Montag, 7. Juni 2010

Ein Wochenende in Potsdam

Am Samstag ging es zusammen mit meiner Tochter nach Potsdam. Unsere Männer hatten andere Verpflichtungen, so dass wir uns einen richtig schönen Weibertag gemacht haben.

Nachdem wir das Auto am Wohnheim ausgeladen haben, haben wir erst mal das schöne Wetter am Brandenburger Tor bei einem leckeren Eisbecher genossen. Danach ging es dann nach Berlin zu IKEA. Die neu bezogene Studentenbude brauchte noch ein paar Möbelteile und natürlich auch Deko. Wir haben uns alle Zeit der Welt genommen und ein paar schöne Sachen entdeckt. Anschließend ging es nach Potsdam zurück, um lecker italienisch zu essen und meine Startnummer abzuholen. Dabei habe ich mir für den nächsten Tag noch einen Parkplatz am Stadion ausgekundschaftet. Wieder zurück, haben wir noch bis gegen 23 Uhr alles ausgepackt, aufgebaut, Möbel geschoben, Gardinen aufgehängt,... Zum Schluss sah es dann richtig wohnlich aus und Jule hat sich in ihrem neuen Reich gleich wohl gefühlt. Da freut sich doch das Mutterherz.

Am Sonntag konnte ich dann dafür etwas länger schlafen, denn ich hatte es ja zum Start nicht weit und das mit dem Insiderparkplatz hatte auch geklappt. Dort habe ich dann gleich die Vereinskollegen getroffen, wir waren ja in großer Schar am Start. So lange wie möglich blieben wir dann in der kühlen Läuferhalle und sind erst kurz vorm Start ins Stadion. Trotzdem wurde es uns in den wenigen Minuten am Start schon ordentlich warm. Die Sonne brezelte runter und es wehte kein Lüftchen.

Am Start bot mir Kathrin an, mich noch mal auf 1:50 h zu ziehen, da sie ohne jegliches Zeitziel laufen wollte. Doch ich lehnte, schon Unheil ahnend, ab. Doch unter 1:54 h wollte ich laufen, ich war ja auch gut vorbereitet und soviel macht mir Wärme eigentlich sonst nicht aus.

Dann ging es los und fing gleich am Stadionausgang mit Stau an. Dort ist man richtig zum Stehen gekommen und wenn man wirklich ein Zeitziel hat, ist es ärgerlich. Mir war es aber in dem Moment schon egal. Doch danach sortierte sich das alles und man konnte freier laufen. Es war von Anfang an einfach zu warm und meine Oberschenkel verkrampften schon von Beginn an. Es lief sich einfach schwer, obwohl der Puls trotz Wärme extrem niedrig war. Ich hatte nicht auf ausreichende Salzzufuhr geachtet und auch für den Lauf nicht vorgesorgt. Das mache ich sonst nur beim Marathon. Anfängerfehler, das nächste Mal bin ich schlauer.

Die ersten 3 km war es noch etwas schattiger, doch danach ging es lange Zeit in der prallen Sonne weiter. Teils auf staubigen Parkwegen, wenig geradem Aspalt, Schotter und Kopfsteinpflaster. Dabei bin ich mehrmals auf einen Läufer aus dem Forum, sonst bedeutend schneller als ich unterwegs, aufgelaufen. Wir haben so beim 4. mal darüber debattiert, wer denn von uns beiden nun gleichmäßiger läuft. Die Frage konnten wir bis zum Schluss nicht eindeutig klären. Ich war keinesfalls gleichmäßig unterwegs, denn es gab bei mir ein ständiges Auf und Ab. Mal lief es gut, mal musste ich mich echt quälen und hatte gar keine Lust mehr. Zum Schluss habe ich mich dann von einer Verpflegungsstation zur nächsten gehangelt. Dort habe ich dann im Gehen immer ordentlich getrunken, aber Leitungswasser ist eben doch nicht gerade optimal. Und dieses Mal hat mir auch Cola nicht den nötigen Auftrieb gegeben.

Unterwegs habe ich dann noch Elke erkannt, die am Rand stand und knipste und mich laufend erwischt hatte. Irgendwie sieht es weniger leidend aus, als ich mich zeitweise gefühlt habe ;-).
Vielen Dank, Elke!
Der letzte km zog sich dann ewig hin, eine Kurve war Richtung Stadion zu nehmen, dann war es noch eine, es wollte kein Ende nehmen. Endlich kam dann die Laufbahn und im Ziel habe ich dann in 1:58:08 h abgestoppt. Erst mal war ich etwas enttäuscht, hatte ich mir doch was ganz anderes vorgenommen. Dann habe ich erst mal jede Menge Wasser, Apfelschorle, Tee, Cola und alkoholfreies Bier in mich hineingeschüttet. Geschmeckt hat irgendwie alles gleich;-). Danach bin ich suchend durch den Innenraum, wo viele Läufer lagen, doch ich konnte keinen von unseren Läufern finden. Sie haben wohl erst mal vor der Sonne reißaus genommen. So bin ich eine 2. Runde durch die Getränkestelle spaziert und habe noch mal nachgeschüttet. Dann habe ich meine Urkunde geholt und war über den 22. AK-Platz (von 166) überrascht. Die Hitze hatte wohl bei allen ihren Tribut gefordert. Im Nachhinein haben wir festgestellt, dass wohl jeder ca. 5-8 min zur sonst üblichen Zeit verloren hat.
Dann bin ich erst mal unter die Dusche, die Salzkruste entfernen. Dort habe ich Kathrin getroffen, die (erstmalig) auch unter der Hitze gestöhnt hat. Dann muss es wirklich schlimm gewesen sein ;o). Mit allen Vereinsläufern haben wir dann den Lauf bei einem kühlen Bier und Nudeln ausklingen lassen. Alle sind gesund ins Ziel gekommen (was an diesem Tag leider nicht allen Teilnehmern vergönnt war) und das ist die Hauptsache. Übrigens waren es um 13 Uhr beim Losfahren 29°C im Schatten (wir sind aber oft in der Sonne gelaufen).

Heute halten sich die muskulären Nachwirkungen in Grenzen, am meisten merke ich im Rücken das ungewohnte Möbelrücken und -zusammenbauen vom Samstag. Aber seit gestern Abend habe ich einen unglaublichen Appetit nach salzhaltigem, was immer noch anhält (schlimmer als eine Ziege ;-)).

Mittwoch, 2. Juni 2010

Komm lieber Mai und mache...

...die Bäume wieder grün oder den Läufer wieder fit.

Grün ist es bei uns reichlich, schon fast ungewohnt urwaldähnlich. Sonst herrscht hier um diese Jahreszeit oft schon Trockenwüste.
Aber im Gegensatz zum Wetter war mein Training im Mai fast durchweg positiv. Ich konnte ohne Zwangspause durchtrainieren und auch mein Knieproblem ist endgültig behoben. Ich war aber auch im zeitigen Frühjahr sehr geduldig.

Mir hat es riesigen Spaß gemacht, meinen Plan "abzuarbeiten", den ich im Großen und Ganzen einhalten konnte. Gerade die schnellen Einheiten im HM-Tempo gingen recht locker vom Fuß und es war kein Problem, das vorgegebene Tempo zu treffen. Deswegen hat es mich gewundert, dass ich letzten Sonntag bei einem Crosslauf so gar schwerfällig unterwegs war und einfach nicht schneller konnte. Aber das sollte wohl nach dem harten Training in den Vortagen so sein, der eigentliche Wettkampf ist ja erst diese Woche. Und so sind es mit 228 km seit langem mal wieder deutlich mehr als 200 km geworden.

Gestern standen dann 8 x 400 Meter im Plan, die ich schon ewig nicht mehr gelaufen bin. Da es leicht regnete, hatte ich erst keine rechte Lust. Doch nützt ja nix, in der Wettkampfwoche kann man schlecht verschieben. Das Einlaufen war dann schon wie fliegen, keine Ahnung, was in der Luft war ;o). Bei den Intervallen selbst musste ich mich am Anfang ganz schön bremsen, um nicht völlig zu überziehen. Doch das Ergebnis von 1:52, 1:51, 1:48, 1:54, 1:52, 1:53, 1:49, 1:50 kann sich bei einer Vorgabe von 1:55 wirklich sehen lassen. Hoffentlich habe ich nicht überzogen, aber ich hätte bei den ersten definitiv noch schneller gekonnt. Keine Spur mehr von der Müdigkeit des Crosslaufes. Heute meldeten die Beine, dass sie gestern was getan haben, aber der Puls war heute dafür extrem niedrig.
Der Rest der Woche wird nun getapert und dann bin ich mal gespannt. Vor allem auch darauf, wie sich die plötzliche Wärme auswirken wird, aber bei einem Start um 9 Uhr sollte es noch nicht allzu große Auswirkungen haben.

