des 10km-Laufs tauchte schon wieder auf. Das hieß für uns, dass die Läufer ihren Chip zurückgeben, um dafür den Pfand zurückzubekommen. Zwischendurch habe ich immer mal Ausschau nach meiner Kollegin, die das Walking gewonnen hat, und Frank gehalten. Er wollte im Halbmarathon eine Zeit unter 1:50h laufen. Und tatsächlich tauchte er dann vor dem Meldebüro auf.

Er signalisierte, dass die Zeit reicht, man sieht es ihm ja auch an :-). Ich bin dann schnell zum Ziel auf die andere Stadionseite geflitzt, um auch dort noch fotografieren zu können.

Am Ende war Frank dann mit 1:48h sehr zufrieden, zumal es auch wesentlich lockerer als im letzten Jahr lief.

Danach hieß es für mich wieder zurück zur Chiprückgabe, wo der Ansturm inzwischen wuchs. Dieses Jahr hatten die Organisatoren mit entsprechend passendem Rückgabegeld vorgesorgt, weil es im letzten Jahr Probleme gab. Doch dann gingen Teile des Geldes zur Neige und der Finanzminister stak unterwegs hinter einer Schranke fest. Naja, wir haben etwas improvisiert und auch die Läufer waren verständnisvoll. Irgendwann hatten wir die benötigten Summen und es konnte in Ruhe weitergehen.

Ansonsten lief alles reibungslos und wir haben von vielen Läufern ein unglaublich positives Feetback über die gesamte Organisation bekommen. Und viele haben sich gleich bis zum nächsten Jahr verabschiedet. Da lohnt sich doch der ganze Aufwand!

Dann habe ich meine Tochter eingesammelt, der es an ihrem Verpflegungsstand gut gefallen hatte, und bin nach Hause fahren. Dort schnell duschen und zur Party ins Festzelt, die den aufregenden Tag wirklich abgerundet hat. Denn dort wurde noch ausgiebig getanzt.

Und eines steht schon fest: im nächsten Jahr gibt es den 3. Schlaubetal-Marathon!!!

Sonntag, 26. Oktober 2008

Manchmal hilft wenig Training viel

Seit dem Berlin-Marathon vor 4 Wochen bin ich genau 6 mal gelaufen. Erst waren es Fußprobleme und dann fehlende Zeit, die mich daran hinderten. Die einzige intensive Einheit waren die 5x1000m letzte Woche, mit denen ich aber sehr zufrieden war. Dafür war mein letzter Lauf vor 6 Tagen.

An Wettkämpfe wollte ich eigentlich erst mal keine Gedanken verschwenden. Aber da Kathrin zum Branitzer Parklauf nach Cottbus wollte, bin ich einfach mitgekommen. Schaden kann es ja nicht! Und 10 km sollten immer irgendwie gehen.

Auf unserer Hinfahrt hatten wir wieder unseren obligatorischen Verfahrer, aber wir hatten dafür genug Zeit eingeplant ;-). So konnten wir uns auch noch warmlaufen, was bei der Kälte heute morgen auch wirklich reichlich nötig war. Ich bin nach dem Startschuss recht vorsichtig angegangen, denn ich wusste ja selbst nicht, was nach der Trainigspause so möglich ist. Dann habe ich es aber doch etwas laufen lassen und die km 2-4 waren um die 5 min. Danach hat sich das ganze bei etwa 5 Sekunden mehr eingependelt, nur der 8. km war einiges langsamer. Da es dort aber einige Spitzkehren zu bewältigen gab, hatte wohl der Garmin eher ein kleines Problem, als dass ich viel langsamer geworden bin.
Die Strecke durch den herbstlich angehauchten Branitzer Park war wunderschön und abwechslungsreich. Durch viele Kurven und auch kleinere Hügel aber nicht ganz einfach zu laufen.
Trotzdem habe ich mein Tempo bis zum Schluss halten können und war dann nach 50:54 min im Ziel (Gesamt-9. von 31 und AK-3.von 8). Ich hätte vorher nie für möglich gehalten, die 51:29 min von der City-Nacht im August verbessern zu können, da ich doch recht wenig trainiert habe. Scheint also noch ein wenig Marathonform vorhanden zu sein oder ich war einfach ausgeruht genug.

Nach dem Auslaufen haben dann Kathrin und ich uns ein Weizenbier gegönnt und dazu die Annemarie-Polka getanzt. Das hatten wir uns wirklich verdient :-).

Nun gibt es für 2009 wirklich nur noch ein Ziel: die 50 min werden fallen.

Freitag, 24. Oktober 2008

AWARD

Bevor ich hier über die Ereignisse der letzten Woche berichte, muss ich noch was Wichtiges loswerden. Ich habe nämlich von Elke den hier bekommen. Danke, liebe Elke.
Und das schon vor Wochen, ich habe es nicht mal mitbekommen. Ich hoffe, du kannst mir verzeihen, dass ich deinen Post nur so halb gelesen habe :-(.

Und da alle Blog´s, die ich regelmäßig lese, schon einen bekommen habe (hoffentlich liege ich jetzt mit dieser Behauptung richtig), behalte ich ihn einfach. Ich wüsste auch nicht wirklich, wohin ich ihn vergeben würde. Ich lese einfach alle Blog´s unheimlich gern, jeder ist eben einzigartig und jeder hat seine ganz individuelle Schreibe.

Freitag, 17. Oktober 2008

Fastvollmondlauf...

...weil der Vollmond schon vorgestern war ;-). Aber der Reihe nach.

Heute vormittag noch ein wenig im Büro geschafft, eher Feierabend gemacht, so dass ich Punkt 14 Uhr in der Schlaubetal-Marathon-Startnummernausgabe war. Noch vor mir war schon der erste Kunde da, obwohl das Büro offiziell erst ab 16 Uhr geöffnet hat. Aber so genau nehmen wir es da nicht ;o). Der Andrang hielt sich insgesamt noch in Grenzen, mehr als die Hälfte der Starter wird sich die Startnummer erst morgen früh holen. Das heißt ruhig Blut bewahren, denn dann staut sich alles in weniger als 2 Stunden. Das ist aber alles Kinderkram gegen das, was Kathrin und Bianka zu organisieren und bedenken haben...

Gegen 21:45 Uhr war ich dann zu Hause. Und da ich gestern vor dem Regenschauer gekniffen habe und mir nach Bewegung war, stand ich kurz danach in Laufklamotten und -schuhen startbereit im Flur. Kommentar meines Mannes: "Die Alte spinnt" ;o).
Inzwischen war es sternenklar und der Fastvollmond schien hell, keine Spur mehr vom Sturm, Regen und Hagel des Tages. So habe ich den Lauf vom Winter wiederholt und bin durch den Wald zur Grube Puck. Einfach mystisch, dieses Licht-Schatten-Spiel des Mondes. Als ich am See kurz verweilt habe und mich von der einmaligen Stimmung habe einnehmen lassen, rannte plötzlich wenige Meter neben mir etwas davon. War wohl ein Fuchs, so ganz genau habe ich es nicht erkannt. Doch nun bin ich schnell zurück gelaufen, noch mehr oder größere Tiere wollte ich nicht aufscheuchen. Nach genau 5,5 km war ich wieder zu Hause, total zufrieden, mich zu diesem wunderschönen Lauf aufgerafft zu haben.

Nun kann morgen, was gleich beginnt, kommen. Ich bin schon ganz gespannt, diesen Lauf nun aus der anderen Perspektive zu erleben.

Dienstag, 14. Oktober 2008

Zauberschuhe

Der Fuß machte sich weiterhin bemerkbar. Nach dem letzten Dienstag habe ich den nächsten Lauf erst am Samstag versucht. Bei schönstem Herbstwetter ging es in meinen Wald und eine ganze Weile merkte ich Nichts. Doch nach 4 km, genau an der Stelle, wo ich über die Streckenlänge entscheiden wollte, trat der Schmerz wieder auf. Also nur die kleine Runde und ich war froh darüber, denn angenehmes Laufen war es nicht mehr.
Da ich aber am Sonntag beim normalen Gehen nichts mehr spürte, nächster Versuch am Nachmittag. Ich WOLLTE einfach laufen.
Dafür habe ich endlich meine auf der Marathonmesse erworbenen neuen Laufschuhe eingeweiht. Chic sehen sie aus, schnell angezogen und los ging es. Einfach so beschwingt vor mich hin. Und plötzlich war ich viel schneller als geplant. Was sagt der Fuß? NICHTS. An der großen Waldkreuzung nach 4 km, dort kann man in 5 Richtungen laufen, immer noch alles ok. Also die etwas größere Runde eingeschlagen. Und weiter ging es im recht flotten Tempo. Und der Fuß sagt NICHTS. Tatsächlich ruhig war er, bis ich nach 11,5 km zu Hause war.
Waren es die neuen Schuhe? Es MUSS an den neuen Schuhen gelegen haben. Denn:

Heute wollte ich mal wieder etwas Tempo laufen. Genauer 5x1000m-Intervalle mit 3 min. Pause, wie ich sie schon Monate nicht mehr gelaufen bin. Einfach mal schauen, was ich überhaupt im Moment drauf habe. Mit 4:56/5:02/4:49/4:57/4:43 bin ich wirklich zufrieden. Während die Strecke bei Nr. 1,3,5 unmerklich leicht abschüssig war, ist sie bei Nr. 2 und 4 dafür merklich leicht ansteigend gewesen. Und der Fuß hat auch wieder NICHTS gesagt. Man kann es bestimmt erraten, ich hatte die neuen Schuhe an. Also wirklich Zauberschuhe!!!

