Dienstag, 11. August 2009

Die Richtung stimmt

Ich freue mich gerade wie blöd.
Nun habe ich ja den Marathonplan begonnen. Und der sagte mir für den Sonntag 22 km an. Doch wenn man eine durchgefeierte Nacht mit etwas viel Weizen hinter sich hat, ist die Lust nicht allzu groß. Extrem schwül war es auch noch. Ich hatte einfach keinen Bock und war müde und kaputt. Doch irgendwie wollte ich das nicht gelten lassen und habe mit mir einen Deal ausgehandelt.
Wenigstens erst mal loslaufen und dann schauen. So war es dann schon 19:15 Uhr, als ich, mit einer Wasserflasche bewaffnet, gestartet bin. Und es lief gar nicht so schlecht. Die Flasche habe ich nach einem km im Gebüsch deponiert, um mir sogar die Option mit der langen Strecke offenzuhalten. Ich bin gemütlich gelaufen und habe es genossen, mal wieder langsamer unterwegs zu sein. Ziemlich lang bin ich sogar von einer zweiten Runde ausgegangen, es lief einfach. Doch ich hatte die Rechnung ohne die Dunkelheit gemacht. Als ich nach 10,5 km wieder an meiner Flasche vorbeikam, konnte ich abschätzen, es nicht mehr vor der völligen Dunkelheit zu schaffen. Und das ist aber auf dieser Strecke mit vielen Spurrinnen, Geröll, Sand usw. nicht ganz ungefährlich. So habe ich meine Flasche geleert und bin mit einem kleinen Umweg nach Hause. Nach den 12,5 km war ich dann doch froh, 10 km mehr wären sehr anstrengend geworden.

So habe ich dann den langen Lauf heute nachgeholt. Da war es von den Temperaturen etwas angenehmer, auch wenn ständig dicke Wolken am Himmel hingen. Aber es ist die ganze Zeit trocken geblieben. Ich bin relativ langsam losgelaufen, immer den Puls etwas im Blick. Wie fast immer brauchte ich eine Weile, in den Lauf reinzukommen. Als es gerade so schön lief, baute sich vor mir eine echte Barriere auf. Eine gesperrte Brücke über den Oder-Spree-Kanal. Beim letzten Mal durften nur Autos nicht rüber, dieses Mal war sie ganz gesperrt. Da ich keine Lust hatte zurückzulaufen, bin ich halt über den Bauzaun geklettert. Die Brücke selbst war recht gut passierbar. Aber weil ich nicht weiß, wie der Bauablauf ist, muss ich diese Route in den nächsten Wochen wohl meiden.
Danach ging es aber normal weiter. Ich lief dann eine Weile über Asphalt und bei km 15 hatte ich irgendwie keine Lust mehr. Das war kurz bevor es wieder in den Wald ging und damit die Wege schwieriger werden. Doch als ich dann dieses Wegstück erreicht hatte, lief es wieder deutlich besser. Der Belagwechsel hat sogar gutgetan, war einfach eine willkommene Abwechslung. Die kleine Krise muss einfach nur ein Kopfproblem gewesen sein. Die Beine wurden schon etwas müder und schwerer, aber das Tempo konnte ich halten. So war ich dann schon recht zufrieden, als ich zu Hause ankam.
Doch die Überraschung kam dann bei der Auswertung. Mit so einem niedrigen Puls bin ich noch nie einen langen Lauf gelaufen. Er war um einige Schläge niedriger als im Februar und außerdem war ich bei identischer Streckenlänge noch 4 min schneller. Die Tendenz stimmt also, nun bin ich schon auf die nächsten Läufe gespannt.

Montag, 10. August 2009

Ein Award


Ich habe von Elke einen Blog-Award bekommen. Vielen Dank!!!
Ich möchte diesen gerne weitergeben an
@Michi, weil ich ihren Blog unheimlich gerne lese und bewundere, wie zielstrebig sie ihr großes Ziel verfolgt und dabei nie die Freude am Laufen verliert.
@Martin, weil er so viele wunderschöne interessante und bebilderte Berichte schreibt.
@Anja, deren Schreibstil mir so gut gefällt. Außerdem finde ich es bewundernswert, wie sie unermüdlich in Läufer-Blogs kommentiert, obwohl sie selbst gerade gehandicapt ist.

Freitag, 7. August 2009

City-Nacht und mehr

Der Alltag hat mich diese Woche recht schnell wieder eingeholt und ich habe noch nicht mal Zeit gehabt, was zur City-Nacht zu schreiben.

Am Samstag mittag sind wir nach Berlin gefahren und haben erst mal die Gelegenheit zum Shoppen ausgiebig genutzt. Die letzten 2 Stunden haben wir aber doch noch die Füße hochgelegt und ein bisschen bei der Schwimm-WM mitgefiebert.
Gegen 20 Uhr haben wir uns ins Gewühl an der Gedächtniskirche gestürzt und ich bin ein paar Meter eingelaufen. Frank hatte dazu keine Lust, es war auch mehr als reichlich warm (ca. 28 Grad). Dazu war es auch noch schwül und schon nach den wenigen Metern war mein Shirt klatschnass.
Dann sind wir beizeiten schon in den Startblock, auskühlen konnte man nicht an diesem Tag ;-). Leider war dieses Mal die Stimmung nicht ganz so toll dort, die Lautsprecher waren so leise gestellt, dass man die Vorstellung der Eliteläufer gar nicht mitbekommen hat.
Dann ging es irgendwann langsam los und es war mächtig voll. Zu Beginn konnte ich überhaupt nicht frei laufen und war langsamer als geplant. Ich hatte mir schon eine Zeit knapp unter 50 min vorgenommen und wollte deshalb mit 5 min anlaufen. Das hat auch geklappt, aber mir war von Beginn an total heiß. Gerade in der City auf dem aufgeheizten Asphalt gibt es keine Kühlung. Die ersten km lag ich mit einer Ausnahme immer knapp unter 5 min. Es würde also eng werden. Bei km 5 bin ich in 25:03 min durch, aber ich habe etliches mehr abgelesen und damit eigentlich schon alle Hoffnungen aufgegeben. Zu diesem Zeitpunkt musste dann Frank abreißen lassen, der sich an mich rangehangen hatte, ohne dass ich es mitbekommen habe. Aber er war in letzter Zeit sehr trainingsfaul, deswegen war es nicht verwunderlich.
Aber auch ich konnte das Tempo nicht mehr halten, aber das kenne ich schon, dass ich bei km 7 Probleme habe. Doch danach liefen wir wieder an Sambabands vorbei, die noch mal richtig Auftrieb verschafften und ich konnte wieder zulegen. Damit gab es wieder ein Fünkchen Hoffnung, doch noch die Zeit zu schaffen, denn in der Regel kann ich die letzten 2 km gleichmäßig zu Ende laufen. Doch nicht an diesem Tag und bei dieser Schwüle. Am Ende ging nicht mehr viel und der letzte km war sogar der langsamste. So war ich dann froh, endlich durch das Zieltor laufen zu können. Es sind dann 50:52 min geworden. Zuerst war ich ein wenig enttäuscht, aber ich habe recht schnell mitbekommen, dass viele um einiges langsamer als im Jahr zuvor waren, auch der Gesamtsieger. Ich war sogar schneller :-), aber das hat ja andere Gründe.
Mit Platz 255 von 1983 Frauen und AK-Platz 40 von 337 bin ich sehr zufrieden. Im letzten Jahr war ich mit 51:29 min noch AK-76.
Im Ziel musste ich erst mal gefühlt meilenweit gehen, bis es Getränke gab. Das war nicht so gut organisiert und der Tee war sogar schon alle. Dort habe ich dann auf Frank gewartet, der schon bald kam. Er musste auch erst mal einige Becher Wasser in sich hineinschütten, da er Kopfschmerzen hatte. Danach ging es ihm aber gleich besser. Der Flüssigkeitsverlust war schon enorm. Da ich wohlweißlich etwas Geld eingesteckt hatte, sind wir anschließend noch zu einem der vielen Getränkestände und haben jeder ein Schöfferhofer-Grapefruit für den besseren Geschmack geleert. Das war schön kühl und total lecker.
Nach dem Duschen haben wir dann den Abend in der Hotel-Lobby bei 2 Weizenbier ausklingen lassen, zum Herumlaufen waren wir zu müde und kaputt.