Nach dem HM geht es dann nahtlos mit dem Marathontraining weiter, denn ich habe mich nun endgültig für Füssen angemeldet. Etwas ungewöhnlich, den Marathon auf einen HM aufzubauen, aber mir kommt es auf keine Zeit an. Ich will einfach nur den Lauf und die Landschaft genießen und freue mich schon riesig darauf.

Montag, 31. Mai 2010

Erinnerungen 13 Jahre zurück

Im Moment ist gerade Lenamanie, aber hier hat uns letzte Woche auch ein anderes Thema sehr beschäftigt und noch ist es nicht vorbei - das Oderhochwasser.

Jeden Morgen haben wir gebannt nach dem Pegelstand in Ratzdorf geschaut, dort wo die Neiße in die Oder fließt, welche genau dort die deutsche Grenze überschreitet. Und durch dieses Ratzdorf, vorbei an dem mittlerweile bekannten Pegelhäuschen, bin ich vor 2 Wochen im Rahmen des Run&Bike gefahren. In Ratzdorf ging es auf den Oderdeich, auf dem wir ca. 20 km abgefahren sind. Dieser ist auf Grund des Hochwassers gesperrt und damit wäre der Run&Bike nicht möglich gewesen. Die Organisatoren und auch Sportler hatten somit ein Riesenglück, dass die Veranstaltung so früh im Jahr stattfand. Nächstes Jahr ist sie erst Anfang Juni...

Aber eigentlich wollte ich 13 Jahre zurück blicken. Als sich hier das Hochwasser anbahnte, kamen so einige Erinnerungen an 1997 und die damalige Jahrhundertflut hoch. Für mich und meine Familie war es generell eine aufregende Zeit. Wir sind gerade in unser neugebautes Haus gezogen, die Kinder waren klein, ich war mitten in einer 2-jährigen Abendschule und ganz nebenbei waren wir beide auch vollbeschäftigt. Unglaublich, wie wir das alles damals gestemmt haben, ich muss es nicht mehr haben, aber nun ist mir auch klar, warum ich jetzt die Zeit zum Laufen habe ;-). Aber das nur nebenbei.

Als wir Mitte Juli 1997 eingezogen sind, musste unsere Umzugsfirma anschließend noch nach Frankfurt, um gefährdete Büros zu räumen. Aber trotzdem hatte zu diesem Zeitpunkt niemand mit einem solchen Ausmaß gerechnet. Damals waren auch die Medien unaktuell, Internet gab es ja noch nicht, und eine Kollegin von mir brachte immer schon aktuellere Wasserstände ins Büro, da sie odernah wohnte. Dann brachen die ersten Deiche und es gab Evakuierungen. Gleichzeitig wurde hier vom Bundeskanzler das Warmwalzwerk im EKO eröffnet, für unsere strukturarme Gegend ja ein Segen. So lagen Glück und Pech für eine Region unglaublich dicht beieinander. Die Feier dafür fiel aber nur ganz klein aus, das Pompöse wurde später nachgeholt.

In meinem direkten Bekanntenkreis hatte es zum Glück niemanden ernsthaft getroffen, aber es gab schon einige Härtefälle, wo das Haus wochenlang im Wasser stand, weil ja in einer Niederung auch der Abfluss fehlt. Die Hilfs- und Spendenbereitschaft war aber enorm, in Krisen halten die Menschen doch zusammen, auch wenn es im Nachhinein doch noch Neid und Missgunst über die Verteilung der Hilfen gab.
Franks Oma, die sich immer noch guter Gesundheit erfreut, wurde in dieser Zeit 80. Die geplante Feier im Garten der Schwiegereltern fiel auch dem Wasser zum Opfer, das Grundwasser stand einen halben Meter hoch. Kurzerhand haben wir dann bei uns gefeiert, mit ein bisschen Improvisieren war das kein Problem, denn bei uns fehlte es kurz nach dem Einzug noch an einigem. Auch unsere Katzen bekamen wir schon etwas früher als geplant, da meine Kollegin andere Tiere in ihrem Hof unterbringen musste und plötzlich auch selbst bedroht war. Aber am Ende ist alles gut gegangen.
Das Merkwürdige damals war, dass in der Zeit des Hochwassers herrlichstes Sommerwetter war und man sich das, wenn man es nicht unmittelbar gesehen hat, gar nicht vorstellen konnte.

Ja, das war eine aufregende Zeit damals. Sagte ich das schon? Aus dem Verwandten- und Bekanntenkreis kamen viele besorgte Nachfragen, weil wir doch gerade umgezogen waren. Aber uns hatte es ja in die "Berge" verschlagen ;-). Aber einigen ist wirklich das nagelneue Haus abgesoffen... Schon traurig, auch wenn man Ersatz bekommt, doch einige persönliche Dinge wie Fotos sind eben unersetzlich.

In den letzten Jahren ist in den betroffenen Orten viel passiert, alle Häuser sind saniert und auch neue gebaut worden und vor allem die Deiche wurden repariert.
Hoffentlich halten sie weiterhin so dicht wie bisher, denn nach den derzeitigen Regenfällen wird wohl mit einer weiteren Welle Ende der Woche gerechnet.

Montag, 17. Mai 2010

Run&Bike aus anderer Sicht

In den letzten beiden Jahren war ich beim Run&Bike in Neuzelle über 42 km als Läufer unterwegs. Dieses Jahr klappte es aus verschiedenen Gründen nicht und so erklärte ich mich bereit, mitzuhelfen. Wie so einige andere aus unserem Verein, denn der austragende Verein kann das ohne fremde Hilfe nicht allein stemmen.

Leider spielte das Wetter dieses Jahr überhaupt nicht mit (ich bin ja nicht gestartet ;o)). So war es schon schade, dass das attraktive Vorabendprogramm kaum Zuschauer hatte auf Grund des anhaltenden Regens.
Um 24 Uhr erfolgte der Startschuss für die 100 km und genau 10 Minuten vorher setzten sich Beate und ich mit dem Auto in Bewegung. Unsere Aufgabe war es, die gesamte Strecke und die Vollständigkeit der Streckenposten zu kontrollieren und Verpflegung auszufahren. Allzu viel Zeit hatten wir nicht, da die Verpflegung immer rechtzeitig da sein musste.
Gleich zu Beginn verfuhren wir uns und fanden prompt 2 Streckenposten, die dort standen, wo keine Läufer vorbei kamen. Schon witzig! Diese haben wir dann, als uns der Fehler bewusst wurde, umdirigiert. Sonst würden sie wohl heute noch stehen ;-). An anderen Stellen haben wir noch Schilder gerichtet oder zusätzlich gestellt, man fährt einfach mit anderen Augen über die Strecke, wenn man selbst Läufer ist. Mitten im Wald am Forsthaus Siehdichum begann es dann richtig zu schütten. Die beiden Mädels, die den Verpflegungspunkt abgedeckt haben, haben uns echt ein wenig leid getan. Ganz allein, im stockdunklen Wald und das bei diesem Sauwetter. Anders konnte man es nicht sagen.

Da die Strecke auch durch mein Dorf ging und wir etwas zeitig dran waren, gab es noch einen kleinen Abstecher zu mir nach Hause. Und das gegen 3 Uhr, als das ganze Dorf schlief. Halt, nicht das ganze, die Feuerwehr war in großer Mannschaft angerückt, um die Straße abzusperren und den Weg zu weisen. Überhaupt waren die Feuerwehren große Klasse, zum Teil haben sie sogar Fackeln aufgestellt.

Am frühen Morgen setzte uns die Müdigkeit ganz schön zu, aber wir hatten mit ausreichend Kaffee vorgesorgt und gönnten uns eine kleine Pause.So beendeten wir dann gegen 5:50 Uhr unsere Runde, waren also für die 100 km genau 6 Stunden unterwegs.

Danach statteten wir erst mal Elke einen Besuch ab, die wir beim Frühstück überraschten, bevor sie über die 42 km an den Start ging. Danach harrten wir noch im Ziel aus, um die ersten Helden zu empfangen, denn auf Grund des Wetters hatten sich nur sehr wenig Zuschauer zum Zieleinlauf verirrt. Aber es war verdammt kalt, obwohl ich alles anzog, was ich mit hatte. Sicherlich spielte auch die Übermüdung dann eine Rolle.

Und dann kamen sie, auf die wir am meisten gewartet hatten: Bianka und Matthias sind gut durchgekommen und wurden 3. Mixed-Team.Gegen 9 Uhr bin ich dann, völlig durchgefroren, nach Hause gefahren und nach dem Mittagessen todmüde ins Bett gefallen.

Insgesamt war es eine tolle Erfahrung, eine ganz andere Aufgabe als bei unserem Schlaubetal-Marathon. Und so ganz nebenbei habe ich die Strecke für das nächste Jahr kennengelernt und gleich noch viel mehr Respekt davor...