Doch für sie muss ich nun Platz im Schuhregal schaffen und mich von meinen allerersten, bewusst gekauften, Laufschuhen trennen. Ich bin schon lange nicht mehr mit ihnen gelaufen, aber trennen konnte ich mich noch nicht. Waren es doch die Schuhe, die mich die ersten Wettkämpfe begleitet haben und in denen ich den ersten Marathon gelaufen bin.
Doch nun ist es soweit, sie werden in die ewigen Jagdgründe entlassen!

Alt und Neu

Dienstag, 7. Oktober 2008

Ungeplanter Fahrradausflug

Nach dem Berlin-Marathon hatte ich mir eine Laufpause von einer Woche verordnet, die ich sogar einhalten MUSSTE. Denn 3 Tage nach dem Lauf (warum eigentlich so spät???) begann mein linker Fuß am Außenrist zu mucken. Merkwürdigerweise tut ihm Barfußlaufen am besten. Vielleicht waren 42 km Asphalt in Lightweight´s für meine Waldboden gewohnten Füße doch ein bisschen viel.

Nun wollten aber Kathrin und Bianka am Sonntag die Schlaubetal-Marathonstrecke ablaufen. Ich wollte sie begleiten und auch ein Stück zu Fuß bewältigen. Aber am Morgen merkte ich schon, dass Laufen nicht geht :-(. Und die gesamte Strecke mit dem Rad traute ich mir auch nicht zu, zumal ich als ungeübte Radfahrerin an schwierigen Stellen das Rad hätte schieben müssen, was ich dem Fuß wieder nicht zumuten wollte.
Also wollte ich sie nur an der Bremsdorfer Mühle mit dem Auto abpassen. Um kurz vor 10 Uhr hatte ich dann einen Geistesblitz (kommt ab und zu mal vor :o)), statt mit dem Auto doch mit dem Rad auf den gut ausgebauten Radwegen hinzufahren. Denn ab dieser Stelle ist die Marathon-Strecke gut mit dem Rad befahrbar. Nun musste alles ganz schnell gehen: Tee kochen, umziehen, Rad aufpumpen und ab ging es. Man, war das windig. In Richtung Fünfeichen, natürlich bergan, hatte ich den Wind von vorn seitlich und später noch frontal. Aber da ging es wenigstens bergab. So habe ich dann 41 min für die knapp 14 km gebraucht, aber auch die anderen waren noch nicht an der Bremsdorfer Mühle angekommen.
Aber kurz danach kam Kathrin angebraust, die sich erstmal eine zünftige Pause gegönnt hat ;o). Kurz danach erschienen dann auch Bianka und Werner und nach einer kurzen Stärkung ging es dann immer den Treppelsee entlang bis zum Forsthaus Siehdichum. War schon lustig, wie wir 3 Radfahrer eine Läuferin vor uns "hergetrieben" haben (bildlicher Beweis fehlt, weil mein Fotoapparat leider ausgestiegen ist). Danach ging es dann den berühmtberüchtigten Kopfsteinpflasterweg, der Rad samt Fahrer ordentlich durchschüttelt, bis nach Drei Tannen. Während die anderen weiter den Marathonspuren gefolgt sind, bin ich die 4 km direkten Weg auf der Straße nach Hause geradelt.
Am Ende waren es ca. 28 km, die ich doch gespürt habe. Und positiver Nebeneffekt war, dass am Abend der Fuß bedeutend weniger schmerzte.

Und da dieser Trend anhielt und auf Grund der längeren Laufpause mein Rücken muckerte, bin ich heute zum ersten Mal wieder 7,5 km gelaufen. Der erste km war so, als wäre ich noch nie gelaufen, doch dann lief es erstaunlich gut. Lediglich beide Fußgelenke fühlten sich noch strapaziert an und auch der Schmerz im Fuß selbst machte sich leicht bemerkbar. Aber es war aushaltbar. Konditionell dagegen war (bin) ich super drauf, mein Puls hat heute astronomische Tiefen erreicht. Superkompensation???

Freitag, 3. Oktober 2008

Mein Berlin-Marathon

Endlich habe ich die Zeit für einen Eintrag, denn nach Berlin ging es bis gestern verrückt weiter. Das Leben besteht eben nicht nur aus Laufen ;o).

Ja, Berlin, für mich war es auf jeden Fall eine Reise wert :-).
Los ging es mit Kathrin am Samstag mittag. Zur Messe sind wir noch ganz gut durchgekommen, nur die Parkplatzsuche gestaltete sich etwas schwierig. Auf der Messe war es nicht ganz so voll, die meisten Läufer waren wohl schon an den Vortagen ihre Startnummern abholen gewesen. Während Kathrin ein paar neue Laufschuhe anprobierte, bemerkte ich, dass ich meine Marathonlaufschuhe unter Apfelschorle gesetzt hatte. Ach du Sch..., aber sie sind zum Glück bis zum nächsten Morgen trocken geworden. Als Dank für die Hilfe des netten Verkäufers habe ich mir auch noch ein paar Schuhe gegönnt ;-).

Danach sind wir ins "Mangoo" zum Forumstreffen, aber die Beteiligung hielt sich etwas in Grenzen. Trotzdem war es ein sehr netter Abend mit Foris und Machern von Runner´s World, die für jeden Teilnehmer noch ein Shirt dabei hatten.
Anschließend bin ich mit Binchen, meiner Gastgeberin, zur Läuferandacht in die Gedächtniskirche. Eine neue Erfahrung für mich und die Vortragenden allesamt selbst Marathonläufer.

Am nächsten Morgen ging es dann mit der U-Bahn zur Friedrichstraße, wo ich mein Gepäck eingeschlossen habe. Dann sind wir mit dem Läuferstrom bei strahlender Morgensonne zum Startgelände. Auch wenn die Wege recht weit waren, haben wir alles schnell gefunden und eine viertel Stunde vor Start standen wir im Startblock. Den Laufbericht selbst habe ich schon im Forum verewigt.

Da lief es noch locker - Kurz hinter der Gedächtniskirche bei km 36

Es war einfach gigantisch. Ich bin immer noch erstaunt, dass diese gleichmäßige Geschwindigkeit, wie ich sie mir vorgenommen hatte, auch geklappt hat. Und ich bin diesen Marathon in einer höheren Pace gelaufen, als die 10 km Frauenlauf im Mai in Berlin.
Etwas Luft war auch noch, denn die Strecke war von Anfang bis Ende unheimlich voll und gerade die Getränkestellen und Engpässe haben Zeit gekostet. Aber das ist völlig egal, ich bin mit 4:08:46 h mehr als zufrieden. So eine Zeit konnte ich noch vor enigen Wochen nie und nimmer erwarten und es war ja auch erst mein 2. Marathon. Damit habe ich auch das 3. Saisonziel sub4:30h geschafft :-).
Für dieses verrückte Laufjahr gilt nun: Ende gut, alles gut!!!

Rein muskulär geht es mir wieder super, am Mittwoch war der Muskelkater verschwunden und heute war mir wie schon wieder laufen. Nur mein linker Fuß muckt in Schuhen am Außenrist, am besten ist Barfußlaufen. Vielleicht will mir mein Körper sagen, dass ich doch noch etwas Pause machen soll. Ich werde mich dran halten!

Dienstag, 23. September 2008

Ereignisreicher September

Dieser Monat hat es wirklich in sich. Aber zum Glück ließ sich der Trainingsplan zwischen sämtlichen Ereignissen platzieren. Das wusste ich vorher und deswegen war es auch kein Stress für mich.

So konnte ich an dem einzigen unverplanten Wochenende des Monats den geforderten Halbmarathon laufen. 2 Tage später bekamen wir dann Besuch von Arvid, unserem schwedischen Gastschüler. In dieser einen Woche seines Aufenthaltes hatten er und Franziska, unsere Jüngste, ein umfangreiches Programm. Für die Kinder war es schon Stress, jeden Tag ging es spät ins Bett. Aber sie haben in der Gruppe viel gemeinsam auch in Eigeninitiative unternommen, so ging es in die Schwimmhalle, zum Bowling oder zu McDonald´s. Für uns als Eltern waren reichlich Fahrdienste angesagt, der Nachteil, wenn man auf dem Dorf wohnt. Unsere Tochter hat sich wirklich vorbildlich um ihren Gast gekümmert, er war aber auch ein aufgeweckter Junge, sehr interessiert für das fremde Land.
Den freien Familiensonntag haben wir im Filmpark Babelsberg verbracht, auch in einer größeren Gruppe. Dort hat es allen gut gefallen und als Highlight lief uns noch Pierre Brice über den Weg.
Letzten Donnerstag stand dann meine letzte härtere Einheit an: 3x4000m im MRT. Ich wollte diese Abschnitte in 23 min laufen und war über die erreichten 22:59, 22:50 und 22:38 zufrieden, zumal ich mir bewusst keine Asphaltstrecke ausgesucht hatte, sondern über Schotter, Wurzeln, Sand,... gelaufen bin.