Diese Woche hat es dann in sich gehabt. Und außerdem hat mein Marathon-Plan für Frankurt begonnen. Den allerersten Lauf gab es dann mit Kathrin, für mich schnelle 10,6 km in 1:02. Etwas erstaunt war ich dann zu Hause über den sehr niedrigen Puls, denn so hatte es sich nicht angefühlt und es war auch recht wam. Anschließend ging es dann mit der ganzen Familie ins Kino zu "Harry Potter". Am Mittwoch war ich endlich mal wieder beim Line Dance. Auch wenn man bei diesen Temperaturen ziemlich schnell ins Schwitzen kommt, hat es wieder viel Spaß gemacht. Gestern und heute war ich wieder laufen, vor allem gestern war es sehr schwül und anstrengend. Heute habe ich es wesentlich entspannter empfunden, obwohl ich länger und schneller unterwegs war. Einfach ein Lauf, der Spaß gemacht hat. Dann habe ich noch die letzten Johannisbeeren abgenommen und eingefroren, dann gibt es im Winter leckeren Kuchen.
Morgen fahren wir nach Dresden, unsere Nichte wird eingeschult und am Sonntag nachmittag steht der erste längere Lauf an.

Ganz schön was los diese Woche, aber ich habe ja bald Urlaub :-).

Sonntag, 2. August 2009

Bebildertes vom Urlaub

Hier nun ein paar Fotos.

Dies hier ist das angesprochene Badehaus Goor. Ringsherum sieht alles sehr geplegt und sauber aus.
Das Areal des ehemaligen Ferienlagers. Damals standen etliche Baracken an dieser Stelle. Jetzt kann man sich das kaum vorstellen, denn unbebaut sieht das Gelände recht klein aus, ich habe es aber auch nicht vollständig einfangen können. Im Rücken der Kamera ist ebenfalls Wald, der dann direkt in der Steilküste endet.
Im Hafen von Lauterbach gab es den besten Fisch. Frisch geräuchert und die Brötchen erst beim Kauf belegt schmeckt er auf der "Berta" einfach vorzüglich.
Ein Ausflug führte uns auf die Halbinsel Möchgut zu einer Brennerei. Wir haben nämlich im Fernsehen gesehen, dass man dort

dieses erstehen kann. Gut, ein Whisky-Fass tut es auch ;o). Aber diese beiden, oder besser der Inhalt, werden nun in den nächsten Jahren bei uns reifen.
Die Seebrücke von Sellin. Um dort hinzugelangen, muss man etliche Stufen nach unten steigen. Die Höhe kommt auf dem Bild gar nicht richtig zur Geltung.
Dieses Foto finde ich besonders schön. Also nicht wegen dem jungen Mann darauf ;o), sondern von den Kontrasten zwischen Himmel, Meer, Wald und Sträuchern.
Schön war´s.

Freitag, 31. Juli 2009

Urlaubsnachbetrachtung und ein Ausblick

Es wird mal wieder Zeit für einen neuen Eintrag. Seit dem letzten ist viel passiert.
Wir hatten Urlaub und der ist leider schon fast wieder rum.

Die erste Woche verbrachten wir in Binz. Und das zu viert, auch unsere frisch gebackene Abiturientin hat noch mal die Nähe ihrer Eltern genossen.
Das Wetter meinte es sogar sehr gut, es war besser, als zur gleichen Zeit zu Hause. So kam die Erholung am und im (kalten) Wasser nicht zu kurz. Am letzten Tag wurden wir da eher von der Schwebfliegen-Invasion vertrieben, die wohl nach unserer Abreise von denen der Marienkäfer abgelöst wurde.
Aber auch Ausflüge standen auf dem Programm. So fuhren wir nach Lauterbach zum Badehaus Goor, welches in früheren Zeiten ein Ferienheim meiner Firma war. Inzwischen ist es nach jahrelangem Vorsichhindümpeln restauriert und ein schmuckes Hotel geworden. Ca. 1 km entfernt befand sich das ehemalige Kinderferienlager meiner Firma. Und als wir am Uferweg dorthin gegangen sind, fiel es mir wie Schuppen von den Augen, dass ich genau (also auch vom Datum her) 20 Jahre zuvor als Betreuer im Ferienlager war. Einiges habe ich sogar noch wieder erkannt bzw. es kamen einige vergessen geglaubte Erinnerungen hoch. Leider steht von diesem Lager selbst nichts mehr. Es existiert nur noch ein großer freier Platz mitten im Wald. Ein unglaublich schönes Fleckchen Natur. Schade!!!

Bei Störtebeker waren wir natürlich auch. Und da es fast auf dem Weg lag ;-), dachte ich mir so, dass man vorher noch einen Abstecher zum Kap Arkona machen könnte. Schließlich war ich eben vor genau 20 Jahren auch dort und wollte meiner Familie diesen grandiosen Ausblick zeigen. Damals sind wir problemlos dorthin gekommen und waren relativ allein vor Ort.
Wir fuhren also Richtung Putgarten und wollten uns dann zum Kap durchschlagen. Das dachte ich so, aber es war schlichtweg unmöglich. Plötzlich endete die Sraße in einem riesigen Parkplatz und man konnte sich nur noch kilometerweit zu Fuß oder mit einer Shuttle-Bahn dorthin bewegen. Mit sowas hatte ich nun nicht gerechnet, Auswüchse vom "Tourismus" pur. Soviel Zeit hatten wir nicht, also ging es schnurstraks nach Ralswiek. Die Aufführung war wieder sehr schön, nur in der ersten Hälfte auch sehr feucht ;o). Zum Glück war es aber recht warm und den Schauspielern ging es bei Platzregen auf keinem Fall besser als uns, sie durften sich ja nichts anmerken lassen.

Jedenfalls ging die Woche viel zu schnell vorbei, aber auch anschließend waren wir nicht untätig, denn es ging noch mal für 3 Tage nach Thüringen und gestern abend nach Neuzelle in die Oper zu "Don Giovanni". Diese Sommeroper wird schon seit ein paar Jahren aufgeführt (jedes mal eine andere Oper) und findet im Kreuzhof des Klosters unter freiem Himmel und Bespielung der umstehenden Gebäude statt. Es war wieder ein wunderschöner Abend.

Nach so viel Kultur gibt es zur Abwechslung auch noch etwas Sport, denn morgen geht es zur City-Nacht nach Berlin. Diese Veranstaltung liebe ich einfach, das ganze Flair, den Lauf in die Nacht, der mir als Abendläuferin sowieso entgegen kommt, das Bummeln vor und nach dem Lauf. Eben Großstadt-Feeling pur.
Eigentlich wollte ich nach einem Plan dafür trainieren. Aber in den letzten Wochen hat mich etwas die Lust verlassen oder es kam anders als gedacht, wie ab und zu ein ungewollt schneller Lauf mit Kathrin ;o). Ich habe es dann einfach bei dem belassen, wozu ich Lust und Zeit hatte, die nächsten Wochen werden hart genug. Lediglich die Intervalleinheiten habe ich durchgezogen. In Binz bin ich sogar in den Genuss gekommen, 5x1000 Meter auf einer Bahn laufen zu können. Erst dachte ich, dass das bestimmt ätzend ist. Aber es hat einfach Spaß gemacht und ruckzuck war die Einheit vorüber. Und mit dem Ergebnis von 4:49 bis 4:51 für alle Intervalle war ich total zufrieden.
Nun bin ich gespannt, was morgen möglich ist. Soll dieser Lauf ein bisschen Standortbestimmung sein, denn nächste Woche geht es mit dem Marathon-Trainingsplan los.

Und dann ist am Sonntag endgültig mein letzter Urlaubstag gekommen. Aber die Wehmut hält sich in Grenzen, denn 2 Wochen später gibt es noch mal Urlaub :-).

Dienstag, 7. Juli 2009

Ich bin ein Weichei!?

Nach ganz schön viel Tempo letzte Woche wollte ich am Samstag vormittag einen ganz ruhigen Lauf machen. Als ich dann endlich gegen 10.30 Uhr losgekommen bin, war es schwülheiß. Ein Grund mehr, langsam zu laufen. Und ich hielt mich auch daran, es war so schon schweißtreibend genug. Allerdings stelle ich zur Zeit fest, dass sich Wärme bei mir nicht auf den Puls auswirkt. Das sah im April beim Marathon ganz anders aus, aber da fehlte wohl auch die Gewöhnung, die man derzeit wohl notgedrungen haben muss :-).
Ich lief also so vor mich hin, mit Musik im Ohr und freute mich, dass sich die Sonne hinter Wolken versteckte, was es etwas angenehmer machte. So 3 km vor dem Ziel schreckte ich aber in meinem Tran durch ein Geräusch auf. Kopfhörer raus, ich hatte mich nicht verhört. Donnergrollen von links und dort sah der Himmel mittlerweile nach Weltuntergang aus. Das Grollen wurde immer doller und nun nahm ich die Beine in die Hand. Nichts war mehr mit ruhigem Lauf. Fast in Panik ging es im Tempolauf stetig bergan. Ca. 1 km vor dem Ziel zuckten dann die ersten Blitze, der Donner ließ aber doch ein paar Sekündchen auf sich warten. Nun wusste ich, dass ich unbeschadet nach Hause kommen würde und ich habe es letztendlich auch geschafft. Das wirkliche Unwetter ließ sogar noch einige Stunden auf sich warten, es tobte sich erst in wenigen km Entfernung aus. Aber seit Pfingsten, als wir mit Fahrrädern mitten im Wald überrascht und quasi bis zur Haustür verfolgt wurden, hat sich Respekt vor´m Gewitter in richtige Angst verwandelt. Übertreibe ich? Aber wiederum ist hier in der Gegend ein Mann in genau meinem Alter vom Blitz erschlagen worden. Er stammte übrigens aus einem Nachbarort meiner Heimat und vielleicht kannte ich ihn sogar. Und hier hat in unserer unmittelbaren Nähe ein Blitz aus heiterem Himmel eingeschlagen, der unseren Router zerschossen hat, so dass wir 3 Tage internetlos waren. Das sind schon Gewalten, die sich mit so einem Gewitter entladen...