Dienstag, 11. Mai 2010

Mein erster Rennsteiglauf

Auch wenn ich zum Lernen nur den HM gelaufen bin, könnte das jetzt etwas lang werden, weil ich unwahrscheinlich viele Eindrücke von diesem Wochenende mitgenommen habe :-)

Los ging es am Freitag pünktlich zum Feierabend um 14 Uhr. Erst habe ich Binchen vom S-Bahnhof Schönefeld abgeholt (das hat mir den Weg durch Berlin gespart) und dann ging es auf der Autobahn Richtung Thüringen. Leider sind wir dann in einen Stau geraten und über die Landschaften gedüst. Ausgerechnet zum Rennsteigwochenende musste dann ein wichtiger Tunnel gesperrt werden, so dass es im Stopp and Go durch Zella-Mehlis ging. Naja, kurz vor neun waren wir dann in Schmiedefeld zum Foritreffen, mit fast 2 Stunden Verspätung. Anderen ging es aber auch nicht besser. Eine Stunde später machten wir uns dann auf unsere letzte Etappe nach Suhl, wo wir Quartier bei Franks Tante bekamen, die auch schon auf uns wartete.
Geschlafen haben wir dann gegen 23:30 Uhr und ich war echt kaputt, die Fahrt hatte angestrengt.

Um 5 Uhr wurden wir dann geweckt (ich hatte eine schlafarme Nacht) und eine Stunde später saßen wir im Auto in Richtung Oberhof. Dort hat alles reibungslos funktioniert, so dass wir beizeiten in unserem Startblock waren. Die Stimmung dort war super, der Hubschrauber kreiste mehrmals im Tiefflug um uns und kurz vorm Start wurde zum Schneewalzer geschunkelt. Auch ich war guter Stimmung und freute mich auf den Lauf, den ich als Trainingslauf absolvieren wollte. Es war mit ca. 3°C ganz schön kalt, so dass ich mich für eine lange Hose, langes dünnes Shirt und eine Windjacke entschieden habe. Den Fotoapparat habe ich dann doch zu Hause gelassen, da das Wetter keine Sonne versprach.

Dann ging es los, für uns als Neulinge erst im Zweitstart 12 Minuten später. Zuerst ging es bergab, aber bei mir lief es erst gar nicht. Noch schlimmer war es auf dem ersten kleineren Anstieg, ich war einfach kalt und die Beine noch nicht auf Betriebstemperatur. So bin ich sehr gemäßigt losgelaufen, wurde am Anfang nur überholt, obwohl ich immer noch eine 6er Pace hatte. Nach etwa 2,5 km ging es vom Asphalt auf den eigentlichen Rennsteig und ordentlich bergauf. Mit dem Wechsel auf Waldboden lief es bei mir besser und ich war endlich warm, so dass ich die Jacke auszog und um den Bauch gebunden habe. Das belies ich bis zum Schluss so und hatte kein Problem damit, so dass ich auch das mal ausgetestet habe, denn am Start hätte ich nicht ohne Jacke stehen wollen.
Der Anstieg ging moderat, aber unaufhörlich über mehrere km nach oben. Und dort habe ich mich echt wohlgefühlt, war ständig am Überholen, abbremsen, an gehenden Läufern vorbei schlängeln, über Wurzeln springen,... es hat einfach Spaß gemacht. Klar war es unrythmisches Laufen, aber es war auch unwahrscheinlich motivierend, relativ locker laufen zu können, wo andere gehen mussten. Und das als Flachlandtiroler ;-). Und so war ich erstaunt, als wir nach ca. 7 km relativ unspektakulär die höchste Erhebung des Laufes erreichten, den 973 m hohen Beerberg. Dieser lag immerhin 150 m über dem Startort.
Aber da oben war leider Nebel (oder Wolken), so dass man von der sonst wohl grandiosen Aussicht nichts mitbekommen hat.
Danach ging es dann das erste Mal nach unten. Ich bin sonst nicht so der Bergabläufer, dort verliere ich eher Boden. Und auf dem Rennsteig wollte ich erst recht vorsichtig sein. Doch selbst dort habe ich weiter überholt. Es hat richtig Laune gemacht, es runterzu laufen zu lassen, über Wurzeln, Schotter, Hohlwege... so wie ich es auch von hier kenne und das war wohl mein Vorteil.

Auf die Uhr habe ich nur ab und zu mal sporadisch geschaut, den Puls etwas im Blick gehabt, der aber moderat blieb, so wie ich es vorhatte. Irgendwo nach den vielen Anstiegen hatte ich eine Gesamt-Pace von 6:23 min/km, die ich mal so zufällig mitbekommen hatte.
Auf der Schmücke bei km 9,5 gab es dann den ersten Verpflegungspunkt. Dort war gerade richtig dicke Suppe, auf Bildern sieht das noch heftiger aus und es sollen dort nur 1°C gewesen sein. Trotzdem habe ich nicht gefroren, obwohl ich Gehschritte eingelegt habe, um in Ruhe zu trinken. Ich hatte es ja nicht eilig. An den Getränkestationen habe ich übrigens die einzigen Gehschritte eingelegt.
Dann ging es gestärkt weiter, erst mal viel bergab. Zeitweise wurden die Wege sehr eng und man musste sehr konzentriert laufen, weil durch die vielen Läufer die Sicht auf den Boden eingeschränkt war. Aber es ist alles gut gegangen, in meiner näheren Umgebung stolperten nur einige, ohne aber zu stürzen.
Nach km 15 gab es wieder eine Getränkestation, wo man erkennen konnte, dass der nächste Anstieg wartet;-). Also auch einen Becher Cola geschnappt, im Gehen ausgetrunken, der mir aber eine Weile etwas im Magen lag. Dieser Berg war dann schon schwieriger, weil man ihn nicht mehr auf dem Plan hatte und er sich recht lange hinzog. Trotzdem habe ich ihn gut gemeistert, doch danach ab km 17 ging es etwas zäher. Doch dort gab es dann endlich bei kurzem Sonnenschein eine tolle Aussicht auf Suhl und das bekannte Ringberg-Hotel. Aber ich hatte ja keinen Fotoapparat mit ;-).
Kurz darauf habe ich aber eine nette Mitläuferin gefunden, die in etwa mein Tempo lief und zusammen haben wir die letzten 3 km bewältigt und uns ausgetauscht. Denn es war auch ihr erster Rennsteiglauf. So verging die Zeit, man merkte die Anstrengung nicht so und wir überholten weiter jede Menge Läufer. Das hat einfach Spaß gemacht, so dem Ziel entgegenzustürmen.
In Schmiedefeld standen dann viele Zuschauer, die einen antrieben, auch unterwegs standen viele Menschen. Und im Ziel war dann der Teufel los. Einfach unglaublich! Nach dem Zieleinlauf haben wir uns dann umarmt und dann kam auch gleich Binchen, die meinen Namen gehört hatte. Es wird nämlich angesagt, wer gerade ins Ziel läuft. So hatten wir uns gleich gefunden, haben zusammen unsere Kleiderbeutel geholt und sind erst mal duschen gegangen, denn die Kälte kroch ganz schön in die Glieder.

Anschließend habe ich mich gar nicht lange aufgehalten, bin mit dem Transferbus nach Oberhof zurück und habe in Suhl die Tante abgeholt, die auch mal eine Rennsteigparty erleben wollte. Zu dritt standen wir dann über 2 Stunden im Ziel und haben uns die Marathonis und Supermarathonis angeschaut und natürlich auf bekannte Forumsläufer gewartet. Davon war nicht eine Minute langweilig, es war immer was los, der Sprecher hat die Zuschauer animiert und informiert. Aber auch die ankommenden Läufer zu beobachten war interessant. Einige sahen aus, als ob sie gerade losgelaufen sind, andere legten einen unglaublichen Schlussspurt hin und dann gab es welche, die ihre Kinder ins Ziel trugen. Unglaublich. Und alle uns bekannten Läufer kamen glückstrahlend ins Ziel und wir freuten uns mit ihnen.

Danach sind wir langsam ins Festzelt, wo um 18 Uhr die Party losging. Was wir dort in den nächsten 5 Stunden erlebten, kann man nicht beschreiben, man muss es erlebt haben. Nur soviel: ich habe zwischendurch mal kurz gesessen, um einen Happen zu essen, ansonsten wurde AUF den Bänken getanzt.
Um 23 Uhr wechselte dann das Publikum, die einheimische Dorfjugend erschien, und wir verließen erschöpft die Feststätte, um gegen 1 Uhr müde und kaputt ins Bett zu fallen.

Es war ein wunderschönes Wochenende und im nächsten Jahr laufe ich den Marathon, wenn ich gesund bleibe. Nur die Anreise muss ich überdenken, denn nach der langen Fahrt mit der extrem kurzen Nacht hätte ich keine 43 km laufen wollen.