Am Freitag ging es dann zum Familientreffen unserer Studienfreunde nach Jena. Dieses findet einmal im Jahr statt und ist immer ein besonderes Ereignis. Wo gibt es noch nach fast 20 Jahren so einen Zusammenhalt in so einer großen Gruppe. Dieses Jahr waren wir mit 10 Familien 33 Personen, die aus allen Teilen des Landes kamen. Klar, dass da die beiden Nächte immer recht kurz sind, denn es gibt viel zu erzählen und gemeinsam gesungen wird auch.
Am Sonntag stand dann mein letzter langer Lauf an und auf Grund der noch vorhandenen Müdigkeit hatte ich doch ganz schön zu kämpfen.

Gestern galt es dann Koffer zu packen, da Franziska nun heute früh für eine Woche nach Schweden geflogen ist.
Am Nachmittag gab es dann einen schönen lockeren Schlapper-Plapper-Lauf mit Kathrin über 8 km. Zu Beginn hatte ich etwas schwere Beine und wir waren auch etwas langsam, aber mit der Zeit ging es unbemerkt immer lockerer und auch schneller.

Noch 2 kuze Läufe und dann steht das Hauptereignis des Monats für mich an. Ich denke, ich bin gut gerüstet, der Rest ist von der Tagesverfassung abhängig.
Aber die Spannung steigt, mit den Fahrplänen habe ich mich heute auch schon ausgiebig befasst (für die An- und Abreise, nicht für zwischendurch).
Und damit es anschließend nicht ganz langweilig wird, werde ich am Sonntag Abend direkt von Berlin nach Leipzig zu einem Lehrgang fahren. Zum Glück muss ich da nur sitzen und da er in einem Hotel stattfindet, wird es wohl auch Fahrstühle geben ;-).

Samstag, 13. September 2008

Lange laufen und dann noch tanzen...

Unsere Jüngste hat gerade ihren schwedischen Austauschschüler zu Gast, was ein bisschen Organisation innerhalb der Familie erfordert.
Da die Beiden heute einen ganztägigen Ausflug mit der Schule hatten, habe ich kurzerhand meinen letzten langen Lauf um einen Tag nach vorn verlegt.

Eine Überraschung gab es am frühen Morgen. Das Thermometer zeigte nur 5°C. Also das erste Mal mit langärmeligem Shirt und 3/4-Hose losgelaufen. Und diese Wahl sollte sich als genau richtig erweisen, denn es blies ein kalter Wind und da ich viel im Wald laufe, hat auch die Sonne nicht wirklich wärmen können.
Bis auf eine Gebüschpause gleich nach 2 km war ich super unterwegs. Keine Spur von schweren Beinen wie beim Halbmarathon. Also habe ich diesen gut verkraftet.
Ich habe aber von Beginn an drauf geachtet, nicht zu schnell loszulaufen. Aber das Bremsen war nicht einfach. Und so war ich lange Zeit in Pulsbereichen wie noch nie unterwegs. Erst ab km 13 habe ich die Beine leicht gespürt, bis dahin war es wie ein Automatismus. Und so spulten sich die Kilometer nacheinander ab. Erst ab km 25 ging der Puls nach oben und obwohl der Magen knurrte, musste ich heute nicht zu meinem Notriegel greifen, wie noch vor 2 Wochen. Klar waren die letzten km schwer, die Beine müde, aber ich hatte immer noch genug Kraft, die letzten 1,5 km zu beschleunigen.
Am Ende hatte ich dann 32,3 km in 3:35:07 auf dem Garmin stehen, das entspricht einer Pace von 6:39 bei Puls 146. Es war der schnellste aller langen Läufe mit dem niedrigsten Puls und ich bin bis auf die Gebüschpause komplett durchgelaufen.
Als Vergleich: vor 12 Wochen bin ich beim AirportRun-HM mit 7:00 und einem Puls von 157 gelaufen.
Ein bisschen stolz bin ich schon auf diese Entwicklung und nun auch sehr zuversichtlich für den Berlin-Marathon. Jetzt heißt es vor allem gesund zu bleiben.

Nach einer ausgiebigen heißen Dusche gab es Carboloading und eine verdiente Mittagsruhe.
Heute Abend stand dann noch ein Line-Dance-Auftritt an. Was waren wir wieder alle nervös, schließlich sollten wir auf einer Hochzeitsgesellschaft von über 100 Leuten tanzen. Vor so einem Auftritt treffen wir uns immer noch mal, um zu üben. Das geschah heute in diesem Dorf an der Bushaltestelle. Im Halbdunkeln die CD in einen Autorekorder geworfen und los ging es. Aber so doll kann es nicht gewesen sein, denn unmittelbare Anwohner schlossen ihre Fenster und Jalousien ;o(.
Naja, wenigstens ging dann der Auftritt fast (ganz klappt es sowieso nie) perfekt über die Bühne und der Applaus war groß.
Und das Erstaunlichste für mich war, dass ich trotz der vielen km in den Beinen keine Probleme beim Tanzen hatte.
Ein rundum gelungener Tag!

Montag, 8. September 2008

Lauf im Zeichen des Sterns

Gestern stand als Formüberprüfung lt. Steffny-Plan ein Halbmarathon an.
Der nächstgelegene fand mit dem Mercedes-Benz-Halbmarathon in Berlin-Tegel statt.
Trotzdem stand mir noch eine Auto-Tour von 1,5 h pro Richtung bevor. Und da der Lauf bereits um 9 Uhr startete, klingelte der Wecker schon um kurz nach 5 Uhr. Wer mich kennt, weiß, welches Opfer ich dafür bringe ;-). Und alles wegen eines Marathons.

So war ich dann gegen 7.45 Uhr an Ort und Stelle, unausgeschlafen, aber wenigstens der Regen, der mich die ganze Fahrt begleitete, hatte aufgehört. Und das sollte so bleiben! Dann habe ich meine Startunterlagen im entsprechenden Autohaus geholt und durfte die ungewöhnliche Startnummer 900 mein eigen nennen. Irgendwo zwischen den Nobelkarossen und den Verkaufsplätzen habe ich wie andere Läufer noch meinen Rucksack deponiert, das Ganze hatte schon ein recht seltenes Flair. Dann habe ich mich mit Binchen aus dem Forum getroffen, die bei diesem Lauf Heimspiel hatte.
Zusammen sind wir dann zum Start, ein bisschen noch in Laufrichtung eingelaufen und in die 3. Reihe einsortiert. Dann ging es schon los und erst habe ich mich vom Pulk mitziehen lassen. Aber beim Blick auf den Garmin, der eine Pace von unter 5 min verriet, habe ich mich schnell zurückfallen lassen, denn ich wollte mit 5:30 min angehen.
Ich merkte von Beginn an schwere Beine, was mich auf Grund des Trainingspensums der letzten Woche aber nicht wirklich verwunderte. Dafür war ich mit einem sehr niedrigen Puls unterwegs, so dass ich wie bei der City-Nacht wieder eher nach Puls als nach Pace gelaufen bin. So pegelte ich mich bei einer Pace um 5:20 min ein. Die erste Getränkestelle bei km 3 habe ich ausgelassen, so dass ich einen gleichmäßigen Lauf beibehalten konnte. Kurz vor km 6 kam eine Fußgängerbrücke, die im Kreisel 360° steil nach oben ging und am Ende der Brücke wieder das gleiche Spiel nach unten. Dort habe ich zum ersten Mal Geschwindigkeit verloren, da man es abwärts auf Grund der Kurve nicht so rollen lassen konnte.
Irgendwann war dann die erste Runde geschafft und ich war immer noch (ungewollt) auf 1:53h-Kurs, Durchgangszeit für 10 km war 53:43min. Aber nach wie vor lief ich nicht so locker wie bei der City-Nacht, als die Beine nahezu flogen. Deshalb war ich schon verwundert, so gleichmäßig und für meine Verhältnisse schnell zu sein.
Auf der 2. Runde ging es dann ab der Brückenphase zunehmend schwerer. Die Beine wollten einfach nicht schneller, denn vom Puls her wäre lt. anderer HM´s noch Platz gewesen. Nachteilig war auch, dass ich zu dem Zeitpunkt keinen direkten Kontakt zu anderen Läufern hatte. So habe ich dann von km 15-19 ca. 1,5 Minuten (!) verloren. Zum Schluss lief es wieder besser, auch weil ich mit einer zu mir aufgelaufenen Läuferin gemeinsam dem Ziel entgegen gelaufen bin. So war der letzte km in 5:15 min wieder richtig schnell.