Gestern stand nun ein 18km-Lauf an und wieder waren Gewitter gemeldet. Ursprünglich wollte ich Richtung Müllrose laufen. Doch da muss ich 9km durch einen Wald, ohne evtl. einer Menschenseele zu begegnen und dann an einer Landstraße entlang ebenfalls ohne Unterstellmöglichkeit. Also was tun? Ausfallen stand nicht zur Debatte und Not macht erfinderisch. So bin ich dann 2 mal eine wenig geliebte 8km-Runde mit jeweils einem km Hin- und Rückweg gelaufen. Das hatte den Vorteil, bei der Wärme eine Wasserflasche zu Beginn der Runde deponieren zu können und wenigstens aller 3km eine Unterstellmöglichkeit zu haben. Letztendlich hat sich das Wetter gehalten, es klarte sogar leicht auf. Nur die Schwüle hatte es ganz schön in sich und zu Beginn der 2. Runde habe ich mir ernsthaft die Frage gestellt, ob ich noch eine haben muss ;o). Aber es lief sich dann so weg und ich wurde auch mit fortschreitender Laufdauer ruhiger. Im Nachhinein war es sogar noch ein schöner Lauf.
Denn zu Beginn hatte ich schon wieder so eine leichte Panik, was ich machen würde, wenn mich das Gewitter mitten im Wald überrascht.
Bin ich da zu ängstlich? Sonst bin ich eigentlich nicht so, ich renne allein im Dunkeln durch den Wald und es macht mir nichts aus. Schon verrückt!

Donnerstag, 2. Juli 2009

Noch mal Tempo

Zur Zeit habe ich immer 2 schnelle Einheiten im Plan stehen. Und dafür kann man ja das Nützliche mit dem Angenehmen verbinden :-).
Letzten Samstag bin ich nach langer Zeit mal wieder über den Eisvogelpfad gelaufen und obwohl es nicht warm war, habe ich schon nach wenigen Metern geschwitzt. Hier hält sich schon seit vielen Tagen eine ungewohnte Schwüle, die gefühlsmäßig von Tag zu Tag schlimmer wird. Trotzdem war ich mit dem 14km-Lauf zufrieden, es lief einfach.
Abends ging es dann zu einer Geburtstagsparty und es ist spät geworden. So habe ich dann am Morgen eine Weile mit mir gerungen, gegen 8 Uhr aufzustehen. Doch Schweini hat verloren :-). Somit war ich dann eine Stunde später an Ort und Stelle, um meine Tempoläufe zu absolvieren. Statt einmal 6 km sollten es nämlich ein 2,4 km und ein 3,6 km Lauf sein, verpackt in eine regionale Großveranstaltung, wo man Laufen, Radfahren, Skaten oder Walken konnte. Da sich die Anmeldung lange hinzog, blieb nicht mal Zeit zum Einlaufen. Das ist bestimmt nicht zum Nachahmen empfohlen, aber es war zum Glück warm.
Nach dem Startschuss rannten einige wie verrückt los, um nach 200 m in den Gehschritt zu verfallen... Aber wirklich langsam bin ich auch nicht gewesen, wie soll man sich auch 2400 Meter einteilen. Lange Zeit bin ich gemeinsam mit einer Läuferin gelaufen, nach der ersten Runde haben wir die führende Frau überholt und ca. 500 m vor dem Ziel konnte ich mich dann absetzen. Ganz zum Schluss konnte ich noch ein paar Körner aufsparen, denn ich wollte ja noch einen Lauf hintenran setzen. Am Ende war es eine Pace von 4:42 min, den ersten km in für mich unglaublichen 4:30 min. So schnell war ich noch nie!
Der zweite Lauf war dann eine Stunde später und den bin ich moderater angegangen, denn ein wenig war die Vorbelastung in den Beinen zu spüren. Am Ende war es eine fast gleichmäßige Pace von 4:57 min. Dieses Mal war die führende Frau schon ein Stück enteilt, aber bis Anfang der letzten von 3 Runden hatte ich mich herangekämpft und 500 m vor dem Ziel war ich vorbei. Das war dann mein zweiter Sieg innerhalb von 1,5 Stunden, wofür es später noch 2 Goldmedaillen gab. Eine schöne Belohnung für gelungenes Tempotraining :o).

Am Dienstag standen wieder die 400m-Intervalle auf dem Programm. Da der Himmel unwetterverkündend aussah, bin ich gleich nach der Arbeit in die Spur. Bei 30°C und extremer Schwüle, untermauert von dauerndem Donnergrollen. Schön schaurig, aber dort gibt es für den Ernstfall genügend Unterstellmöglichkeiten. Dieses Mal waren die Intervalle schon viel gleichmäßiger und mit 1:57, 1:58, 1:54, 1:55 und 1:54 war ich unter diesen Bedingungen sehr zufrieden.
Der für heute geplante Tempolauf fiel dann einem Gewitter zum Opfer und wird morgen nachgeholt. Und am Wochenende muss ich mal wieder lange und langsam laufen üben ;-).

Freitag, 26. Juni 2009

Tempo ohne Gefühl

Eigentlich habe ich diese Woche einen Plan für 10 km begonnen und schon mit dem ersten Training nicht eingehalten ;-). Denn am Dienstag gab es ganz unerwartet den längeren Lauf, der am Sonntag vorgesehen war. Aber gerade dieser Lauf mit Kathrin und Frederik war bei bestem Wetter wie immer sehr kurzweilig.

Gestern war ich nach der Arbeit so fertig, dass ich nicht gleich laufen konnte und wollte. Ich war mir noch nicht mal sicher, ob ich den Lauf sogar auf heute verschiebe. Doch dann habe ich Michis Bericht über ihren Tempogefühllauf gelesen und das brachte mich auf eine Idee, sowas ähnliches auch zu versuchen. Und da nächste Woche 5x400m in 1:55 min im Plan stehen, dachte ich mir, dass sie diese Woche bestimmt auch nicht schaden können...

Um kurz vor halb neun am Abend war ich dann soweit und trabte los in Richtung einzigen einigermaßen befestigten Weg in meiner Nähe. Erst mal ging es gegen eine Wand, die Luft stand vor Schwüle. Doch nach wenigen Metern tröpfelte es, was es etwas angenehmer machte.
Irgendwann habe ich die ersten 400 Meter gestartet. Ich wollte mal nach Gefühl laufen und nicht ständig auf die Uhr schauen, doch kurz vor Schluss tat ich es doch und prompt war ich mit 1:59 min zu langsam. Ich habe schon gemerkt, dass ich noch jede Menge Luft habe, aber ich wollte mich auch nicht gleich beim ersten Intervall verausgaben. Nach 200 Meter Trabpause das gleiche Spiel von vorn, dieses Mal etwas mehr angezogen. So kamen dann am Ende in dieser Reihenfolge 1:54, 1:53, 1:51 und 1:49 raus.
Also gleichmäßig ist etwas anders, es waren ja auch nur 400 Meter. Auf 1 km umgerechnet schwanken die Paces von 4:57 bis 4:33. Das muss ich also noch üben. In der Trabpause ist mir das übrigens schon gelungen, denn mit Ausnahme der ersten wichen die anderen 3 nur eine Sekunde voneinander ab :o).
Aber Intervalle laufe ich sonst so gut wie nie und freue mich nun, in den nächsten Wochen davon einige im Plan zu haben. Denn das Training gestern hat viel Spaß gemacht. Man ist danach nicht völlig im Eimer und erholt sich recht schnell wieder.

Mittwoch, 17. Juni 2009

Viele Rosen und ein Pokal

Heute habe ich mich an den vielen blühenden Rosen in meinem Garten erfreut. Mittlerweile blühen sie alle in voller Pracht und ich habe es noch gar nicht richtig mitbekommen. Entweder fehlte die Zeit oder es regnete.