Ach ja, meine Zeit war 2:08:57 h, mit der ich sehr zufrieden bin, denn ich bin relativ locker gelaufen, niemals am Anschlag. Trotzdem hatte ich ungewohnten Muskelkater im vorderen Oberschenkel vom Bergablaufen. Das hat sich auch gestern beim Regenerationsläufchen gezeigt: Hügel hoch war kein Problem, wieder runter war aua.

So, nun habe ich fertig, nächstes Jahr wird der Bericht dann hoffentlich nicht doppelt so lang ;o).

Mittwoch, 5. Mai 2010

Wenn nicht dieses Jahr, wann dann?

Jetzt ist so wunderschöner Frühling, alles steht in voller Blüte, und bei mir ist die Lauflust zurückgekehrt. Es macht zur Zeit einfach Spaß, so durch die erwachende Natur zu laufen und die Vögel zwitschern zu hören.

Und irgendwie lies mich ein Gedanke nicht los. Seit Hases Bericht vom Neuschwansteinlauf grübelte ich, wann ich denn den Königschlösser-Romantik-Marathon laufen könnte. Denn das ist einer der Läufe, die ich unbedingt mal unter die Füße nehmen will. Dann überlegte ich mir, dass man den Lauf ja mit einem Urlaub dort verbinden müsste, Füssen liegt ja nicht gleich um die Ecke. Doch wandern ist nicht gerade der Traumurlaub unserer Teenietochter. Doch wenn wir mal ohne sie in den Urlaub fahren, muss es nicht mitten in den Ferien sein, so wie der Lauf liegt. Irgendwie wollte mir keine vernünftige Lösung einfallen, doch das Naheliegende lag eigentlich auf der Hand. So habe ich allein eine Woche Urlaub nach dem Marathon (Frank muss arbeiten)und wollte ohnehin nach Thüringen zu meiner Mutter fahren, die Geburtstag hat. Dann kann ich vorher auch noch einen kleinen Umweg nehmen ;-). Und außerdem bin ich dieses Jahr noch keinen Marathon gelaufen und bis 31. Oktober ist noch sooo lang hin.

Da ich auf einen Halbmarathon am 6. Juni hintrainiere, kann ich anschließend einfach weitertrainieren, die langen Läufe verlängern und die Intervalle dann im Marathontempo laufen. Auch das passt also. Und diese Erkenntnis schoss mir gestern so aus heiterem Himmel in den Kopf und nimmt so langsam Gestalt an. Das heißt, es ist schon fast beschlossene Sache. Und darauf freue ich mich schon :o). Vielleicht kommt meine Tochter sogar mit. Zur Schlossbesichtigung, nicht zum wandern ;-).

Montag, 3. Mai 2010

Fitness und Körperfettanteil - ein schwieriges Verhältnis

Neulich gab es in unserer Firma einen Gesundheitstag, wo etliches für die Mitarbeiter angeboten wurde.
So war ich dann mit 2 Kolleginnen erst Vitamine an der Saftbar tanken, bevor es zu einigen Tests ging. Dort wurde dann auch eine Back-check-Kraftverhältnismessung durchgeführt. Erstaunt war ich, dass ich bei den Bauchmuskeln knapp über dem Normbereich lag, denn dafür kann ich eigentlich nichts ;o). Denn ich nehme mir schon so lange vor, mal Kräftigungsübungen zu machen, aber dabei ist es bisher geblieben. Dass ich durch das Laufen Rückenmuskulatur aufgebaut habe, ist mir ja nichts neues, schließlich habe ich auch keine Beschwerden mehr so wie früher ständig. Doch dass meine Werte 25% über dem Normwert lagen, war schon erfreulich. Negativ ist aber leider, dass es dadurch ein Missverhältnis zwischen Bauch- und Rumpfmuskulatur gibt. Ich komme also nicht um Übungen drum herum...

Dann konnte man ein Mini-EKG durchführen lassen. Dabei kam heraus, dass ich wirklich fit bin und auch der sog. Cardio Stress Index sehr niedrig ist. Das hatte ich auf Grund der extremen Situation bei uns im Büro nicht so erwartet. Bei anderen Kollegen war er erhöht, also scheint auch hier das Laufen bei mir super entgegenzuwirken, obwohl ich nicht immer das Gefühl hatte.

Zum Schluss gönnten wir uns noch eine Körperfettmessung. Dort ermittelte dann das Gerät bei mir einen Körperfettanteil von 34%, also für mein Alter erhöht. Ich hatte dann den höchsten von uns dreien, auch meine deutlich übergewichtige Kollegin mit BMI von 30 hatte weniger als ich ;o). Da sie älter ist, lag sie sogar noch im Normbereich...
Naja, das war nun wirklich diiie Überraschung und wir haben herzhaft gelacht, da auch meine andere (sehr schlanke) Kollegin einen erhöhten Anteil hatte. Auch wenn mir klar war, dass das so nicht stimmen kann, habe ich zu Hause noch ein paar Tabellen gewälzt und die haben mir was ganz anderes ausgerechnet anhand der Echtmaße.

Insgesamt war es schon eine interessante Sache, wann bekommt man sowas schon mal geboten. Bei einigen Kollegen haben dann doch die Alarmglocken geläutet, dass man was für sich tun muss. Denn wenn man es schwarz auf weiß hat, ist die Wirkung darauf auch anders.

Um gleich mal was gegen mein überschüssiges Körperfett zu tun ;o), stand heute eine harte Einheit an: 5 x 1.600 Meter, die ich in 5:12/km laufen sollte. Eigentlich nicht schaffbar, da ich letzte Woche die 1000er Intervalle gerade so in dieser Zeit geschafft habe, obwohl ich sie hätte 15 sec schneller laufen sollen. Aber irgendwie war nach den beiden Wettkämpfen auch der Wurm drin, schnell laufen ging nicht und lange auch nicht so recht. Scheinbar war die Steigerung zu krass, da ich vorher krank war.
Heute lief es auch erst sehr zäh los, zumindest das Einlaufen. Doch die Intervalle habe ich dann alle gleichmäßig in 5:10 oder 5:11 hinbekommen. Im Mittelteil war ich immer ein wenig langsam, aber es war dann kein Problem, auf das richtige Tempo zu beschleunigen und dieses zu halten. Einfach genial. So ein Training hatte ich schon lange nicht mehr und so gleichmäßig noch nie.
Trotzdem kann ich mir im Moment nicht vorstellen, dass Tempo einen ganzen HM durchlaufen zu können!

Donnerstag, 22. April 2010

Eingebungen...

...sollte man manchmal nachgeben. Das war meine Lektion für heute.

Kathrin wollte mit mir 20 km durch´s Schlaubetal laufen. Gegen 14 Uhr stand ich kurz davor, den Lauf abzusagen, weil ich mich nicht so richtig fit fühlte und der Magen etwas rebellierte. Sattdessen überlegte ich in meinem Tempo einfach 10 km zu laufen.
Eine knappe Stunde später ging es mir aber wieder gut, die Sonne schien mittlerweile und auf den Lauf freute ich mich sowieso. Also so wie geplant, wird schon irgendwie gehen.

Dass meine Beine nicht frisch sind, habe ich sofort gemerkt, aber nach dem anstrengenden Wochenende war das wohl normal. So liefen wir dahin, für mich relativ zügig, locker schnatternd, auf nicht ganz einfacher Strecke, da es ständig bergauf und -ab ging. Nach 13 km stutzte ich das erste Mal, als Kathrin noch eine Seerunde einlegen wollte, die ich irgendwie nicht mehr auf dem Plan hatte. Der direkte Weg wäre schon 6 km gewesen. Ok, ich willigte ein, ist auch eine sehr schöne Strecke. Doch plötzlich lag ich da, ohne es auch nur annähernd verhindern zu können. Doch da ich mit ausgestreckten Armen den gesamten Körper schön gleichmäßig auf den laubbedeckten Waldboden gebracht habe, ist nichts weiter passiert. Ursache des Sturzes war eine relativ kleine Wurzel, die sich unter dem Laub versteckt hatte.
Nach einem Schreckmoment abputzen und weiter. Die nächsten Meter liefen sogar wieder relativ gut, irgendwie war mein Körper aufgewacht. Am Ende der Seerunde sind wir zum Wassertrinken eingekehrt, aber das ist mir auch nicht so recht bekommen. In der folgenden Bergauf-Passage musste ich ein Stückchen gehen und war kurz davor, das Wasser wieder rückwärts zu befördern. Kathrin bot mir an, mich abholen zu lassen. Doch so wollte ich den Lauf auch nicht beenden, obwohl es verlockend war. Nach einer Weile bin ich wieder angerannt und nun ging es etwas gemächlicher die restlichen 6 km zurück. Natürlich leicht bergan, sagte ich es schon? Das erste Stück lief ganz gut, doch die letzten beiden km waren richtig hart. Mein Bauch gluckerte laut und ich war richtig fertig, wie schon lange nicht mehr.