In 1:54:23 h bin ich dann über den Zielstrich. Damit habe ich meine alte PB aus meinem allerersten HM um fast 4,5 min unterboten. Klar war ich über die Zeit erst mal mehr als glücklich, schließlich hatte ich auf eine 1:56 h gehofft. Aber im Nachgang muss ich sagen, dass mehr drin gewesen wäre. So ein richtiges Zufriedenheitsgefühl will sich einfach nicht einstellen. Will ich jetzt zuviel?

Nach dem Lauf haben Binchen und ich die Soforturkunde geholt und uns IM Autohaus ausgiebig gedehnt. Die Medaille ist übrigens sehr schön, hat die Form der Laufstrecke und den entsprechenden Stern in der Mitte. Dann ging es zu Sabine nach Hause, wo eine warme Dusche und ein leckeres Mittagessen auf uns wartete.

Heute bin ich noch ganz schön kaputt und habe sogar Kopfschmerzen gehabt, was bei mir äußerst selten vorkommt. Hoffentlich kein schlechtes Zeichen, im letzten Jahr war ich ja 3 Wochen vor dem Marathon krank.
Die erreichte Zeit hat insofern ihr Gutes, dass ich nun den Marathon ganz entspannt angehen kann, denn unter 4 h ist definitiv nicht drin.
Nun noch ein langer Lauf, einmal lange Intervalle im MRT und dann geht es schon bald los. Berlin, ich komme!!!

Saisonziel 2, den HM in sub 1:55 min habe ich damit auch erreicht. Was will ich eigentlich mehr?

Mittwoch, 3. September 2008

Paris Teil 2

Am nächsten Tag ging es zum Louvre. So genaue Vorstellungen, was uns dort erwartet, hatten wir nicht. Nur, dass es das weitläufigste Museum der Welt ist und halt die "Mona Lisa" zu besichtigen ist. Letztere aber nur über viele andere Köpfe hinweg.
Es gab aber noch viele andere Bilder, die uns mindestens genauso gut gefallen haben. Zum Glück gab es einen Übersichtsplan, wo man welche Kunstwerke, geordnet nach Art, Epoche und Ländern, finden konnte. Irgendwie waren wir aber nicht überrscht, die deutschen Werke mit bekannten Dürerbildern in der obersten Etage in der hintersten Ecke zu finden. Wir haben dann sehr stark ausgewählt, denn alles KANN man nicht an einem Tag besichtigen. Wirklich beeindruckt waren wir noch von den freigelegten mittelalterlichen Grundmauern der ersten Festung.
Insgesamt haben wir dann fast 4 Stunden im Louvre zugebracht. Da wir bei einem kühlen und bedecktem Morgen aus dem Haus sind, waren wir bei mittlerweile sommerlichen Temperaturen viel zu warm angezogen. Also sind wir zurück ins Hotel und haben dann zu Fuß die direkte Hotelumgebung erkundet. Erst sind wir zum schön angelegten Friedhof von Montmartre gelaufen. Dort lagen so bekannte Größen wie Heinrich Heine, Victor Hugo und Jacques Offenbach. Aber so richtig beeindruckend war das Grab von Dalida.
Dann ging es noch zur Moulin Rouge und über einen Umweg wieder zur Sacre Coeur, wo wir den restlichen Abend verbrachten.

Am letzten Tag standen noch der Invalidendom und die Bastille auf dem Programm. Während der erstere das Grabmal von Napoleon beherbergt, gibt es Letztere nicht mehr wirklich. Aber Frank lies sich erst überzeugen, als wir vor der jetzt an dieser Stelle vorhandenen Oper standen ;-).
Und wenn man schon mal in Paris ist, muss man auch mal in die Galeries Lafayette. Bevor wir dann den letzten Abend wieder im Künstlerviertel verbracht haben, bin ich wieder eine Runde gelaufen. Dieses Mal wollte ich weiter ausholen und habe eine andere Richtung eingeschlagen. Aber nach einer Weile habe ich mich nicht mehr wohlgefühlt, da aich das Gefühl hatte, auf einem anderen Kontinent gelandet zu sein. Da von unserer Provinz völlig ungewohnt, habe ich schleunigst das Weite gesucht und bin die Runde vom ersten Mal gelaufen.

Wunderschön waren diese Tage in Paris. Und viel zu kurz, denn es gibt noch so unendlich viel mehr zu sehen. Wir kommen bestimmt wieder.

Montag, 1. September 2008

Paris Teil 1

Die Kinder werden flügge und die Eltern gönnen sich mal einen Kurzurlaub in Paris. Der erste seit 19 Jahren überhaupt. Unser Quartier hatten wir in einem kleinen Hotel in Montmartre gewählt.

Auf einer Anhöhe stehend und im winzigen Dachzimmer wohnend hatten wir einen herrlichen Blick über Paris.
Schon am ersten Abend zog es uns zur nah gelegenen Sacre-Coeur. Dort und im angrenzenden Künstlerviertel tobte jeden Abend das Leben und jede Menge Touristen waren auf den Beinen.

Am nächsten Morgen fuhren wir mit der Metro zum Place de Concorde und von dort begannen wir unsere Tour per pedes. Auf der Champs-Elysee zum Triumphbogen, dessen ca. 300 Stufen wir natürlich bestiegen.

Von dort oben hatten wir dann einen einmaligen Blick in alle Richtungen. Dann ging es weiter zum Eiffelturm, den wir uns aber nur von unten betrachteten, da wir keine Lust zum Anstehen hatten. Unser vorerst letztes Ziel war die Notre-Dame. Da wir inzwischen etwas fußlahm waren, haben wir ein Stück dorthin mit der Metro zurückgelegt. Die Kathedrale ist wirklich riesig und liegt auf einer Insel, wo es die ersten Besiedlungen von Paris gab.
Wir waren nicht nur in der Notre-Dame und ihren Schatzkammern, sondern haben sie auch umrundet und den schönen Park, der sie umgibt, bewundert. Nur den Glöckner haben wir nicht gesehen ;-).

Während es sich Frank anschließend auf dem Hotelbett gemütlich machte, habe ich mir die Laufschuhe angeschnürt. Kein leichtes Unterfangen im belebten Montmarte. Ich bin zuerst eine Runde abgelaufen, die ich mir auf dem Stadtplan auserkoren hatte. Am Hotel angekommen, war ich dann enttäuscht, erst 3 km auf dem FR stehen zu haben. Also noch ein wenig bergauf und -ab immer Richtung Sacre-Coeur, alle Sackgassen bis zum Ende und wieder zurück... Irgendwann hatte ich dann 7 km geschafft und die Sache beendet. Da lob ich mir doch meinen Wald vor der Haustür, aber man kann nicht alles haben.
Zur Belohnung gab es noch kulinarische Köstlichkeiten an diesem ersten Tag.

Sonntag, 31. August 2008

Langer Lauf

Ich kann nicht sagen, dass ich ihn besonders mag. Aber wenn man Marathon laufen will, gehört er nun mal zum Training dazu.

Zurück von unserem Kurzurlaub aus Paris stand gleich gestern der erste 30er seit fast einem Jahr an. Los ging es bei schönstem Spätsommerwetter. Durch "meinen" Wald knapp 10 km nach Müllrose, einmal um den großen Müllroser See herum und wieder zurück. Die Schwierigkeit besteht darin, dass man auf dem Hinweg ca. 50 Hm verliert, die man auf dem Rückweg wieder "erklimmen" muss. Ist nicht wirklich viel, gerade nach Müllrose nicht spürbar, aber auf dem Rückweg über Schotter-und Waldwege war es zäh. Und so musste ich gestern 3 km vor dem Ziel sogar zu meinem Notriegel greifen, den ich immer bei langen Läufen dabei habe. Gestern habe ich mir nicht vorstellen können, in 4 Wochen noch 12 km mehr laufen zu können...

Während die Seerunde, teilweise mit urwaldähnlicher Vegetation, zu meinen Lieblingslaufstrecken zählt, ist der "Zubringerweg" eintönig. Immer die gleichen Bäume, keine wirkliche Abwechslung. Für die habe ich beinahe selbst gesorgt, als ich an einer Bodenwelle hängen geblieben bin. Als ich nur noch gefühlte 5 mm mit der Nasenspitze vom Erdboden entfernt war, habe ich mich irgendwie noch abfangen können. Reflexe scheinen zumindest nach 23 km bei mir noch vorhanden zu sein ;-). Ein Sturz auf Schotter wäre mehr als schmerzhaft gewesen...

Heute standen 9km an und ich rechnete mit einem sehr zähen Lauf. Die Beine waren auch noch etwas schwer, aber trotzdem lief es erstaunlich gut. Also scheine ich den langen Lauf trotz der Probleme ganz gut verkraftet zu haben. Das ist auch notwendig, denn nächsten Sonntag gibt es einen HM und in der Woche drauf mit 32 km den längsten langen Lauf. Den werde ich wieder auf meiner Standard-Langer-Lauf-Strecke laufen, die von der Landschaft und vom Belag her genügend Abwechslung bietet.

Ach ja, in 4 Wochen liegt der Marathon schon hinter mir. Und langsam werde ich schon hibbelig: ob auch alles klappt, wie vorgestellt, ich die Atmospäre in Berlin auch genießen kann und überhaupt...