Dies hier ist die erste Rose, die ich überhaupt gepflanzt habe. Diese Parkrose ist einfach unverwüstlich und blüht im Prinzip bis in den Herbst hinein ununterbrochen.

Diese hier in meiner Lieblingsfarbe ;-) sticht doch einfach ins Auge. Im Hintergrund beginnt übrigens gerade die pinkfarbene aus dem Header zu blühen.

Und vor diesen beiden steht noch dieses Prachtexemplar. Da sie vom Wohnzimmerfenster aus gut zu sehen ist, konnte man tagtäglich sehen, wie sie ihre Blütenblätter einzeln entfaltet hat.


Hier ist etwas Wildwuchs entstanden, dem ich aber keinen Einhalt gebieten wollte. Die lachsfarbene sollte eigentlich eine Kletterrose sein, aber ich konnte nicht so recht lesen, als ich sie gekauft habe ;o). Die andere ist eine Kriechrose mit unzählig vielen Blüten. Einfach traumhaft!

Letzten Sonntag habe ich noch diese beiden Rosen bekommen. Die eine gab es für den Stadtmeisterschafts-Einzelsieg und die andere für den Gewinn der Mannschaftswertung unseres Vereins.
Doch bevor es soweit war, gab es noch einen Mini-Run&Bike über 4 km. Ich hatte mich gar nicht dafür angemeldet, sondern wollte nur nebenher laufen. Und da Gerhard, mit über 70 Jahren der älteste Teilnehmer, das gleiche mit dem Rad vorhatte, haben wir diese Strecke gemeinsam absolviert. Er radfahrend, ich locker laufend, ohne Wettkampfgedanken und schnatternd ins Ziel. Schön war´s.
Anschließend gab es bei strahlendem Sonnenschein die Siegerehrung zur Laufserie über 5 Läufe. Jeder Geehrte wurde laut bejubelt und alle haben sich miteinander gefreut. Danach haben wir noch bei einem Fläschchen Bier diesen schönen Vormittag ausklingen lassen.

Dienstag, 9. Juni 2009

Schon wieder ein WK-Laufbericht...

...aber für die nächsten Wochen ist es der letzte. Versprochen!

Als am Sonntag um 5 Uhr der Wecker klingelte, habe ich kurz über Sinn oder Unsinn des Vorhabens nachgedacht. Auch das Wetter meinte es nicht so gut, es regnete vor sich hin. Überhaupt hatte mich in der letzten Woche etwas die Unlust gepackt gehabt, ich fühlte mich einfach nicht so recht wohl. Nach einem längeren Lauf war mir im Anschluss übel geworden, so was kenne ich sonst gar nicht. Deswegen hatte ich sogar kurzzeitig überlegt, den Halbmarathon in Potsdam abzublasen und hätte es wahrscheinlich sogar getan, wenn ich allein gefahren wäre.
Aber es war eine gemeinsame Fahrt einiger Vereinskollegen geplant und so ging es gegen 6 Uhr mit 3 Autos gen Potsdam. Insgesamt waren wir 7 Läufer und die gleiche Anzahl Groupies.
Und es regnete immerfort, aber die Zeit bis zum Start konnte man gut in der dortigen Leichtathletikhalle verbringen. Wirklich ideal.

Dann ging es zusammen mit Bianka zum Start und dort hörte plötzlich der Regen auf :-). Da ich überhaupt keine Ahnung hatte, was ich laufen kann, wollte ich einfach mit 5:20 anlaufen und dann schauen, was geht. Eine PB hatte ich von vornherein ausgeschlossen, dafür lief es die letzten Tage zu schlecht und auch das Profil in Potsdam ist nicht ganz leicht. Aber mit einer Zweitbestzeit (über 3 min langsamer) hatte ich schon geliebäugelt.
Der Start war nicht so ideal, eine halbe Runde im Stadion und dann wurde es richtig eng. Überhaupt waren die Wege oftmals recht schmal und man musste viel Slalom laufen. An diesem Tag zusätzlich noch, um wenigstens die ganz großen Pfützen zu umrunden.
Die ersten 4 km liefen Bianka und ich gemeinsam, ohne dass wir es verabredet hatten. Doch an der ersten Verpflegungsstation war sie dann plötzlich weg. Ich habe dieses Mal an allen Stationen angebremst und im Gehen ein paar Schlucke getrunken, obwohl es ja nicht warm war. Diese Zeit wollte ich mir einfach nehmen und mir auch keinerlei Zeitdruck aufbauen.
Nach ca. 5 km wechselte es vom festeren Untergrund im Park Babelsberg auf Matschepampe. Dort war der Sand-Lehm-Weg dermaßen aufgeweicht, dass man gefühlsmäßig sofort Geschwindigkeit verloren hat. Und das Slalom-Pfützen-laufen ging dort natürlich weiter. Dann kamen ein paar Anstiege zu Brücken hoch, teilweise wieder runter und zur Abwechslung mal wieder fester Belag - Kopfsteinpflaster. Aber dieser war doch erholsamer als die Pampe, nur musste man auf glitschige Stellen achten.
An der Glienicker Brücke ging es erst rüber, dann linksseitig steil bergab, unter der Brücke durch und danach wieder hoch, so dass man die Straßenseite gewechselt hat. Genau diese Passage sollte später noch eine Rolle spielen.
Weiter liefen wir durch den Großen Garten über... richtig... Modderpampe. Doch dort war sie teilweise noch mit Kopfstein garniert. Irgendwann kam dann das 10km-Schild und ich wunderte mich ein wenig über die 55 min, die mir meine Uhr anzeigte. Sooo langsam bin ich heute? Aber ich hatte auch mitbekommen, dass die Markierungen teilweise sehr vom Garmin abwichen.
Etwa ab diesem Zeitpunkt hat sich mir eine ganz junge Läuferin angeschlossen. Im Nachhinein habe ich gesehen, dass sie meine Tochter hätte sein können ;-). Wir liefen immer nebeneinander her und hatten das gleiche Tempo. Nach einer Weile passte sich dann ungefragt die eine der anderen an. Einmal habe ich sie am Verpflegungsstand animiert, wieder loszulaufen, das andere Mal hat sie auf mich gewartet. Das war richtig toll, gemeinsam diesen Lauf durchzuziehen. Die Strecke wurde dann auch besser und sogar die km-Schilder standen zum Teil wieder fast korrekt.
Doch viel Kraft hat dann noch mal der Abschnitt durch den Park Sanssouci gekostet, wieder durch Matschepampe. Danach fiel es mir richtig schwer, das Tempo zu halten. Wir sind eher langsamer geworden, haben aber gerade auf diesem Abschnitt einige Läufer überholt. Die letzten 1,5 km haben wir beide aber wieder angezogen, dann ging es in das Stadion, eine dreiviertel Runde rum und durchs Ziel. Danach sind wir uns erst mal in die Arme gefallen und haben uns gegenseitig für diesen tollen Lauf bedankt. Es hat einfach unglaublich viel Spaß gemacht und motiviert, das Ding gemeinsam durchzuziehen. Bei ihr war es übrigens der erste Halbmarathon, eine ganz starke Leistung.

Ach ja, die Zeit. Bei mir sind es 1:54:45 h geworden und damit war ich bei diesen Bedingungen sehr zufrieden. Ich habe mich im Ziel echt von der Zeit überraschen lassen, weil ich bis auf dieses eine Mal nicht auf die Uhr geschaut hatte. Auch habe ich nach der 10km-Durchgangszeit nicht mehr mit sub1:55 gerechnet, aber dieses Schild hatte definitiv falsch gestanden. Ich hatte mich nur ein wenig geärgert, die Zweitbestzeit um nur 20 sec verpasst zu haben. Doch im Nachhinein kam heraus, dass dieser Kringel an der Glienicker Brücke aus Verkehrstechnischen Gründen zusätzlich eingebaut wurde und sich damit die Strecke um über 200 Meter verlängerte. Damit hätte die Zeit doch gereicht :-).

Von unseren 6 Vereinsläufern bin ich als 3. ins Ziel, nur die schnellen Jungs Frank und Andreas waren (meilenweit) vor mir. Damit hatte ich auch nicht wirklich gerechnet, aber die anderen kamen auch kurz nach mir ins Ziel. Nach der Stärkung und dem Duschen haben wir dann auf unseren einzigen Marathoni gewartet, der noch eine Überraschung parat hatte. So ist doch Matthias in seiner AK Zweiter und damit Brandenburgischer Vizemeister geworden. Herzlichen Glückwunsch!!! Natürlich haben wir dann gern noch die Siegerehrung abgewartet, bevor es nach Hause ging.