Am Ende standen dann auf Kathrins Tacho 23 km in 2:28h, meinen hatte ich vergessen.
War nicht mein Tag, sagte ich es schon?

Montag, 19. April 2010

Doppelpack

In meinem bisherigen Läuferleben bin ich schon 3 mal 2 Wettkämpfe an einem Tag gelaufen, aber noch nie an 2 aufeinander folgenden Tagen. Letzteres hat sich wie befürchtet als das anstrengendere herausgestellt.

Am Samstag war ich zum ersten Mal in Rauen beim 30. Fontanelauf. Es sollte über eine Runde von 15 km gehen, die ganz harten wollten sogar 2 unter die Füße nehmen. Ich hatte einen Riesen-Respekt vor der Strecke, alle warnten vor den "5Bergen" und auch das Höhenprofil sah nicht ohne aus.
Noch dazu kam, dass ich mich nach dem Magen-Darm-Virus und neuerlichem Trainingsausfall alles andere als fit fühlte. Deswegen war meine Strategie, von Beginn an sehr vorsichtig zu sein. Einlaufen habe ich gleich ganz sein lassen, was sich als Fehler herausstellte. Denn der erste noch fast flache km ging mehr als zäh mit verkrampften Oberschenkeln. Und dann kam sie, die erste "Wand" vor der ich gewarnt wurde. Schon da habe ich wie die meisten anderen erste Gehschritte eingelegt, laufen war ohnehin nicht viel schneller. Dann ging es um eine Kurve rum und eine Weile flacher, bevor sich diese "Wände" 5 mal hintereinander mitten im Wald aufbauten. Doch so langsam wurden meine Beine warm und ich schaffte es, bis zum halben Berg laufend zu kommen, dann in ein paar Gehschritte zu fallen und an der Kuppe wieder anzulaufen. Bergab konnte man sich dann wieder etwas erholen. Trotzdem habe ich für diesen 4. km über 7 min gebraucht! Dann war es erst mal geschafft und es ging durch wunderschönen Wald, mal leicht bergan oder bergab, auf Waldwegen, mit Wurzeln durchsetzt - so wie ich es von meinem Wald kenne. Und plötzlich lief es rund. Eine ganze Weile war ein paar Meter vor mir ein Läufer und im gleichen Abstand vor ihm noch einer und so ging es mehrere Kilometer zu dritt durch den Wald. Viel mehr Läufer waren auf Grund der Kurven nicht zu sehen. Zur Streckenhalbzeit gab es am tiefsten Punkt der Strecke eine Verpflegungsstation. Doch ich habe mich nicht lange aufgehalten, nur ein Becher Tee und ein Stück Apfel, denn es schien zwar herrlich die Sonne, aber es war nicht zu warm.

Kurz nach dem Verpflegungspunkt habe ich dann den Läufer vor mir überholt und dann begann die Bargaufpassage. Der höchste Punkt der Strecke lag noch vor uns. Ich kämpfte mich weiter an einen Läufer heran und dann kamen noch mal 2 "Wände". Die 2. bin ich sogar laufend hoch und wieder musste ein Läufer dran glauben. Doch das Ende war noch lange nicht in Sicht. Von km 11-13 ging es stetig bergauf, immer relativ gleichmäßig und nicht ganz so steil. Dort habe ich dann den Läufer überholt, der viele km vor mir herlief. Und plötzlich kam eine Frau in Sichtweite, die ab und zu Gehschritte einlegte. Mein Kampfgeist war nun erwacht, aber ich hatte keine Ahnung, an welcher Position ich lag, weil ich zu Beginn sehr weit hinten war. Der Abstand wurde dann noch mal kürzer, aber ich hatte keine Chance mehr, an sie heranzukommen, weil die letzten beiden km steil bergab gingen. Bei bergauf hätte es wohl anders ausgesehen ;-). Und diese Bergab-Strecke fand ich auch anstrengend, da sie im Gegensatz zu vorher auf Asphalt ging und nicht gerade fußfreundlich war.
So bin ich dann glücklich und zufrieden in 1:26:27 h als Gesamt-5. und AK-3. ins Ziel. Damit hatte ich nun gar nicht gerechnet, mir aber den Lauf wohl gut eingeteilt, ohne wirklich ans Limit zu gehen. Es war für mich ein wirklich schöner Lauf, was einige andere nicht verstehen konnten ;o) und ich komme gerne wieder.

Am Sonntag standen 6 km im Rahmen der Stadtmeisterschaft an. Die Beine schwer und schon leicht verkatert von der ungewohnten Belastung am Vortag. Das konnte ja heiter werden. Da meine unmittelbare Konkurrentin mich schon beim Ostercross abgehängt hatte, konnte ich nicht mit einem Sieg über sie rechnen. Wenigstens etwas eingelaufen hatte ich mich aber, doch die Beine waren wie Blei. Dann ging es los und ich habe die anderen beiden Mädels in meinem Leistungsbereich beizeiten ziehen lassen müssen. Doch nach 3 km lief es etwas runder und der Abstand wurde geringer. So ging es eine ganze Weile und ich konnte erstaunlicherweise das Tempo mitgehen. 1 km vor dem Ziel habe ich noch mal versucht, ran zu laufen, aber sie konnte dagegen halten und hat mich einfach nicht rankommen lassen. Denn bisher war es immer so, dass ich gewonnen hatte, wenn wir kurz vor dem Ziel zusammen lagen. Doch gestern hatte ich keine Chance und so bin ich ein paar Sekunden nach ihr ins Ziel. Im Nachhinein wäre es ohne Vorbelastung sogar drin gewesen, denn ich konnte nur mit einem Puls 10 Schläge unter dem sonst üblichen laufen. Das scheint also für die nächsten Rennen doch spannend zu werden und solche Kopf-an-Kopf-Rennen machen Spaß.

Heute hatte ich frei und es stand die wohlverdiente Regeneration ... ähm Groß-Hausputz an. Manchmal muss das auch sein.

Freitag, 16. April 2010

Zeit

Wo ist sie nur geblieben?

Ostern liegt nun schon wieder 2 Wochen zurück. Es waren einfach schöne Tage und auch die Sonne meinte es gut. Ich habe wieder am traditionellen Ostercross teilgenommen, dieses Mal mit schweren Beinen, aber es war wieder ein tolles Treffen mit vielen Lauffreunden.
Dann waren wir beim Osterfeuer und für 2 Tage in meiner thüringischen Heimat zum Familientreffen. Alles kurzweilig und viel zu schnell vorbei.
Als wir am Montag abend wieder zu Hause eintrafen, ging es unserer allein zu Hause gebliebenen Teenie-Tochter elend. Der Noro-Virus hatte zugeschlagen und sie war froh, nicht mehr allein und nun umsorgt zu sein. Ein wenig Sorgen habe ich mir im Nachhinein schon gemacht, weil sie damit allein klar kommen musste. Doch aus Solidarität hatte ich ihn mir 2 Tage später auch gleich eingefangen, so dass ich nur auf Stippvisite im Büro war, um das allernötigste zu erledigen. Was war mir schlecht!
Doch letzten Freitag war ich rechtzeitig wieder fit, um nach Dresden fahren zu können. Dort stand unser 20-jähriges Absolvententreffen an. Ist das wirklich schon so lange her? Und noch schlimmer hört sich an, dass nun schon 25 Jahre seit Studienbeginn vergangen sind.
Doch wir sind nicht älter, sondern reifer geworden ;-). Und dieses Mal kamen mit 38 Leuten soviele wie noch nie zum Treffen, welches alle 5 Jahre stattfindet. Und unsere ehemalige Seminargruppe war bis auf einen, der gerade am anderen Ende der Welt weilt, vollzählig. Aber es war schon immer erstaunlich, welchen Zusammenhalt es untereinander auch nach diesen Jahren noch gibt. Denn regelmäßig finden ja auch noch Treffen im kleineren Kreis statt.
So haben wir an beiden Abenden viel erzählt und alte Episoden aufgewärmt, so nach dem Motto: "Weißt du noch?.."
Natürlich gab es auch Kultur. Erst ging es in unser ehemaliges Uni-Gebäude, welches ausgiebig besichtigt wurde. Viel geändert hat sich nicht, nur PC-Anschlüsse wurden geschaffen, aber die Hörsaalbänke strahlen immer noch den gleichen Charme wie damals aus.
Danach hat ein Großteil der Jungs (oder sind das jetzt Männer??? ;-)) dem neuen Dynamo-Stadion einen Besuch abgestattet. Auch da kamen Erinnerungen hoch, haben wir doch in der Anfangszeit sogar gemeinsam Europapokalspiele besucht. Das waren noch Zeiten in Dresden.
Der andere Teil ist zum renovierten Schloss gepilgert und hat Museen besucht. So war ich mit meinen beiden ehemaligen Zimmerkolleginnen im "Historischen Grünen Gewölbe". Es ist schon beeindruckend, wie originalgetreu die zum Teil zerstörten Räume wieder hergestellt wurden. Danach haben wir noch einen wunderschönen Ausblick auf die Stadt genommen
bevor es durch das Zentrum an der Frauenkirche vorbei in unsere Abendlokaltität ging.