Sonntag, 24. August 2008

Heimat und andere Begebenheiten

Eine Urlaubswoche mit vielen Ereignissen liegt hinter mir.

Erst war ich mit meiner jüngeren Tochter 3 Tage in meiner Heimat. Was ist Heimat? Ein nicht eindeutig definierter Begriff. Ich verbinde damit den Ort in Thüringen, wo meine Wiege stand und meine Mutter mittlerweile wieder in ihrem Elternhaus wohnt. Dort habe ich meine ersten 3 Lebensjahre verbracht und in meiner Kinderzeit viele unbeschwerte Ferienwochen bei meinen Großeltern verleben können. Auch heute noch ist die Beziehung zu meiner mittlerweile 92-jährigen (Stief-)Oma innig und es kommen viele Erinnerungen hoch: "Weißt du noch...?". Die alte Dame ist nämlich geistig hellwach, möge es noch lange so bleiben.
Diese wenigen Tage in der Heimat habe ich wie immer sehr genossen, aber ich freue mich dann auch immer wieder auf mein Zuhause.

Am Donnerstag war ich mit meinen Töchtern in Sanssouci. Wir hatten uns schon seit längerer Zeit die Besichtigung des Schlosses vorgenommen, denn vor ein paar Jahren haben wir nur das Neue Palais geschafft. Dieses Mal hat es trotz des großen Ansturmes geklappt. Aber ein wenig enttäuscht waren wir, statt einer persönlichen Führung nur ein Audiogerät verpasst zu bekommen. Bei der gleichmäßig monotonen Erzählweise gehen dann doch einige Informaionen unter und das Individuelle verloren.
Trotzdem hat es uns gut gefallen und auch das Chinesische Teehaus und die Bildergalerie haben wir noch besichtigt. War ein schöner Frauenausflug.

Am Freitag abend waren wir dann beim weltgrößten Stadtfest, zumindest wenn man die Besucher-und Einwohnerzahlen ins Verhältnis setzt ;-). Gegen Mitternacht ging es aber nach Hause, denn auch der Samstag sollte lang werden.
Am Vormittag war ich beim Oderpokallauf in Frankfurt. Aus berufenem Munde wurde mir die Strecke als öde und auch zu lang beschrieben, so dass ich ohne große Ambitionen hingefahren bin. Dazu kam noch eine recht kurze Nacht und diverse andere Unpässlichkeiten. Lt. meinem Trainingsplan sollte ich halt einen 10km-Wettkampf laufen, immer noch besser als allein einen Tempolauf zu machen.
Naja, doll war der Lauf wirklich nicht. Ich bin schon zu Beginn schlecht reingekommen, schwül war es auch und der kleine Anstieg wurde mit jeder der 5 Runden steiler! Nur dass soviele Runden zu drehen waren, hat mich überraschenderweise nicht wirklich gestört. Mit den erlaufenen 52:56 min bin ich ganz zufrieden. Aus den letztjährigen Ergebnislisten habe ich gesehen, dass die Läufer dort generell einiges langsamer sind als bei anderen Läufen.
Anschließend ging es nach Dresden, wo unsere Nichte ihre Einschulung feierte. Solche Ereignisse sind immer schöne Gelegenheiten, einen Teil der Familie wiederzusehen.

Und jetzt sitzen wir schon wieder auf gepackten Koffern, denn morgen geht es für 5 Tage nach Paris!

Mittwoch, 13. August 2008

Ich habe Pläne

Ja, ich hatte mich im letzten Herbst bei Vic-System angemeldet und wollte für ein Jahr danach trainieren.
Damit kam ich von Anfang an irgendwie nicht klar. Ich hatte Schwierigkeiten, die knackigen Tempoeinheiten einzuhalten und dann wiederum mit den immer schlechter werdenden Prognosen das wirklich langsame Tempo bei den ruhigen Läufen zu treffen. Vom Puls ganz zu schweigen, nur in den ganz schnellen Einheiten passte es einigermaßen, bei den normalen und erst recht langsamen Läufen hätte ich gehen müssen, um einigermaßen die Bereiche einhalten zu können.
Was ich nicht wusste, war mein Eisenmangel, der natürlich alle Werte durcheinander brachte. Meine Wettkampfergebnisse glichen dadurch einer einzigen Berg- und Talfahrt.

So habe ich mich schon recht früh entschlossen, für den Berlin-Marathon nach dem 4:20h-Plan von Herbert Steffny zu trainieren. Der sagte mir ganz gut zu, die Umfänge sind nicht so hoch, allerdings sind in diesen 10 Wochen 3 Wettkämpfe integriert. Nebenbei habe ich aber weiterhin meine Einträge bei Vic getätigt. Und nun passierte das Phänomen, dass sich meine Werte mit dem Auffüllen der Eisenspeicher von Tag zu Tag verbesserten und plötzlich passen bei Vic die Geschwindigkeiten zu meinen Pulsbereichen. Sie liegen sogar an der Untergrenze.

Trotzdem ziehe ich den Steffny-Plan durch, mit einer Abwandlung. Nach meiner überraschenden Formsteigerung mische ich nun den 4:20h- mit dem 4h-Plan, d.h. bei den langsamen Läufen ist mir eine ruhigere Geschwindigkeit lieber, die Tempoeinheiten kann ich auch ohne Probleme schneller laufen.
Vic sagt mir insofern nicht für meine Marathonvorbereitung zu, dass er die kontinuierliche Umfangssteigerung nicht einhält. Z.B. hätte ich letzte Woche einen langen Lauf über 27km und diese Woche über 18km. Überhaupt wäre mein längster Lauf bei Vic über genau diese 27km. Bei Steffny steigert sich der lange Lauf kontinuierlich bis zu 32km und in den Regenerationswochen lässt er Wettkämpfe laufen. So werde ich dann nächste Woche noch einen 10er hier in der Region einflechten. Das macht auf jeden Fall mehr Spaß, als allein einen Tempolauf zu machen.
Eine letzte Standortbestimmung wird dann der Halbmarathon Anfang September in Berlin sein. Und ja, ich freue mich wieder auf die Wettkämpfe, seitdem ich nicht mehr so völlig fertig bin und trotzdem nicht schnell laufen konnte.

Aber meine Pläne gehen auch schon über den Marathon hinaus. Im Herbst will ich noch den ein oder anderen Wettkampf laufen. Einfach aus Spaß an der Freude und vielleicht ein bisschen Restform noch nutzen.

Freitag, 8. August 2008

Urlaub in Dänemark

Nun ist er schon eine Woche Geschichte, unser Urlaub.
Mit der Fähre ging es von Rostock nach Gedser und von da war es bis zu unserem Ferienhaus, welches wir zu Sechst mit Freunden bewohnten, nur noch ein Katzensprung. Da die Ferienhaussiedlung sehr großzügig angelegt war, ist der Ostseestrand für deutsche Verhältnisse fast menschenleer gewesen. Natur pur!


Insgesamt haben wir eine gesunde Mischung aus Erholung und Unternehmungen gefunden, um den beiden mitgereisten Teenagern ein altersgerechtes Programm zu bieten, sie aber auch nicht zu überfordern ;-).

So waren wir in einem Mittelaltercenter, wo man sich selbst mit Pfeil und Bogen und auf Stelzen beweisen konnte. Außerdem fand ein Ritterturnier statt, welches natürlich der einheimische gegen den deutschen Ritter gewonnen hatte! Und es gab eine Demonstration von Steinschleudern, sehr beeindruckend.


Ein wirklich schöner Ausflug führte uns in den Knuthenborg Safari Park. Diesen hat ein Grafenpaar in ihrem wunderschönen Park errichtet. Dort fährt man mit dem eigenen Auto durch verschiedene Themengebiete und erlebt Tiere aus allen Erdteilen hautnah.

Das "diensthabende" Foto-Känguruh

Alles Gute hängt oben

Wohl war uns nicht dabei, diese beiden so nah am Auto zu haben

Gleichzeitig bietet dieser Park wunderschöne Spiel- und Picknickplätze inmitten einer herrlichen Vegetation. Überhaupt ist das Picknicken die Lieblingsbeschäftigung der Dänen.
Natürlich gehörte neben dem Wikingerschiffsmuseum in Roskilde auch eine Fahrt nach Kopenhagen zum Programm. Dort waren wir auf Wunsch der weiblichen Mitglieder unserer kleinen Gruppe im Schloss Christiansborg, wo es die königlichen Repräsentationsräume zu besichtigen gab. Dann waren wir noch im Museum "Ripley´s" und natürlich im Tivoli.


Aber es gab auch aktive Erholung in Form von Mini- und Fußballgolf auf einer schönen Anlage. Und der Strand kam auch nicht zu kurz. Doch auf Grund des starken Windes haben wir es dort nie lange aushalten können, da es mit der Zeit trotz ca. 27°C kalt wurde. Dafür gab es aber herrliche Wellen.