Das war ein wirklich schöner Lauf bei einer perfekten Organisation, für das Wetter konnten ja die Veranstalter nichts. Im nächsten Jahr auf jeden Fall wieder.

Freitag, 5. Juni 2009

Ein besondererTag

Unsere Tochter hat heute die Ergebnisse ihrer Abiturprüfungen erfahren.
Ihre mündliche Prüfung hatte sie ganz schön verrissen und damit war eigentlich ihr Wunschergebnis außer Reichweite. Doch als sie mich heute im Büro anrief, habe ich es schon ihrer Stimme angehört :-).
Sie hatte es nämlich mit tollen schriftlichen Ergebnissen doch noch gepackt. Natürlich sind wir mächtig stolz auf sie, aber das wären wir auch, wenn es nicht ganz gereicht hätte.
Nur richtig feiern konnten wir noch nicht mit ihr, weil sie für ihr kommendes Studium auf WG-Besichtigungstour ist.
Nun wird es wirklich ernst und sie wird endgültig ihren eigenen Weg gehen!

Montag, 25. Mai 2009

Eine offene Rechnung ist beglichen :-)

Am Samstag fand in Neuzelle der 8. Run&Bike statt. Und aus dem letzten Jahr hatte ich noch eine Rechnung offen. Habe ich damals bei diesem Rennen einige Fehler gemacht, aber auch schon die krassen Auswirkungen meines Eisenmangels zu spüren bekommen. Nur dass ich es zu diesem Zeitpunkt noch nicht wusste... Zumindest war ich damals mit meiner Leistung überhaupt nicht zufrieden.

Deshalb habe ich in diesem Jahr Martina angesprochen, ob sie wieder mit mir laufen wolle, im letzten war es umgekehrt. Ich wollte es einfach ihr und natürlich besonders mir beweisen.

Punkt 8 Uhr sollte es losgehen, ich würde für uns wieder anlaufen und als ich so erwartungsfroh im Startpulk stand, bemerkte ich in leiser Panik, dass ich vergessen hatte, mein Startnummernband umzubinden. Schnell zum Rucksack geflitzt, das Band rausgekramt und wieder einen günstigen Startplatz zurückerobert. Das sollte nicht die einzige Schrecksekunde des Tages bleiben...

Dann ging es los, insgesamt 256 Paare machten sich auf den Weg der Marathondistanz. Ich bin gut weggekommen und nach wenigen hundert Metern habe ich mich eingebremst und gleichzeitig meine Jacke ausgezogen und um den Bauch gebunden, da ich noch nicht gleich mit einem Wechsel rechnete. In diesem Moment wusste ich aber noch nicht, wie lange ich wirklich auf einen Wechsel warten bzw. laufen musste. Schon bald ging es nämlich von der breiten Straße auf einen engen Waldweg, teils moddrig und es war für die Radfahrer schwierig, an den Läufern vorbei zu fahren. Erschwert wurde das Ganze dann noch durch einen heftigen und längeren Anstieg, bei dem ich sogar Probleme hatte, an schiebenden Radfahrern vorbei zu laufen. Dann war dieser Anstieg geschafft und es ging auf breiter Straße weiter. Langsam machte ich mir aber ernsthaft Sorgen, ob mich Martina im Pulk vielleicht übersehen hatte und vorbei gefahren ist. Plötzlich rief es von hinten "Hallo Anett". Es war zwar "nur" Kathrin auf ihrem Weg zu Dieter, aber nun war ich guter Dinge, dass ich nicht übersehen worden bin. Kurz danach hatte mich dann auch Martina eingeholt und wir konnten nach ca. 4,5 km wechseln. War aber auch bitternötig, da ich mit so einer langen Strecke nicht gerechnet hatte und etwas zügiger losgelaufen bin. Doch über eine Pace von 5:03/km bei diesem Anstieg und brutto gemessen war ich mehr als erstaunt. Mein lieber Scholli. Denn am Limit war ich noch nicht gewesen. Die nächsten km ist dann Martina immer knapp 3 km gelaufen, während ich es bei reichlich 2 belassen habe, mir stak der erste Abschnitt doch ganz schön in den Knochen. Doch zum Glück habe ich mich auf dem Rad recht gut erholen können, da ich gleich den Anschluss gesucht habe.

Nach meinem 3. Abschnitt geriet ich aber in völlige Panik und Hilflosigkeit. Beim Losfahren lies sich das Rad nämlich nicht fahren, ich konnte nur im Leerlauf treten und bin nicht vorwärts gekommen. Nun war guter Rat teuer. Erst dachte ich, dass die Kette abgesprungen ist. Da habe ich eine Weile rumgefummelt und mir schöne schwarze Finger geholt ;o). Dann habe ich aber gesehen, dass die Kette auf dem kleinsten Kranz liegt und da ich mich mit dem Rad nicht auskannte, habe ich einen anderen Teilnehmer gefragt, der gerade am Rand stand. Er hat mich dann in die Schaltung eingewiesen, die bei diesem Rad auf beiden Seiten war. Ich muss sie beim Bremsen wohl versehentlich betätigt haben. Naja, typisch Frau. Ich hätte mich ja vor dem Lauf mal einweisen lassen sollen ;o).
Martina war inzwischen gefühlt meilenweit enteilt. Nun musste ich in Eilfahrt durch den engen holprigen Feldweg an den ganzen anderen Läufern und Radfahrern vorbei, was ganz schön Kraft gekostet hat. Aber ich war heilfroh, dass ich überhaupt wieder fahren konnte. Nicht auszudenken, wenn es wirklich eine Panne gibt...

So gingen dann die km dahin. Es war nie langweilig oder eintönig, eben toll, wenn man einen Begleiter hat. Auch die Zuschauer waren klasse, viele bekannte Gesichter unter ihnen, die uns persönlich anfeuerten. Eine ganz tolle Leistung lieferte aber unser Vereins-Vorsitzender ab, der an sage und schreibe 5 Stellen mit seinem Anhang stand und Fotos von uns allen Läufern schoss, die sich ja über einen großen Zeitrahmen hinzogen. Grandios!!!

Die Strecke selbst war nicht immer einfach zu laufen, teilweise sehr matschig und hügelig. In der Regel trafen mich diese Bergauf-Laufabschnitte, aber auch mit dem Rad sind sie nicht einfach zu bewältigen. Einmal habe ich sogar meine Partnerin abgehängt ;-). Überhaupt habe ich am Berg oft überholt, ein ganz neues Gefühl.
Gegen Ende haben wir die Wechselabschnitte verringert, es war einfach effektiver, denn die Müdigkeit setzte eher ein. Wir hatten aber keine Ahnung über unsere Platzierung. Ständig bewegten wir uns in einem Pulk mit gemischten oder Männer-Paaren, in der Regel immer die gleichen. Doch ich bekam auf den letzten km mit, dass wir von den Zuschauern Sonderapplaus bekamen, weil wir ein Frauenteam waren. Da muss es vor uns noch nicht so viele gegeben haben. Das spornte noch mal mächtig an und wir schafften sogar wieder Abschnitte unter 5min/km. Und dann waren wir in genau 3:44:00 h für 43,5 km im Ziel, auf dem letzten km noch ein paar Männerpaare überholend ;-). Doch der Transponder wollte einfach nicht piepen, was später noch eine Rolle spielen sollte. Ich hatte angenommen, dass ich es nur nicht mitbekommen habe.

Danach haben wir uns etwas gestärkt und dann wollte ich unsere Urkunden abholen. Aber die waren einfach noch nicht fertig gedruckt. So haben wir dann die Siegerehrung abgewartet und nun gab es die Überraschung. Wir wurden als 4. Frauenpaar auf die Bühne gerufen und bekamen dann dort unsere Urkunde und auch einen Preis. Da konnte ich ja lange warten ;o).
Auf dieser stand dann eine andere Zeit als die von uns gestoppt und in der Ergebnisliste habe ich dann am Abend gesehen, dass auch 4 Männerpaare plötzlich vor uns platziert waren, die wir hinter uns gelassen hatten. Also gab es doch ein Problem mit dem Transponder.
Eine Mail an den Zeitnehmer hat auch dieses Malheur korrigiert, da es eine manuelle Einlaufliste gab. So sind wir dann 4. von 24 Frauenpaaren und 148. von 253 Paaren insgesamt geworden. Damit sind wir total zufrieden und ich habe meine Schmach aus dem Vorjahr getilgt, denn ich bin im Schnitt fast 40 Sekunden pro km schneller gewesen als im letzten Jahr.

Als wir dann zum Auto gehen wollten, hat mir mein unbekannter Radbau-Helfer gratuliert und ich mich bei ihm noch mal bedankt.
Eine wirklich tolle Veranstaltung, die wir im Anschluss noch ein wenig feiernd gewürdigt haben.