Dort haben wir dann einen wunderschönen Abend bei vielen Gesprächen verbracht und als dann die Stühle hochgestellt wurden, ging es einfach eine Kneipe weiter ;-).
Es waren sich alle einig, dass es wieder ein wunderschönes Treffen war und es freuen sich schon alle auf ein Wiedersehen in 5 Jahren. Was ist schon Zeit!?

Freitag, 2. April 2010

Fleißiger Osterhase

Ja, bei uns hatte der Osterhase gut zu tun


und hat für viele bunte Eier gesorgt.


Ich wünsche allen ein wunderschönes Osterfest!

Montag, 29. März 2010

Ich kann es noch

Gestern war in Berlin Halbmarathontag und die letzten beiden Jahre war ich bei diesem tollen Event dabei. Im letzten Jahr habe ich sogar mit Hilfe von Kathrin meine immer noch gültige Bestzeit aufgestellt.Doch dieses Jahr habe ich ihn wehmütig abgesagt. Ich muss es beizeiten im Blut gehabt haben, dass der Februar verkorkst wird, denn ich hatte die erste Anmeldefrist verpasst ;-).

Naja, am gleichen Tag gab es hier mit dem "Pokallauf der Metallurgen" eine Traditionsveranstaltung und ich wollte schon immer mal die entsprechende Cup-Serie mitlaufen. Ursprünglich sollten es die 10 km sein, doch da ich mich mal relativ akribisch auf einen HM vorbereiten will, brauche ich nach den letzten trainingsarmen Wochen zu lange für die Regeneration. Also starte ich nur über 5 km und habe gleich noch eine (wohl die einzige)Wertungszeit für die Radiergummi-Liga. Denn dieses Mal sollte es im Gegensatz zur Stadtmeisterschaft eine Chipmessung und ein offizielles Ergebnisprotokoll geben.

Naja, viele Teilnehmer gab es nicht auf der kurzen Strecke, aber das war mir egal. Mir ging es ja auch um eine ordentliche Zeit. Und nach der letzten Woche liebäugelte ich schon etwas mit den 25 min. Aber ich hatte keine Ahnung, wie sich die Umfangserhöhung der Woche auswirken würde.

Am Start gab es etwas Gewühl, weil ich nicht allzu weit vorn stand und alle Strecken gleichzeitig ins Rennen gingen. Doch dann hatte ich mein Tempo recht schnell gefunden, nur meine junge Konkurrentin von der letzten Woche sah ich nicht. Kurzer Blick nach hinten, ah ja, sie hatte sich an meine Fersen geheftet. Das war bestimmt die Anweisung ihres Trainers, da sie letzte Woche viel zu schnell angegangen war. Ich war dagegen etwas zügiger als die Woche davor unterwegs, aber ich wollte ja auch schneller laufen ;-). Nach einer Weile hatte ich dann Anschluss an 2 Läuferinnen gefunden, die aber eine Runde mehr laufen wollten und ich bekam einen Mitstreiter, der das erste Mal 20 km laufen wollte. So haben wir uns gegenseitig gezogen und es hat richtig Spaß gemacht. Die andere Läuferin konnte dann ab 3 km nicht mehr mithalten, aber sie blieb immer in Blickweite. Kurz vor´m Ziel stand dann ihr Trainer und muss sie mächtig angefeuert haben. Aber irgendwie habe ich den Braten gerochen und habe es nicht nur austrudeln lassen. Und das war gut so, denn der Abstand war zum Schluss nur noch 4 Sekunden. Ich kann einfach keinen Endspurt und wurde schon oft auf der Zielgeraden stehen gelassen. Aber dieses Mal hat es gereicht und ich bekam für den Gesamtsieg bei den Frauen in 24:50 min sogar einen Pokal. Darüber habe ich mich sehr gefreut. Aber noch mehr über die Zeit. Wenn ich noch ein paar Sekündchen für Bruttozeit und Kuddelmuddel bei der Zielmessung abziehe, liegt sie nur 20 Sekunden über meiner Bestzeit. Und das nach dem wenigen Training der letzten Wochen, von Tempotraining war ja gleich gar keine Spur. So hat der Winter mit den anstrengenden Läufen über Eis und Schnee doch einiges gebracht und auch die ab und zu schnellen Läufe mit Kathrin, die ich so alleine gar nicht laufen würde.

Jetzt bin ich optimistisch für die nächsten Wochen und schaue mal, wie es weitergeht.

Dienstag, 23. März 2010

Lauf in den Frühling

Nachdem das Wetter am Wochenende eher bescheiden war, hat der Frühling seit gestern nun endgültig Einzug gehalten. Ich weiß, im Moment fehlt hier im Blog noch etwas die Farbe, aber ich verspreche Besserung.

Da gestern ein Ruhetag anstand, habe ich mir zu Feierabend im Garten die Sonne auf die Nase scheinen lassen. Erstmalig auf der Terasse sitzend und anschließend war ich auch noch etwas fleißig, denn es gibt draußen einiges zu tun.

Heute habe ich mich aber schon den ganzen Tag auf meinen ersten längeren Lauf seit Monaten gefreut. Die Sonne schien mit aller Kraft, nur der Wind war noch etwas kühl. Also etwas früher Feierabend gemacht und von zu Hause gestartet. Die Waldwege sind mittlerweile wieder gut laufbar, mein Lieblings-Kanal eisfrei und in den Vorgärten blühen die Krokusse um die Wette. Es war eine Freude und teilweise hatte ich wohl sogar ein Lächeln im Gesicht. Die Autofahrer, die so zahlreich an mir vorbeifuhren, habe ich heute bedauert, denn sie konnten in diesem Moment den Frühling nicht so wie ich genießen. Laufen kann so einfach und so schön sein!

Nach 19km in 2:06 h war ich wieder zurück. Die Beine von der derzeit ungewohnt langen Strecke müde, aber der Kopf ist frei und mir geht es einfach nur gut!

Sonntag, 21. März 2010

Mit dem Frühling gibt´s wieder Pläne

Ich muss hier mal wieder etwas Staub wegwischen...

Meine Lauferei war im Februar mehr als zäh. Der Husten hielt sich hartnäckig und auch die Knie muckerten rum. So bin ich im gesamten Monat nur auf mickrige 61 km gekommen. Und auch der Wiedereinstieg war schwierig, nach den ersten Läufen habe ich freiwillig noch mal ein paar Tage ausgesetzt, da der Körper einfach noch nicht richtig wollte. Wenigstens etwas Effektivität habe ich reingebracht, indem ich die Zipperleins parallel abgearbeitet habe ;-).

Mit diesem Hintergrund und auch, weil der ursprünglich geplante Frühjahrshöhepunkt nicht stattfindet, habe ich dann die Saisonziele neu überdacht. Konkrete Pläne gab es nur sehr wenige und die habe ich, wie den Start beim Berliner Halbmarathon, beizeiten verworfen.
Lediglich eine regionale Laufserie wollte ich dieses Jahr nun endlich mal mitnehmen. In den letzten beiden Jahren ist es mir nämlich nicht gelungen, an notwendigen 5 Läufen von 9 vorgegebenen teilnehmen zu können, weil einfach zu viele andere Läufe oder private Termine anlagen. Da möchte ich dieses Jahr doch mal andere Prioritäten setzen und nicht soviel in die Ferne schweifen. Und deswegen gibt es im Frühjahr nun keinen Marathon, schon gar nicht auf "Teufel komm raus" nach der Krankphase. Stattdessen habe ich mir einen Trainingsplan für einen Halbmarathon gesucht und die regionalen Läufe werden als Tempotraining eingebaut. Genauso habe ich das vor 3 Jahren in Vorbereitung auf meinen ersten HM gehandhabt, mit dem gleichen Trainer und es hatte auf Anhieb mit den sub 2h funktioniert. Deshalb gehe ich auch dieses Mal ganz optimistisch heran und schaue mal, wie es bei einem vorbereiteten HM läuft. Bis auf den allerersten bin ich die anderen immer im Rahmen eines Marathontrainings gelaufen.
Morgen geht es dann los, mit einem Ruhetag ;-). Aber ich freue mich, mal wieder Tempo bolzen zu können und nicht ganz so lange Läufe laufen zu müssen.