Gelaufen bin ich natürlich auch und habe neue Erfahrungen sammeln können. Denn eine fast ebene Wendepunkt-Strecke, dafür aber immer mit starkem Wind waren für mich neu. Denn hier laufe ich immer hügelige Waldrunden. Ein richtiger Härtetest war mein erster langer Lauf, bei dem es 11,5 km bei starkem Gegenwind in die eine Richtung ging, dann die gleiche Strecke bei Wind von hinten wieder zurück. Auch wenn es nun leichter lief, habe ich auf dem Rückweg bei Wärme und Sonnenschein stark geschwitzt, weil nun die Kühlung fehlte. Außerdem habe ich auf der Ebene immer empfunden, leicht bergan laufen zu müssen, egal aus welcher Richtung ich gerade kam.

Krönender Urlaubsabschluss war dann die für uns erfolgreiche City-Nacht in Berlin.
Ach ja, in einer Woche habe ich noch mal für 14 Tage Urlaub.

Sonntag, 3. August 2008

Unglaublich, aber wahr - eine neue PB

Ich bin zurück aus dem Urlaub, der sehr schön war und von dem ich auch noch berichten werde. Aber erst muss ich noch etwas anderes loswerden: meinen Bericht von der City-Nacht gestern in Berlin.

Dieses Jahr lief es bisher überhaupt nicht bei mir. Viele Läufe waren schwerfällig, schon beim Loslaufen hatte ich oft schwere Beine, richtig Blei in den Waden. Die Wettkämpfe wurden im Laufe der Saison immer schlechter, nur der Berlin-HM im April war eine Ausnahme. Vorläufiger "Höhepunkt" war dann die 10 km beim Berliner Frauenlauf im Mai, den ich mit 59:24 min gerade so unter einer Stunde bewältigte. Und ich hätte keinen Deut schneller gekonnt. Meine Bestzeit von 53:18 min aus dem letzten Jahr schien unerreichbar.

Danach lies ich eine Blutuntersuchung vornehmen, die wie befürchtet akuten Eisenmangel aufdeckte. Somit war die Ursache meiner Schlappheit beim Laufen gefunden. Seit Mitte Juni nehme ich nun Medikamente zum Speicher auffüllen und ich habe es auch mit dem Laufen sehr ruhig angehen lassen. Eigentlich hatte ich die Saison in Hinsicht auf neue Bestzeiten abgehakt. Nur den Berlin-Marathon, für den ich bereits angemeldet war, wollte ich möglichst in unter 4:30 h laufen.

Doch schon recht bald spürte ich Fortschritte. Die Pulsbereiche wurden niedriger, die gelaufenen Geschwindigkeiten dabei sogar höher. Mittlerweile konnte ich in unteren Pulbereichen laufen, wie ich sie so noch nie erreicht hatte. Aber ich habe immer nur Grundlagentraining gemacht. Kurz vor Urlaubsbeginn vor 2 Wochen habe ich meine Werte mal bei Daniels eingegeben, der mir für 10 km eine neue Bestzeit um 53 min voraussagte. So ganz glauben wollte ich das nicht, denn ich verzichtete auf Tempotraining. Aber über die Tendenz war ich schon sehr erfreut.

Dann begann der Urlaub in Dänemark und mit ihm wunderschöne aber auch anstrengende Läufe an der Ostsee, wo es immer sehr windig war. Gleichzeitig begann auch mein Marathontrainingsplan und mit ihm gab es auch die ersten beiden Tempoläufe: 5 km in 6:00 min/km und 3x1000m in 5:30min/km. Ich hielt mich an diese Vorgaben, merkte aber, dass nach oben noch einiges an Luft vorhanden ist.

So ging es nach Berlin und ich hatte keine Ahnung, was ich nun wirklich zu laufen imstande bin. Im Parkhaus des Hotels passierte mir noch ein Malheur, als ich mich beim Gepäckanheben verhob. Das hat dann auch unsere geplante Shoppingtour arg abgekürzt und ich habe mit dem Hotelbett vorlieb genommen, um den Rücken zu entlasten. Ich dachte, dass kann nicht wahr sein. Lange hatte ich Ruhe vor solchen Attacken und nun ausgerechnet jetzt so kurz vor einem Wettkampf. Das Liegen bekam mir aber ganz gut und so sind wir zusammen zum Start gegangen. Dort habe ich mich dann von Frank verabschiedet, denn er wollte sich weiter vorn einsortieren, um nicht soviel Slalom laufen zu müssen. Dann habe ich mich eingelaufen und dabei bei jedem Aufsetzen des rechten Beines die Schmerzen im Rücken verspürt. Na, das kann ja heiter werden. Ich bin dann bei dem 55min-Schild über die Absperrung geklettert und habe so den Start mit den vielen anderen Läufern abgewartet und immer mal wieder gedehnt. Das ganze zog sich noch eine Weile hin, denn ich war dann erst in der dritten und letzten Startgruppe, die ca. 7 min später auf die Strecke ging.

Als es dann endlich losging, habe ich keine Schmerzen mehr gespürt, sondern bin einfach losgelaufen. Adrenalin pur! So locker und leicht bin ich noch nie einen Wettkampf angegangen. Mein Blick auf den Garmin verriet mir eine Pace unter 5min/km, doch der Puls war auch sehr niedrig. Ursprünglich wollte ich mit 5:30 anlaufen, doch davon war keine Rede mehr. Ich entschied dann, die Pace-Anzeige wegzublenden und mich nur nach dem Puls zu orientieren, um nicht zu überziehen. Und weiter ging es, als ob ich schweben würde. Die ersten beiden km in jeweils 5:05 min/km, ab dem dritten stimmte mein FR leider nicht mehr mit der offiziellen Markierung überein. Irgendwie hat er mit dem Ku´damm ein Problem, denn schon im letzten Jahr hatte ich 290 Meter mehr auf dem Display, während es bei Frank genau die 10 km waren. So habe ich dann nur bei dem 5km-Schild auf meine Zeit geschaut und so nebenbei mit 25:45min eine neue PB erzielt. Lt. FR waren es sogar nur 25 min. Dann ging es wieder auf den Ku´Damm, wo die Zuschauer eine phantastische Stimmung machten. Ab km 7 fiel es mir dann etwas schwerer und auch mein Rückenschmerz meldete sich wieder. Aber er war nicht hinderlich. Als dann 500 Meter weiter die Kehre geschafft war und das Ziel immer näher kam, bin ich nur noch gelaufen, ohne Rücksicht auf irgendwelche Werte. Und ich habe immerzu überholt, ich stand ja auch relativ weit hinten, so dass ich oft Slalom laufen musste.
Dann war endlich die Zielanzeige sichtbar und als ich was von 58 min lesen konnte, war ich überglücklich. Meine selbstgestoppten 51:29 min stimmten sogar mit der offiziellen Zeit überein und ich habe das Grinsen nicht mehr aus dem Gesicht bekommen.
Unglaublich! Ich habe meine Bestzeit um fast 2 min unterboten und war 8(!)min schneller als vor 11 Wochen. Und das fast ohne Tempotraining. Was so ein bisschen Eisen doch bewirken kann.

Somit habe ich mein Saisonziel für die 10 km mit sub 52 min erreicht und ein neues Ziel vor Augen. Denn ich bin nun felsenfest überzeugt, dass ich auch unter 50 min laufen kann. Aber nicht mehr in diesem Jahr!

Heute habe ich nicht mal Muskelkater, aber mein Rücken schmerzt und wird wohl noch ein paar Tage rumzicken. Aber ich kann laufen und das zählt.

Donnerstag, 17. Juli 2008

Urlaub

Ich werde mich hier eine Weile ausklinken, übermorgen geht es mit Freunden nach Dänemark. Wir freuen uns schon sehr darauf, den Urlaub haben wir auch nötig, aber wer hat das nicht. Nur das Wetter könnte noch etwas freundlicher werden. Aber auch bei Regenwetter werden wir uns bestimmt nicht langweilen.
Natürlich kommen auch die Laufsachen mit. Am Montag geht es nämlich los mit dem Marathonplan für Berlin.

Heute bin ich 14 km gelaufen und mein Aufwärtstrend hält weiterhin an. Ich habe dann meine aktuellen Werte mal bei Daniels eingegeben und war sehr überrascht. Mal sehen, was bei der City-Nacht in 2 Wochen rausspringt... Und morgen früh werde ich das erste Mal in diesem Jahr morgens laufen. Bisher habe ich es zeitlich und auch kräftemäßig nicht auf die Reihe bekommen. Aber nun sind Ferien und meine Fahrdienste werden erst mal nicht mehr benötigt.

Nun wünsche ich allen, die hier lesen, eine schöne Zeit. Bis bald.
Anett

Mittwoch, 16. Juli 2008

ABCDABCDADBCDCD

Ich habe mich weder vertippt noch hilflose Buchstabierversuche unternommen ;-). Nein, es geht um einen Tanz.

Unsere Trainerin hat sich einen etwas komplizierteren Sommertanz für uns ausgesucht. Sommertanz deswegen, weil jetzt Urlaubszeit ist und öfters jemand fehlt und diese Tänze nicht mit einem Mal zu lernen sind. Er wird also über viele Trainings wiederholt, auch trocken, d.h. ohne Musik. Dafür lernen wir in dieser Zeit keine einfacheren Tänze, da sonst einige den Anschluss verlieren würden.