Dienstag, 19. Mai 2009

Frauenlauf in Berlin

Am Samstag war ich wieder beim Frauenlauf in Berlin. Da in diesem Jahr am gleichen Tag der Rennsteiglauf und andere regionale Wettkämpfe stattfanden, war unser Grüppchen mit 6 Frauen recht überschaubar, aber Spaß hatten wir nicht minder ;-).
Für mich gab es in diesem Jahr eine Premiere, denn ich musste mal für die Radiergummiliga eine offizielle 5er Zeit abliefern. Diese Strecke laufe ich fast nie, somit stand meine alte PB seit reichlich 2 Jahren bei 26:05 min.
Dadurch hatte ich nach unserer Ankunft in Berlin auch nicht so viel Zeit bis zum Start um 16:15 Uhr, so dass das geplante Treffen mit Binchen erst mal ausfiel.
Zum Schluss wurde es sogar arg knapp, so dass auch das Einlaufen zusammen mit unserer Nachwuchsläuferin Julia recht kurz ausfiel. Dann schnell zum Start und über den Zaun klettern, um ganz vorn zu stehen. Doch genau in diesem Moment wurde die Läuferinnen-Masse um 10 Meter nach vorn verschoben, so dass wir unerwartet mitten im Pulk standen. Das erschwerte uns beiden dann natürlich ein zügiges Loslaufen nach dem Start und es ging erst mal mit Extremslalom und Abrupt-Abstoppen los. Doch nach ca. 500 m hatte ich mich endlich frei gelaufen, angefeuert durch Binchen, die mich im Pulk entdeckt hatte. Natürlich war der 1. km viel zu schnell, denn ich wollte doch irgendwie die verlorene Zeit wieder gut machen. Das kostete dann die Kraft, die mir zum Schluss fehlte. Denn ab dem 3. km bin ich etwas langsamer geworden, konnte aber gleichmäßig durchlaufen. Auf der Zielgeraden hat mich dann wieder Binchen angefeuert, aber im Gegenwind hatte ich das Gefühl zu stehen, dem aber nicht so war ;o). Durchs Ziel ging es dann in 24:24 min und ich wusste rein optisch schon, dass die Läuferinnen, die vor mir durchs Ziel sind, überschaubar waren.
Am Ende bin ich dann Gesamt-31. von 1662 und AK-4. von 286 Starterinnen geworden. Klar sind die schnellen Läuferinnen beim Hauptlauf gestartet, aber trotzdem war ich mit diesem Lauf mehr als zufrieden :-) und schon ein bisschen stolz auf das Ergebnis. Vergessen der ganze Frust des letzten Jahres, als ich mich durch den Tiergarten gequält habe...
Und Julia ist sogar Gesamt-3. in einer Zeit knapp über 20 min geworden. Grandios!!!

Nach meinem Lauf habe ich dann den 10km-Lauf als Zuschauer verfolgt. Natürlich habe ich mir den Start mit Sabrina Mockenhaupt und Ulrike Maisch von Nahem angeschaut und auch Heike als einzige Starterin unserer Truppe über diese Strecke stand in der ersten Reihe.
Es war toll, die unterschiedlichen Laufstile zu beobachten, Heike und Binchen anzufeuern und letztere dann auf den letzten Metern zu begleiten.
Insgesamt war es wieder ein gelungener Tag und ich bin dann glücklich und zufrieden am späten Abend, mit einer Tüte voll Kosmetik und einem neuen pinkfarbenen Laufshirt, zu Hause wieder aufgeschlagen.

Donnerstag, 14. Mai 2009

BLACK ICE

Wir waren gestern in Leipzig zum AC/DC-Konzert, der absoluten Lieblingsband von Frank.
Ich muss schon zugeben, dass ich doch mit einigen Vorbehalten hingefahren bin, gehören sie nicht unbedingt zu meinem Musikgeschmack. Aber was tut man nicht alles ;o) und ich wollte mir endlich selbst ein Urteil bilden...

...und das habe ich.
Es war einfach nur geil!!! Von der ersten Minute an bebte das Zentralstadion und es war Power pur. Frank hatte mich aber in letzter Zeit mit der Playlist und sonstigen Begebenheiten vertraut gemacht, mitsingen (oder -grölen) war somit kein Problem ;-). Einen ausführlichen Bericht über das Konzert gibt es hier.
Anschließend haben wir den Abend noch mit einem Bierchen an der Hotelbar ausklingen lassen, zu der sich dann noch jede Menge andere Konzertbesucher gesellten.
Jederzeit wieder!

Sonntag, 10. Mai 2009

Unerwartete Bestzeit und Familienzuwachs

Im Moment freue ich mich wie blöd... Nicht nur, weil heute Muttertag ist und meine Töchter an mich gedacht haben.


Heute stand für mich auch der 5. und damit letzte Stadtmeisterschaftslauf an. Ich hatte keine Ahnung, wo ich 2 Wochen nach dem Marathon stehe, schnelle Läufe gab es in der letzten Zeit sowieso nicht.
Seit 2 Jahren versuche ich nun schon, über die Standardstrecke von 6 km die Schallmauer von 30 min zu unterbieten. Zuletzt fehlten ganze 6 Sekunden. Heute hatte ich die Zeit auch schon abgeschrieben, weil mich beim Einlaufen Rückenprobleme plagten. Doch mit dem Startschuss waren die Schmerzen verschwunden und ich bin von Anfang bis Ende ein gleichmäßiges Tempo durchgelaufen, dank auch einer gleichaltrigen Läuferin, die mich gezogen (oder ich sie getrieben ;o)) hat. Für sie war das Tempo nach 4 km zu schnell und ich bin nach einem kurzen Zwischenspurt vorbeigezogen und war ruckzuck weg. Am Ende bin ich jeden km unter 5 min gelaufen und in 29:48 min ins Ziel. Damit habe ich den AK-Sieg und den Stadtmeisterschaftssieg über 5 Läufe eingefahren. Und das 2 Wochen nach dem Marathon ohne jegliches Tempotraining. Am meisten freue ich mich aber über die Gleichmäßigkeit und dass ich, als es nötig war, beschleunigen konnte.

Seit Samstag gehört nun Emily zu unserer Familie, ganz speziell steht sie aber unter meiner Obhut ;o). Nein, kein Haustier, sondern ich habe meinen alten roten Flitzer gegen einen neuen glänzenden getauscht. Den Namen hat unsere Tochter in Anlehnung einer Comicfigur mit Nachnamen Erdbeer gegeben und mir gefällt er auch sehr gut :-).

Es war ein wunderschönes Wochenende!

Donnerstag, 30. April 2009

Mit der Sonne an der Elbe entlang

Nun ist er schon ein paar Tage her, mein dritter Marathon.

Der Einfachheit halber kopiere ich mal den Bericht aus dem Forum hier herein.

Ich habe mich schon seit Wochen auf den Oberelbe-Marathon gefreut, meinem dritten nach dem Schlaubetal und Berlin überhaupt. Landschaftlich ist diese Strecke sowieso einmalig. Und die Vorfreude steigerte sich noch, als ich die Wetterprognosen hörte: Sonne pur und Südostwind, d.h. 42 km Rückenwind . Mit den Temperaturen hatte ich mich nicht wirklich beschäftigt, denn bisher bin ich mit warmem Wetter immer gut klar gekommen. Auch in Berlin gab es beim Marathon zur Mittagszeit fast sommerliche Temperaturen, ohne dass ich Probleme damit hatte.
Ich bin schon am Vortag angereist und habe mich mit Hanka und Jens getroffen, die beide ihren ersten Marathon laufen wollten. Irgendwie hatten wir gleich einen Draht zueinander, eben Läuferfamilie. Da es bis zum Start von meinem Quartier nur ein paar Schritte waren, konnte ich am Marathon-Morgen recht lange schlafen. Trotzdem war ausgeschlafen etwas anders...

Kurz nach 8:30 Uhr war ich dann im Startgelände direkt an der Elbe. Wunderschön, mit Blick zur Festung Königstein und den anderen Felsen auf der gegenüberliegenden Elbseite. Die Sonne strahlte vom azurblauen Himmel, nur der Wind war noch recht frisch. Dass für die Startzeit von 9:20 Uhr noch wirklich wenige Läufer vor Ort waren, hatte ich gar nicht gleich registriert. Doch dann kam schon eine Durchsage, dass sich der Start verzögert. Bei Rathen war jemand seinen letzten Weg gegangen. Zumindest ging auf der Bahnstrecke nichts mehr und hunderte Marathonläufer saßen in den Zügen fest. Diese mussten erst mit dem Bus nach Königstein transportiert werden, so dass der Start auf 10:20 Uhr festgesetzt wurde. Die letzten waren dann erst kurz vorm Start da. Deren Situation stellte ich mir noch schlimmer vor als unsere, wir waren wenigstens schon an Ort und Stelle. Vor dem Start habe ich wieder Hanka und Jens, aber auch Ralf und Schrambo getroffen. Und gerade diese Beiden äußerten schon ihre Bedenken wegen der Startverzögerung und der daraus resultierenden Wärme. Ich war aber noch optimistisch, dass ich die sub4h wie vorgesehen angehen kann.