Heute gab es schon mal einen kleinen Test.
Diese Woche hatte ich ein paar Probleme mit dem plötzlichen Wärmeeinbruch, aber deswegen muss es nicht gleich wieder kalt werden ;-). Gerade der Lauf gestern war mächtig beschwerlich und auch das linke Knie ist nach wie vor noch nicht beschwerdefrei, wenn es bei Restschnee- und Matschpassagen über instabilen Untergrund geht. Auch beim Tanzen merke ich es bei bestimmten Kick- und Drehbewegungen. Aber das hat mich gestern nicht abgehalten, wenn die Line Dancer rufen. So bin ich heute morgen nach einer recht kurzen und durchtanzten Nacht zum Stadtmeisterschaftslauf über 5 km gefahren. Ich hatte überhaupt keine Erwartungen und wollte einfach versuchen, so lange wie möglich locker zu laufen. Nach dem Startschuss bin ich auch gemäßigt los und habe mich einer direkten Konkurrentin angeschlossen. Diese hat mir im letzten Jahr gerade auf den kürzeren Strecken mächtig Paroli geboten und ich habe heute nicht damit gerechnet, mit ihr mithalten zu können. Doch nach ca. 1 km war es mir erstaunlicherweiße zu langsam. Auch andere Läufer scheinen ihre Probleme mit diesem so langen Winter gehabt zu haben oder ein paar Grundlagen sind bei mir eben noch vorhanden... Auf jeden Fall habe ich dann später noch ein paar zu schnell Gestartete einkassiert und kurz vor dem Ziel rief man mir zu, dass ich erste Frau wäre. Da habe ich mich richtig gefreut, denn ich bin keinesfalls am Limit gelaufen und habe nicht einmal auf die Uhr geschaut. So bin ich dann in 25:37 min ins Ziel. Damit bin ich hochzufrieden, vor allem, wie relativ locker und gleichmäßig das heute ging.

Darauf lässt sich nun aufbauen und ich schaue einfach mal, wie es weitergeht. Und einen Marathon gibt es dann im Herbst. Genau genommen ist es DER MARATHON, nämlich von Marathon nach Athen zum 2500. Jubiläum. Und darauf freue ich mich jetzt schon wie Bolle und ist in den nächsten Monaten für mich Motivation pur.

Donnerstag, 18. Februar 2010

Rückblick

Es ist viel Zeit verstrichen seit dem letzten Eintrag. Deshalb ein kurzer Rückblick über die letzten ereignisreichen Wochen.

Der Januar hatte es wie jedes Jahr in sich. Viel Arbeit im Büro und zum Ende des Monats noch 2 Geburtstage. Da unsere Große nicht zu Hause sein konnte, habe ich mir freigenommen und bin zu ihr nach Potsdam gefahren. Dort haben wir an ihrem 20. Geburtstag einen wunderschönen Tag verbracht. Ich kann es immer noch nicht glauben, dass sie nun schon 20 ist und ihren eigenen Weg geht.
2 Tage später war es dann für die Kleine soweit, doch sie wollte lieber mit ihren Freundinnen feiern.

Dafür ging es dann am Wochenende darauf mit ihr in das Zilleral zum Skifahren. Leider habe ich mir dann nach der ersten (!) Liftfahrt beide Knie verdreht und schon Schlimmeres befürchtet. Doch nach einer Erholungspause, die ich zum Fotografieren meiner Skihasen genutzt habe,konnte ich weiterfahren. Das ging sogar recht gut, nur einen Sturz wollte ich vermeiden.

Natürlich sind wir auch wieder auf dem Hintertuxer Gletscher gewesen, bei wunderschönem Sonnenschein, aber eisigen Temperaturen. Skispaß pur auf 3000 Metern.Ich bin jedes Mal aufs Neue von dieser unglaublichen Landschaft fasziniert und die Bilder geben einfach diesen Zauber nicht so richtig wieder.
Hier haben meine Beiden auf mich gewartet und es war einfach beeindruckend, wie sie an einem tiefen Abhang stehen und dahinter sich ein Berg hunderte Meter in die Höhe erhebt.Leider konnte ich aber auf Grund der Knieprobleme nicht laufen, gehen war schon nicht ganz schmerzfrei. So habe ich es in dieser Woche bei "nur" Skifahren belassen, aber es war einfach wieder wunderschön. Schade, dass die Berge von hier so weit weg sind.

Wieder zu Hause mussten wir feststellen, dass hier mehr Schnee liegt, als in den Alpen. Und so habe ich dann vorsichtig wieder mit Laufen begonnen. Da ich eine geräumte Runde durch den Wald zur Verfügung habe, ist es mit Icebugs kein Problem. Trotzdem empfinde ich diese Läufe unglaublich anstrengend, man muss auch die Füße mehr heben als üblich. Die ersten Läufe waren schmerzfrei, doch irgendwie muss mir die Kälte zugesetzt haben. Denn erst gab es Halskratzen, eine leichte Erkältung und nun einen hartnäckigen Husten, der mich vor allem nachts quälte. Zum Glück ohne Fieber und Antibiotika, aber der Doc hat mich erst mal aus dem Rennen genommen. Die Erkältung ist nicht das Problem, aber der Husten ungewohnt hartnäckig. An Laufen ist im Moment nicht zu denken, ich will auch nichts riskieren mit einem zu frühen Einstieg.

Dafür gab es gestern mit meiner Großen bei herrlichstem Winterwetter einen schönen langen Spaziergang. Körperlich ging es mir richtig gut, aber zum Schluss hat die kalte Luft wieder gereizt. Ich muss also vorsichtig sein. Dabei haben wir auch dieses kuriose Fotomotiv entdeckt und man kann ein wenig erahnen, wieviel Schnee hier immer noch liegt.Doch langsam kann es nun mal Frühling werden!

Sonntag, 17. Januar 2010

Hallenlauf - The same procedure as last year

Gestern war ich, mitten im tiefsten brandenburgischen Winter, wieder in Senftenberg zum Hallenmarathon. Im Gegensatz zum letzten Jahr hatte ich mich nicht speziell darauf vorbereitet und mit Kathrin am Dienstag noch einen 13km-Schneelauf absolviert, der arg anstrengend war und mir 2 Tage in den Knochen steckte. So hatte ich auch keine direkten Ambitionen, Beate und ich wollten einfach Spaß haben und mal wieder in kurzen Klamotten laufen. Wir waren beizeiten in der Halle, so dass ich mich noch ordentlich warmlaufen konnte. Dann wurde der 10km-Lauf gestartet und von Beginn an lief es schwer. Kein Vergleich zum letzten Jahr, als ich wirklich ausgeruht an den Start gegangen bin. Nach 3 km hätte ich eigentlich aufhören können, ich hatte auch nicht wirklich Lust mehr und dieses Mal auch Probleme mit der ungewohnten trockenen Luft. Doch ich bekam dann mit, dass ich relativ sicher auf dem 2. Platz liege, das motivierte dann doch zum Weitermachen. Gefühlsmäßig bin ich mit der Zeit um einiges langsamer geworden. Nach offiziellen 51:07 min war ich dann als 2. Frau (von immerhin 9) im Ziel und damit bei den Voraussetzungen zufrieden. Die Überraschung gab es dann auf der Urkunde, bin ich doch alle Runden zwischen 1:14 und 1:19 min gelaufen, also viel gleichmäßiger, als es sich anfühlte. Stress gab es dann bei der Siegerehrung, da ich mich nicht von der kalten Dusche erschrecken lassen wollte und sie so fast verpasst hätte ;-).Dies hier war die Ehrung für den 1. AK-Platz, das andere Foto ist unscharf...

Danach gab es verdient Kohlenhydratnachschub, bevor ich Beate bei ihrem 3km-Lauf angefeuert habe.
Anschließend hieß es wieder ausruhen und trotz der vielen Stunden, die wir in der Halle verbrachten, war die Zeit wieder extrem kurzweilig.

Bald schon mussten wir uns wieder warmlaufen, bei kühlen Temperaturen von ca. 15°C auch bitternötig, denn nun stand der Höhepunkt des Tages für uns an - 10km-Paarlauf. Jeder läuft 4 Runden á 1km, bevor er den Staffelstab an die Zeitmesstafel hält und sie seinem Partner übergibt.

Ich bin wieder den ersten Part gelaufen und es lief zwar nicht locker, aber mit ca. 4:40 unerwartet schnell. Zu diesem Zeitpunkt konnte ich mir nicht vorstellen, noch 4 Intervalle zu laufen, doch es ging irgendwie. Am Ende waren die restlichen Abschnitte trotz der Vorbelastung zwischen 4:44 und 4:48 und damit schneller als im letzten Jahr :-). Nun frage ich mich, warum der 10er nicht schneller ging. Alles eine Kopfsache, weil der 1. Platz beizeiten außer Reichweite und der 2. Platz genauso schnell gesichert war? Oder ist es eine Blockade vor der Schallmauer? Oder laufe ich am Abend wirklich schneller als am Morgen?