Normalerweise besteht ein Tanz aus immer wiederkehrenden Schrittkombinationen. Dieser Tanz hat aber sog. A,B,C und D-Teile, jeweils 32 verschiedene Schritte. Zum einen muss man diese Schritte für sich lernen und dann noch in nicht gleicher Reihenfolge, wie obiges Schema, aneinanderreihen.
Praktisch haben wir mit dem A-Teil angefangen. Als der einigermaßen drin war, kam der B-Teil dran. Anschließend wurden A- und B-Teil hintereinander getanzt. Nur hatte ich den A-Teil schon wieder komplett vergessen!!! Aber so nach und nach behält man es dann doch im Gehirn, zumal erst trocken und dann mit Musik wiederholt wird. Und diese vereinfacht das Ganze etwas, weil man einiges auch hört.
Irgendwann haben wir es dann mehr schlecht als recht geschafft, alle 4 Teile aneinanderzureihen und das 2 mal. Schwierig werden dann die nächsten Passagen, die nicht mehr der ersten Reihenfolge nach gehen.

Es wird noch Wochen dauern, bis wir diesen Tanz beherrschen. Da ich jetzt 2 Wochen Urlaub habe, fange ich dann bei fast Null wieder an. Aber eben nur fast.
Auch wenn man sich wirklich sehr konzentrieren muss, macht es unheimlich viel Spaß und ist für mich wieder ein Kontrast zum manchmal eintönigem Laufen.

Donnerstag, 10. Juli 2008

Pulsmesser

Als ich letztes Jahr begann strukturiert zu laufen, legte ich mir den FR 305 zu. Bis dahin war ich immer ohne techn. Schnickschnack unterwegs, nicht mal eine Uhr hatte ich bei meinen kurzen Läufen dabei.
Doch was sollte mir das integrierte Pulsmessgerät eigentlich anzeigen? So richtig wusste ich es nicht. Ich hatte halt gelesen, dass man die langen Läufe im niedrigen Bereich läuft und ich konnte Läufe miteinander vergleichen.
Und das ist im Moment der springende Punkt! Seit genau 4 Wochen (12.Juni) nehme ich nun brav meine Eisentabletten und recht schnell habe ich eine Verbesserung beim Laufen gespürt. Irgendwie will ich dem Frieden noch nicht trauen, aber meine Aufzeichnungen belegen den deutlichen Aufwärtstrend. Vor allem in dieser kurzen Zeit!

Meine 7,5km-Runde entwickelte sich so:
25.05. 7:07min/km 157 Puls
10.06. 6:49min/km 160 Puls
05.07. 6:49min/km 150 Puls
10.07. 6:50min/km 146 Puls
15.07. 6:38min/km 144 Puls
13.11. 6:33min/km 144 Puls
17.11. 6:17min/kim 145 Puls

Genauso ist die Entwicklung auf der 11,5km-Runde:
26.05. 6:54min/km 157 Puls
19.06. 7:09min/km 154 Puls
26.06. 6:54min/km 151 Puls
08.07. 6:49min/km 146 Puls
13.07. 6:41min/km 145 Puls
10.08. 6:19min/km 146 Puls

Ich laufe jetzt in Puls-Bereichen, die ich nur in den Anfangszeiten erreichen konnte. Schon nach meinem ersten Halbmarathon im Juni letzten Jahres ging der Trend nach oben, ohne das mir das wirklich bewusst war.
Nächste Woche ist dann die Kontrolle bei meiner Ärztin und pünktlich am 21. Juli steige ich in den Steffny-Trainingsplan für den Berlin-Marathon ein. Zum einen freue ich mich darauf, aber ein bisschen Schiss habe ich auch. Die Grundlagen werden nicht das Problem sein. Aber wie werde ich das Tempotraining vertragen? Gerade dabei habe ich mich in der letzten Zeit so quälen müssen und negative Erinnerungen daran zurückbehalten. Aber das wird schon.

Somit hat mein Pulsmesser doch seinen Zweck erfüllt und wird mir auch in Zukunft Tendenzen aufzeigen. Und hoffentlich bin ich bei Verschlechterungen schlauer und schiebe es nicht nur auf falsches Training ;-).

Dienstag, 1. Juli 2008

Ein Halbmarathon mit Genuss und Freude

Im letzten Jahr habe ich mir nach dem AirportRun in Berlin-Schönefeld geschworen, diesen Lauf muss ich nicht noch mal haben. Langweilige Strecke, 15 km Gegenwind, verpasste Bestzeit.
Dann sprach mich bei einem Stadtmeisterschaftslauf Annekatrin an, ob ich dieses Jahr nicht dort laufen möchte. Sie wolle ihr HM-Debüt geben. Je mehr ich drüber nachdachte, um so besser gefiel mir die Idee, ihn ganz locker zu laufen. Nach meiner Eisenmangel-Diagnose wechselte dann das geplante Tempo von locker auf langsam, ich will im Herbst ja noch Marathon laufen! Gesagt, getan. Wir errechneten für Annekatrins Leistungsvermögen eine Zielzeit von knapp 2,5 h, also ein knapper 7er-Schnitt. Das gefiel mir gut und ich wollte für sie die Pace vorgeben.

Doch erst wurden wir mit dem Bus zum sog. Info-Tower mitten auf der Flughafen-Baustelle gefahren. Dabei überquerten wir schon mal die Startlinie, wunderten uns, als der Sprecher meinte, Start ist am Info-Tower, um uns dann nach dem Startschuss 500 Einlaufmeter wieder zurückzuschicken. Also ganz langsam bis zum Start getrabt und dann haben wir für einige Kilometer auch unser Tempo incl. einem Begleiter gefunden. Bei km 3 kurvte dann ein Auto vom rbb um uns herum, hielt mal an, denn die Reporterin wollte uns beim Laufen interviewen. Das klappte dann erst nach mehreren Anläufen, mal waren wir zu schnell, dann der Kameramann zu langsam und sie außer Puste. Schon irgendwie witzig, für uns abwechslungsreich, aber am Ende haben sie dann nur das Interview mit unserem Begleiter gezeigt.

Mittlerweile war es recht warm geworden, die Sonne brannte und der Wind vom letzten Jahr war nur ein laues Lüftchen. Das und ein langgezogener Anstieg, von denen es mehrere gab, ließen dann Annekatrin ab dem 10.km langsamer werden, bis dahin lagen wir noch im Plan. Bei mir kündigte sich dann eine Gebüschpause an, nur das Gebüsch war mit endlos langen Bau-Zäunen verstellt. So bin ich auf meiner Suche mal nach vorne gelaufen, dann auch wieder rückwärts, bis dann wie aus dem Nichts zwei Dixis vor mir auftauchten...
Danach galt es erst mal, Annekatrin einzuholen, sie war inzwischen ein ganzes Stück voraus gelaufen. Doch als es wieder bergan ging, hatte sie zu kämpfen und ich auch. Denn es war mittlerweile für mich sehr anstrengend, dieses für mich sehr langsame Tempo mitzulaufen. So haben wir uns kurz nach km 13 entschieden, das jeder sein Tempo weiterläuft. Die Durchschnitts-Pace betrug zu diesem Zeitpunkt 7:18 min/km. Ich bin dann in einem für mich angenehmen Tempo los, immer den Puls im Blick. Damit habe ich auch angefangen, nach und nach Läufer zu überholen, etliche mussten bei der Wärme auch gehen. Das hat richtig Spaß gemacht und ich habe dann immer Ausschau gehalten, wer nun mein nächstes "Opfer" wird.
Und ganz zum Schluss wollte ich es so richtig wissen und bin die letzten 1,5 km in 5:40 min/km gelaufen. Es war ein richtiger Steigerungslauf, einfach genial und ich war im Ziel nicht halb so kaputt wie nach so manchem Trainingslauf der letzten Zeit. Einfach toll, wieder Kraft in mir zu spüren. Am Ende ist es noch ein glatter 7er Schnitt geworden und eine Zeit von 2:28 h. Diese Zeit wäre im letzten Jahr undenkbar gewesen. Doch dahinter verbirgt sich ein Puls 20 Schläge unter üblichem HM-Puls und das von Vic angegebene Minimum bei etwas schnellerem Lauf als vorgegeben. Sonst habe ich mich immer an der oberen Grenze oder darüber bewegt. Es tut sich also was!!!

Im Ziel habe ich dann auf Annekatrin gewartet, die nicht so zufrieden war. Aber es war ihr erster HM und die Bedingungen nicht einfach.
Danach haben wir es uns bei der Tombola mit Stärkung gemütlich gemacht. Dort wurden jede Menge Flugreisen verlost. Als es um 2 Flüge nach Riga ging, diskutierten wir kurz über den Sinn einer Reise dorthin. Auf einmal meinte der Moderator, dass diese Flüge eine junge Dame aus Sieh..., Siehdichum ? gewonnen hätte. Mir war gleich klar, dass sich nicht unendlich viele Läuferinnen von dort in Schönefeld aufhalten. Dabei musste ich erst mal mein verschwitztes Shirt, wo die Startnummer noch feststeckte, als Beweis rauskramen. Weil ich davon ausgegangen bin, eh nichts zu gewinnen, lag es natürlich ganz unten in meinem Rucksack. So kann man sich täuschen.