Dann ging es endlich los und ich registrierte, dass mir nach dem Ausziehen der langen Sachen nicht kalt war. Kein gutes Zeichen. Der Start selbst war Gänsehautfeeling pur. Die Schützengilde gab den Startschuss ab und eine superlaute Sirene gab es vom Schaufelraddampfer, der die Angehörigen der Läufer nach Dresden transportierte. Mein Ziel war klar, nur der Weg dazu nicht, denn es gab auch einen Pacemaker für 4h. Da er aber gleichmäßig laufen und ich aber langsamer angehen wollte, habe ich mich ihm von Anfang an nicht angeschlossen. Das war wohl die einzig richtige Entscheidung des Tages!Ich bin also vorsichtig losgelaufen und obwohl die Beine wirklich locker waren, ging mein Puls höher, als er bei diesem Tempo hätte sein sollen. Und mir war von Beginn an warm. Nach einem km habe ich mir sogar einen Zopf gebunden, obwohl mich sonst die offenen Haare nicht stören. Und im Prinzip habe ich von Anfang an gewusst, dass es mit sub4h nichts wird, nur es noch nicht wahrhaben wollen!Beim ersten leichten Anstieg habe ich Tempo rausgenommen und trotzdem ging der Puls extrem hoch. Die ganze Zeit hatte ich aber immer noch den Ballon des Pacemakers im Blickfeld und die Hoffnung nicht ganz aufgegeben. Nach knapp 7 km kam dann die erste Getränkestelle, bei diesen Temperaturen für mich eindeutig zu spät, denn ich hatte richtig Durst. Da es dort gerade steil bergan ging, bin ich da schon ein paar Schritte gegangen, um Kräfte zu sparen. Danach ging es hügelig weiter, wenigstens teilweise durch schattige Waldstücke. Und ich habe dummerweise versucht, wenigstens in die Nähe der geplanten Pace zukommen. Trotzdem lag ich bei km 10 schon eine reichliche Minute hinter der geplanten Zeit zurück. Aber ich habe insgeheim immer noch an Wunder geglaubt.Danach lief es im folgenden Flachstück besser und ich bin relativ gleichmäßig um die 5:40 gelaufen. Dann begann die Schleife nach Pirna und ich machte den nächsten Fehler. Da ich gerade in einer Gruppe lief, bin ich einfach deren Tempo mitgegangen. Das war über lästiges Kopfsteinpflaster und bergan für mich aber zu schnell und der Puls ging in astronomische Höhen. Auch die Wasserstellen waren an diesem Tag und zu diesem Zeitpunkt zu weit auseinander. Nach km 13,5 kam erst bei km 20 die nächste. Für meine Begriffe waren generell die Abstände nicht optimal geplant.
Danach bin ich dank eines älteren Mitläufers gut in den Lauf gekommen, der sich mir wegen meines auf dem Shirt stehenden Namens angeschlossen hatte. Die HM-Marke passierte ich dann bei ca. Netto 2:02:30h. Dass ich die 4 h nicht schaffe, war zu diesem Zeitpunkt klar, aber eine neue PB bei ca. 4:08 war immer noch drin. Denn mir ging es noch relativ gut und zusammen mit meinem Chemnitzer Mitläufer sammelten wir viele schon gehende Läufer ein. Auch die Gruppe um den 4h-Pacer konnte ich in einiger Entfernung wieder ausmachen. Doch dann kamen relativ dicht 2 Verpflegungsstellen, bei denen ich schon mit 2 Bechern Wasser bewaffnet, erste Gehschritte einlegte. Mein Mitläufer sogar länger, aber er schloss dann immer wieder zu mir auf. War irgendwie witzig, wie wir unabgesprochen nebeneinander herliefen. Er machte immer Platz bei Überholvorgängen, das war wirklich lieb von ihm. Ich solle auch sagen, wenn er mich stören würde. Aber das brauchte ich nicht, denn ab km 32 wurde es richtig hart und er ist dann sein Tempo weitergelaufen. Letztendlich ist er in 4:13 angekommen .
Mir hat dann kurzzeitg Cola geholfen und bis km 35 lief es wieder einigermaßen. An der nächsten Verpflegungsstation habe ich dann schon eine längere Gehpause eingebaut, aber alle „Läufer“, die ich sehen konnte, ebenfalls. Das war kollektives Gehen, sowas habe ich auch in Berlin nicht erlebt. Dann bin ich wieder angerannt, habe einige von den anderen Gehern wieder überholt und mich dann bis zur Verpflegungsstation bei km 38 gerettet. Dort war grandiose Stimmung, für die ich aber nicht wirklich viel Aufmerksamkeit übrig hatte. Mittlerweile war auch die Sonne verschwunden und es war schwül geworden, was es nicht einfacher machte. Als ich dann wieder laufen wollte, bekam ich plötzlich ein Stechen im Oberbauch. Im Nachhinein habe ich es auf die Kohlensäure der Cola geschoben, die gerade frisch eingeschänkt wurde. Zumindest habe ich einige Versuche gestartet und musste immer wieder gehen. Doch nach einer Weile war das überwunden und ich bin tatsächlich wieder in einen Lauf gekommen. Sicherlich auch, weil die tolle Silhouette von Dresden das nahe Ziel ankündigte. Nochmal ging es über Kopfsteinpflaster und jeder Schritt tat weh. Dort halfen aber auch die vielen motivierenden Zuschauer, teilweise applaudierten sie sogar von Brücken herunter. Einen km vor dem Ziel gab es das offizielle Foto und ich glaube, ich habe sogar noch ein Lächeln hinbekommen.
Wirklich grandios war der Zieleinlauf ins Stadion. Dort ging es eine dreiviertel Runde durch eine Gasse auf der Tartanbahn, links und rechts von anfeuernden Zuschauern flaniert. Toll, einmalig, das hat alle Strapazen vergessen lassen! In 4:21:26 habe ich diesen Marathon gefinisht. Und dann gab es eine wunderschöne Medaille und erstmal genug zu trinken. Als ich dann so auf einer Bank saß und mich erholte, haben mich Hanka und Jens entdeckt und zusammen haben wir den Lauf Revue passieren lassen. Beide kamen kurz vor und kurz nach mir ins Ziel und waren bei diesen Bedingungen für ihren ersten Marathon super zufrieden. Und ich war es auch.

Aber dieser Marathon hat mich einiges gelehrt. Ich wusste, dass mein Puls wegen der Wärme zu Beginn viel zu hoch ist und ich habe nicht die Pace korrigiert. Dadurch habe ich meine Reserven beizeiten verbraucht, aber dem richtigen Hammermann bin ich wohl noch mal davon gekommen. Viel mehr war bei diesen Bedingungen nicht drin und Manfred Steffny hat wohl am Vortag auf dem Läufersymposium darauf hingewiesen, die Erwartungen entsprechend den Bedingungen herunterzuschrauben.
Am Ende ist es Platz 77 von 165 und AK-Platz 13 von 38 geworden und damit bin ich überaus zufrieden. Der Lauf an sich ist wunderschön und zum Genießen, aber vielleicht nicht unbedingt bestzeitentauglich.

Mit ein paar Tagen Abstand ist die erste kleine Enttäuschung, mein Ziel nicht erreicht zu haben, verschwunden. Ich bin einfach nur stolz, den Lauf bei diesen schwierigen Bedingungen gesund überstanden zu haben. Ich war nämlich ganz schön dehydriert. Wenn Wasserstationen kamen, konnte ich nur 2 Becher trinken, aber die hätte ich halt öfters gebraucht.
Muskulär geht es mir schon wieder gut und gestern abend habe ich vernünftige Tanzschritte hinbekommen ;-).

Nun freue ich mich auf ein langes Wochenende. Franks Geburtstagsfeier steht an und meine Familie wird seit langem mal wieder vollzählig anreisen.

Donnerstag, 23. April 2009

Letzter Schultag

Heute war ein besonderer Tag, unsere Große hatte ihren allerletzten Schultag.
Ein bisschen wehmütig war mir schon zumute, als sie heute morgen so vor mir stand. Schick zurecht gemacht, genau wie vor knapp 13 Jahren. Ist das wirklich schon so lange her, dass sie zum ersten Mal stolz mit der neuen Schulmappe losgezogen ist?
Jetzt hat sie nur noch die Prüfungen vor sich und dann beginnt ein neuer Lebensabschnitt. Das Lernen wird weitergehen, aber wir sind guter Dinge, dass sie ihren Weg gehen wird.