Nun werden wir im Oktober unseren 20. Hochzeitstag in Riga verleben. Sozusagen die Hochzeitsreise nachholen, die wir aus Zeit- und Geldgründen (wir waren arme Studentlein) nie gemacht haben.
Ein wahrer Glückstag!

Mittwoch, 25. Juni 2008

Wanderung nach Pillnitz

Alljährlich findet ein gemeinsamer Wochenend-Privat-Betriebsauflug mit Franks Kollegen statt. Einer muss immer Organisator sein und dieses Mal fiel die Wahl auf Dresden. Uns war es recht, wir lieben diese Stadt. Schließlich haben wir uns dort beim Studium kennengelernt.
Abgestiegen sind wir in der "Brauerei zum Waldschlösschen" Das Hotel befand sich in der Dachgeschossetage. Natürlich wurde am Abend das dort gebraute Bier probiert. Aber das Hefeweizen war nicht so ganz mein Fall, so dass ich dann auf Bierbowle umgestiegen bin. Gab es wenigstens noch ein paar Vitamine extra.

Am Samstag sollte dann eine Radtour auf dem Elberadweg stattfinden, die dann wegen fehlender Räder ausfiel. So wurde kurzfristig entschieden, zum Schloss Pillnitz zu laufen. Immer den nördlichen Elberadweg entlang. Vorbei an den Loschwitzer Weinbergen mit herrlichen Schlössern ,
am "Blauen Wunder"
und an trutzigen Häusern

kamen wir dann am Schloss Pillnitz an.
Dazu gehört ein wunderschön angelegter Schlosspark mit vielen sehr alten und seltenen Gewächsen und riesigen Bäumen, oft mit einem kleinen Täfelchen gekennzeichnet. Natürlich haben wir auch die dortige Attraktion, eine ca. 240 Jahre alte Kamelie angeschaut, für die extra ein fahrbares Winterglashaus gebaut wurde.



Zurück ging es dann mit diesem Raddampfer
hier beim Wendemanöver mitten auf der Elbe.
Ein schöner Ausflug und wir haben wieder ein uns unbekanntes Stück Dresden neu entdeckt.

Dienstag, 17. Juni 2008

Lampenfieber

Schon seit Wochen proben wir für 3 Auftritte unserer Line-Dance-Gruppe, die wir im Juni haben.
Letzte Woche kam die tolle Idee auf, unsere sog. Generalprobe zu filmen. Bisher sind wir immer davon ausgegangen, dass man als Zuschauer jeden falschen Schritt erkennt und es überhaupt Sch... aussieht. Man sieht sich halt nicht selbst beim Tanzen, bekommt neben den eigenen Fehlern auch die der Nachbarn mit. Aber wir sind ja schließlich keine Profis.
Doch durch diese Video-Aufnahmen, die wir uns noch vor Ort anschauten, wurden wir vom Gegenteil überzeugt. Man sieht die einzelnen kleinen Fehler nicht und es sah richtig gut, sogar genial aus. Was waren wir stolz auf uns.

Trotzdem ist die Aufregung vor´m Auftritt immer groß. Wir sind nervös und hibbelig und am Samstag kam hinzu, dass die Zuschauer uns von allen Seiten und nicht wie sonst üblich, frontal sehen konnten.
Aber es lief super, alle Aufregung umsonst.
Beim "leichten" Tanzblock

Irischer Tanz erfordert höchste Konzentration, ist aber auch ernste Musik

Schöne Rücken können auch entzücken

In der Woche davor gab es noch größere Pannen. Einmal hakte die Musik, da konnten wir aber den Takt beibehalten. Doch als dann der Haushund beschlossen hatte, unser Klatschen nicht zu mögen und zwischen uns herumsprang, war es vorbei mit der Synchronität.

Donnerstag, 12. Juni 2008

Eisen und Stahl...

... sind nicht das Gleiche. Während ich das eine zur Genüge habe, zumindest in Zahlen auf meinem Büroschreibtisch, ist das andere zu wenig vorhanden.

Ich hatte ja auf Grund meiner letzten schlechten Laufzeiten die Eisenwerte abchecken lassen mit dem Ergebnis, einen akuten Eisenmangel zu haben. Meine Ärztin meinte, dass Andere mit diesen Werten schon lange flach liegen würden. Ich würde im täglichen Leben nur nichts merken, weil ich so gut trainiert wäre. Aber Leistung lässt sich damit eben nicht abrufen.
Nun werde ich erst mal Medikamente nehmen, ein bisschen an der Ernährung umstellen und beim Laufen etwas kürzer treten, also nur Grundlagenausdauer.
Das wird wieder, da bin ich optimistisch. In 5 Wochen wird noch mal getestet, gerade rechtzeitig, bevor ich in den Trainingsplan für den Berlin-Marathon einsteige. Und dort will ich schon gerne laufen.

Stutzig macht mich nur, dass dieser extreme Eisenmangel beinahe nicht entdeckt worden wäre. Im normalen Blutbild beim Check-up ist er nicht gemacht worden. Nur auf meine Nachfrage hin, weil ich in diesem Jahr einfach nicht an die Zeiten herankomme, die ich im letzten Jahr mit relativ kurzer Trainingsphase gelaufen bin.

Montag, 9. Juni 2008

Mein (Stimmungs-)Barometer...

... steht auf Hoch, genau wie das für das Wetter.

Ich habe ja schon in meinem letzten Bericht erwähnt, dass ich mit der derzeitigen Hitze gut klar komme. Und das setzt sich so fort. Mein gefühlsmäßig schwerster Lauf war letzten Donnerstag, bei mal angenehmen Temperaturen.
Dazu habe ich mich ganz spontan entschieden, zum Müllroser See zu fahren. Kathrin und Frederic wollten ihn mit dem Neo durchschwimmen und ich einmal umlaufen. Eine wirklich schöne Runde, teilweise mit urwaldähnlicher Vegetation und zeitweise angenehm kühl. Aber ich habe ca. 5km gebraucht, in die Gänge zu kommen. Auf halber Runde habe ich dann sogar die 2 Froschmänner im Wasser gesehen, die aber schon wieder auf dem Rückweg waren. Kurz vor Schluss der Runde begegnete ich dann noch einer Schwanenfamilie, die auf der Seealle spazieren ging. Da der Herr des Hauses mir immer näher kam, habe ich mich beim Fotografieren nicht näher ran getraut. Das Junge war noch richtig flauschig und grau. Wirklich putzig!

Die Familie wird verteidigt! Mutter und Kind sind hinten am Schild

Das Küken liegt links von der Mutter im Gras

Wieder am See angelangt, war Kathrin noch beim Schwimmtraining zu gange und spätestens da habe ich mich geärgert, keine Badesachen dabei gehabt zu haben. Das nächste Mal, denn die Abkühlung hätte gut getan. Aber es soll ja Leute geben, die auch mit Laufklamotten ins Wasser springen...

Gestern habe ich bei extremer Schwüle mal wieder dem Eisvogelpfad einen Besuch abgestattet. Um 18 Uhr, zu bester Fußballzeit, hatte ich die Strecke für mich allein. Dort sind in letzter Zeit einige Schilder neu aufgestellt worden...


... es gibt immer wieder neues zu entdecken. Mehr Abstecher habe ich aber nicht gemacht, denn auf Grund der Schwüle hatte man sofort jede Menge Getier auf der Haut sitzen. Dafür war ich lange Zeit für meine Verhältnisse mit einem sehr niedrigen Puls unterwegs. Es scheint wirklich wieder aufwärts zu gehen. Und so habe ich dann nach 17 km entspannt und zufrieden den deutschen Sieg angeschaut.

Dienstag, 3. Juni 2008

Unerwartete Hitzeläufe

Ich bin eigentlich ein bekennender Winterläufer. Am liebsten laufe ich bei ca. 0°C und klarer Luft. Noch besser, wenn es gerade geschneit hat, was in unserer hiesigen Gegend leider viel zu selten geschieht.

Warum ich das jetzt erwähne? Ich beobachte gerade ein seltsames Phänomen an mir. Dafür, dass es in letzter Zeit bei mir nicht besonders lief, waren die letzten 3 Läufe super. Am Freitag mittag 15 km bei ca. 25°C, Sonntag und heute bei 30°C. Gerade heute bei der Schwüle lief es locker und leicht und viel schneller als beabsichtigt. Schließlich wollte ich unterwegs nicht wegen Dehydrierung oder Hitzschlag einbrechen. Doch davon keine Spur! Jetzt verstehe ich die Welt nicht mehr :-).

Heute stand auch der Arzttermin an. Erst mal sind alle Blutwerte in Ordnung, aber ein gesonderter Eisenwertspiegel wird jetzt noch erstellt. Ich kam ihr auch recht blass vor, mal sehen, was herauskommt. Dafür fiel ihr mein langsamer, ausdauertrainierter Puls auf und die längst überfällige Tetanusspritze gab es auch noch.