Dienstag, 21. April 2009

Auf meinen Spuren ;-)

Einen Tag nach meinem 32km-Lauf hatte ich die Idee, diese Strecke doch mal Frank zu zeigen und sie gemeinsam abzuradeln. Also jetzt nicht die ganze Strecke, die ist zu weit ;o), aber die schönsten Abschnitte.

Als erstes ging es durch den Wald, den er auch durch durch seine Läufe kennt. Aber seit einer Weile sind ca. 50 Meter abseits des Weges ein paar Arbeiter am Baggern und Werkeln. Da sie nicht vor Ort waren, war es doch die Gelegenheit, mal nachzuschauen.
Was ich dann sah, hat mich sehr erstaunt, denn mitten im Wald ist ein kleiner Teich entstanden, der aus einem Fließ gespeist wird. Dazu wurde noch eine Bank zum Verweilen gebaut und ein paar Bäumchen gepflanzt. Da wurde einfach mitten im Wald ein idyllisches Plätzchen geschaffen und das sah auch noch nicht fertig aus. Mal sehen, was da draus noch wird.

Nach ca. 10 km endet der Wald und man ist am Hotel Kaisermühle.
Dieses ist wirklich idyllisch am Oder-Spree-Kanal gelegen und vor allem bei Berliner Ausflüglern sehr beliebt. Unmittelbar am Haus fließt übrigens die Schlaube entlang. Nach einem kurzen Fotostopp haben wir dann in Schlaubehammer eine ordentliche Rast gemacht. Denn dort soll es das beste Softeis der Welt, na ok der Gegend geben. Das haben wir natürlich getestet. Hm, lecker. Anschließend sind wir am Friedrich-Wilhelm-Kanal entlang geradelt, eine meine Lieblings-Laufstrecken. Dort läuft man für ca. 4 km immer am Kanal entlang durch herrliche Natur und noch schönere Wochenendgrundstücke, die sich aber dort in die Landschaft integrieren. Anschließend ging es wieder durch den Wald nach Hause. Schön war´s, mal die Strecke aus einer anderen Perspektive und in einer anderen Geschwindigkeit zu erleben.

Und während ich das hier so geschrieben habe, hat mir unseres Katze Gesellschaft geleistet ;o).

Freitag, 10. April 2009

Oster(eier)kullern

Bei meiner Mutter gab es in ihrer Kindheit so einen Brauch zu Ostern: Ostereierrollen. Was da so im einzelnen vor sich ging, weiß ich gar nicht mehr. Aber ich habe heute meine eigene Variante kreiert ;o).

Heute stand nämlich Ostercross-Lauf an und da ich noch Punkte für die Stadtmeisterschaft benötige, musste ich auch starten. Den HM am Sonntag habe ich erstaunlich gut weggesteckt, kaum Muskelkater und bei gestern über 14 km bin ich immer schneller geworden. Trotzdem wollte ich heute nicht voll laufen, da am Sonntag der letzte lange Lauf ansteht. Die Strecke geht über 3 Runden á 1,9 km, zwischendrin ein ganz fieser steiler Berg, der jede Runde noch steiler wird ;-).
Zu Beginn bin ich auch vorsichtig und locker los, habe mich hinter das allgemeine Gewühl einsortiert und noch vor dem besagten Berg passierte es. Eine Wurzel übersehen und schon ging es im Tiefflug in Richtung Waldboden. So 10 Meter vor mir standen ein paar Zuschauer, die ganz erschrocken guckten. Doch so schnell wie ich lag, stand ich auch schon wieder. Kurz abgecheckt, Beine ok, rechte Hand brannte etwas, also gleich weiter. Der Rest ist recht unspektakulär. In der zweiten Runde habe ich dann genau an diesem Berg die erste Frau überholt und war ruckzuck weg. Und das ich, wo ich doch Berge nun gar nicht mag.

Am Ende habe ich dann über 7 Minuten weniger für die Strecke gebraucht als letztes Jahr! Aber damals ging es mit mir schon bergab, besonders im hügeligen Gelände.
Achja, bei dem Sturz habe ich nicht den klitzekleinsten Kratzer abbekommen. Auf Asphalt wäre das wohl nicht so glimpflich abgegangen.

Ich wünsche allen ein wunderschönes Osterfest!

Sonntag, 5. April 2009

Kathrin gegen Schweini - Halbmarathon in Berlin

Heute stand der Berliner Halbmarathon an, den Frank und ich bestreiten wollten. Deswegen ging es schon gestern nach Berlin, wo wir bei Freunden übernachtet haben. Eine nette Begebenheit gab es noch bei der Läufer-Messe. Als wir so durch die Reihen schlenkerten, sprach mich doch eine andere Teilnehmerin an, ob ich Anett wäre. Es stellte sich dann heraus, dass sie ebenfalls ein Mitglied der Radiergummi-Liga ist und mich anhand des Blog-Fotos erkannt hatte :-).

Zum Lauf heute. Da das Training der letzten Wochen wirklich super lief, hatte ich eine wahnwitzige Idee: die sub 1:50 probieren! Dass es knapp wird, wusste ich, aber probieren geht über studieren (ist ja sonst nicht meine Art ;o)). In irgendeinem Gespräch hatte ich dann Kathrin davon erzählt und sie bot sich sofort an, den Pacemaker zu machen. Nun musste ich da durch, war aber selbst gespannt darauf. Das Wetter spielte super mit, etwas bewölkt bei ca. 15 °C.
Kathrin und ich reihten uns dann im Block C ein, halt das Mittel von B (Kathrin) und D (ich) ;o).
Zu Beginn ging es zügig los und wir waren eine ganze Weile sogar schneller als der Plan. Aber vom Puls her war es voll in Ordnung und deswegen habe ich es einfach laufen lassen. So spulten wir die ersten km runter. Kathrin hat immer an der offiziellen km-Marke gestoppt, die vom Forerunner schon ab km 2 abwich. Ich habe damit nie auf irgendwelche Zeiten geschaut, sondern nur den Puls überwacht. Das war wirklich Service, denn Kathrin hat die km-Zeiten immer zugerufen! Ab km 7 wurden meine Beine schon ungewohnt schwer, es ging auch leicht bergauf (Kathrin würde dazu aber nicht "berg" sagen...). Naja, schon dort ahnte ich leise, was mich noch erwarten würde ;o). Trotzdem konnten wir das Tempo halten und die 10 km waren in 51:44 min geschafft. Wenn ich mir dazu überlege, dass ich im letzten August eine 10km-PB von 51:29 min gelaufen bin, ist die Durchgangszeit einfach Wahnsinn! Danach war ich auch wieder optimistisch. Trotzdem war ich froh, als wir endlich auf dem Ku´Damm waren. Bei km 13 habe ich dann Annette, unsere Gastgeberin, zujubeln können.
Doch ab km 14 wurde es richtig schwer. Die Beine wollten nicht mehr, der Puls ging auch eher runter als hoch. Doch Kathrin hatte kein Erbarmen. Sie lief immer 2, manchmal auch 5 Meter vor mir her und rief: "Abstand halten" und "Komm ran..." und lies selbst kein Stück Tempo nach. Ich hatte ja gar keine Chance ranzulaufen!!! Richtig gemein war die Kathrin ;o). So bei km 16 wollte ich sie losschicken und einfach mein Tempo in´s Ziel laufen. Da kam es von vorn nur hämisch: "Das hätt´ste wohl gern?". Es half einfach nichts, ich bin Kathrin nicht losgeworden ;-). Naja, ab km 18 lief es kurzzeitig etwas besser, aber der letzte km war noch mal heftig. So hat es auch nicht zu sub 1:51 gereicht und wir sind in 1:51:05 durchs Ziel. Ich hätte aber auch nicht mehr schneller gekonnt...
Ziel zwar verfehlt, aber meine PB habe ich um über 3 min unterboten :-). So wirklich enttäuscht bin ich auch nicht, obwohl ich schon ein bisschen mit dieser Schallmauer geliebäugelt hatte. Aber ich hatte auch ziemlich schwere Beine, genau wie beim Herbst-HM 3 Wochen vor dem Berlin-Marathon. Das scheint wohl normal zu sein.

Nach dem Lauf gab es noch ein schönes Beisammensein mit einigen Foris, was diesen tollen Tag noch so richtig abgerundet hat.
Nun bin ich schon ganz gespannt auf den Marathon in 3 Wochen und grinse im Moment so richtig vor mich hin.