Letzten Endes ist es egal. Als Team haben wir den 3.Platz belegt und wir hatten wieder einen schönen Tag in Senftenberg. Mittlerweile habe ich nun schon 2 Pokale von dort zu Hause.Heute habe ich dann doch ganz schön Muskelkater, so dass es den Icebug-Versuch erst morgen starten werde. So schnell rennt uns der Schnee hier nicht weg, denn heute gab es schon wieder neuen Nachschub...

Sonntag, 10. Januar 2010

Eingeschneit

Die arbeitsreichste Woche des Jahres liegt schon hinter mir ;o). Deswegen der erste Eintrag des neuen Jahres auch erst jetzt.

Silvester haben wir in Stuttgart bei Freunden verbracht und mit Ihnen am dortigen Silvesterlauf teilgenommen. Irgendwie flutschte es bei mir gar nicht, obwohl es bei fast frühlingshaften Temperaturen fast ideales Laufwetter gab. Es hat aber trotzdem Spaß gemacht, was man mir wohl auch ansieht :-).

Leider konnte Frank mal wieder nur Zuschauer sein, weil er arge Rückenprobleme hatte, die auch alle anderen Freizeitaktivitäten drastisch einschränkten. So waren es ein paar ruhige Tage im Süden. Das es zu Hause dauergeschneit hatte, konnten wir uns da noch gar nicht so richtig vorstellen. Hier der Blick aus unserer Haustür und
unser Weihnachtsbaum. Wie gesagt, die Bilder sind bereits am 2. Januar geschossen worden. Seitdem sind noch ca. 20 cm obendrauf gekommen. Ich kann mich nicht erinnern, dass wir jemals soviel Schnee hier hatten und auch in meiner Heimat gab es eher selten solche Schneemassen. Auf der Mülltonne liegt der Schnee, der von gestern zu heute nachmittag in ca. 24 h gefallen ist, davor sah sie aber vom Vortag genau so aus ;o).
Trotzdem oder gerade bin ich an beiden Tagen gelaufen, der Wind hielt sich hier und besonders im Wald in Grenzen. Ich habe ein paar Waldstraßen zu unserer Exklave zur Verfügung, die ab und zu geräumt werden. So habe ich mich an beiden Tagen wieder über die Pyramide gefreut, die sich aber heute ohne Beleuchtung drehte.Da der Weg recht gut laufbar war, kurz vor mir ist der Winterdienst gefahren, habe ich heute sogar die größere Runde von 12 km gedreht. Doch irgendwann war die Herrlichkeit vorbei und es sah so aus. Schön zerwühlte Strecke, bei der man bei jedem Schritt versank. Doch da musste ich nun durch. Für 2 km hieß es wie ein Storch durchzuhüpfen und bis auf wenige Meter habe ich das auch wirklich laufend bewältigt. Man, war ich kaputt. Der festgetretene Schnee durchs Dorf war dann eine richtige Wohltat dagegen.

Im Ergebnis dessen gab es zu Hause die Konsequenz, dass ich mir ein paar Icebugs bestellt habe, denn der Schnee soll uns ja noch eine Weile erhalten bleiben. Schön war´s trotzdem. Vor allem amüsiere ich mich immer über die verständnislosen Blicke von Spaziergängern und Schneeschiebern :-).

Mittwoch, 23. Dezember 2009

Weihnachtslauf

Nachdem es von Kathrin (zu Recht) einen Rüffel gab, hier nun endlich ein Eintrag zu unserem Vereins-Weihnachtslauf.

Bei Schnee und frostigen -12 °C haben wir uns am Sonntag am Wirchensee getroffen und schon ging es los. Irgendwie hat es sich so ergeben, dass wir mit Kathrin erst vorne weg gelaufen sind,

dann haben wir bei einen Fotostopp auf die ganze Meute gewartet,

um dann hinterherzulaufen und noch ein paar schöne Motive und den letzten, ortsunkundigen, Läufer einzufangen.
Es hat sich echt gelohnt, mal etwas geruhsamer durch die Gegend zu traben, denn es gab einiges Schöne, wie dieses völlig vereiste Mühlenrad zu entdecken. Außerdem ist es immer wieder faszinierend, wie sich die Natur im Laufe der Jahreszeiten verändert, laufen wir diese Runde doch öfters mal ab.

Am Abend gab es dann noch unsere Vereins-Weihnachtsfeier. Höhepunkt war das Wichteln mit "Dingen, die die Welt nicht braucht". Hier freuen sich Kathrin und Bianka über ihre erstandenen Päckchen,
die sie anschließend aber wieder hergeben mussten ;o), genau wie Beate.
Wir hatten viel Spaß beim Wichteln und die Stimmung war ausgelassen und fröhlich.
Diese Weihnachtsfeier beschließt unser erstes Vereinsjahr, fand sie doch 3 Tage nach dem 1. Gründungsgeburtstag statt. Wir haben in diesem einen Jahr einiges zusammen erlebt und bewältigt, Höhepunkt war natürlich unser Schlaubetal-Marathon. Und ich muss sagen, wir sind schon ein toller Haufen, das passt!!!
Allen, die hier lesen, wünsche ich ein schönes und besinnliches Weihnachtsfest!

Montag, 14. Dezember 2009

Bestzeit adé

Es gab keine neue Bestzeit gestern im Plänterwald. Dabei war ich echt gut in Form. Die Intervalle waren so schnell wie noch nie und auch die normalen Dauerläufe gehen um einiges flotter als noch vor einem Jahr. Aber es sollte nicht sein :-(.

Das Unheil ahnte ich schon am Freitag mittag, als ich häufiger nießen musste. Und zum Abend hin wurde es immer schlimmer. Da aber der Puls noch im normalen Bereich war, hatte ich immer noch Hoffnung. Doch schon am Samstag Morgen ging es mir nicht wirklich gut, aber auch nicht schlecht. Ich wollte einen Start vom Tagesverlauf abhängig machen. So bin ich dann mit Sack und Pack und 2 Kolleginnen an Bord nach Berlin gefahren. Eine der beiden war übrigens der Übeltäter, denn sie hat ein paar Tage vorher ihre Bakterien gleichmäßig über alle Räume verteilt, obwohl es ihr wirklich nicht gut ging und sie ins Bett gehört hätte. Und dieses Mal habe ich eben laut HIER geschrien, obwohl ich sonst resistent gegen solche Angriffe bin.

Wir sind dann zu einer ehemaligen Kollegin gefahren und haben zusammen einen schönen Tag verbracht. Erst waren wir sehr lecker und ausgiebig bei einem Chinesen essen und genau dort treffe ich dann Thomas aus dem Forum mit seiner Frau Petra. Was für ein Zufall... Das war aber auch der Zeitpunkt, als ich beschlossen habe, das Schlafplatzangebot meiner Kollegin nicht anzunehmen und am Abend lieber wieder nach Hause zu fahren. Anschließend sind wir dann noch in die Stadt ein wenig shoppen und auf Weihnachtsmärkten klampern. Aber das hat alles nicht wirklichen Spaß gemacht. Es war einfach nur voll und man konnte sich überall nur durchschieben lassen.

Gegen 21:30 Uhr war ich dann wieder zu Hause und wirklich froh darüber, denn nun hatte ich durch die Anstrengungen des Tages sogar Fieber bekommen. Aber bis dahin funktionierte mein Körper, Auto fahren war kein Problem und auch meine Kolleginnen meinten, dass man mir meine Erkältung nicht ansieht. Schon erstaunlich, wie gut die allgemeine Konstitution doch ist!

Aber ein wenig geärgert habe ich mich schon, weil auch das Wetter gestern so schön zum Laufen war. Aber ich habe mich ausgiebig auskuriert und am Nachmittag gab es einen kleinen Spaziergang an der frischen Luft. Heute hatten wir beide frei und haben noch ein paar Weihnachtsgeschenke für die Kinder besorgt. Ich war beim Shoppen die Ausdauerndere von uns beiden ;-), also geht es aufwärts.

Die Erkältung ist nun schon fast abgeklungen, so dass ich morgen wieder frisch und munter ins Büro gehen kann. So muss das... ;o).

Naja, gibt es eben einen neuen Versuch im Januar. Aber vorher freue ich mich noch auf den Silvesterlauf in Stuttgart.

Montag, 7. Dezember 2009

Jubiläums-Vollmond-Weihnachtslauf

Letzten Mittwoch stand seit langem mal wieder ein echter Vollmondlauf an, noch dazu bei Temperaturen um den Gefrierpunkt, also war klare Winterluft angesagt, so wie ich das liebe.
Der Zufall wollte es, dass ich nach 500 Metern die 2000 km für dieses Jahr voll gemacht habe. Diesen Moment musste ich kurz genießen und für mich festhalten... Ich habe keinen Moment zu früh fotografiert, denn für die nächsten Kilometer verschwand der Mond hinter den Wolken. Trotzdem war es auch im Wald richtig hell und man konnte weiter gucken, als an manchem regenverhangenen Tag.

Nach 3 km hatte ich dann mein erstes Ziel erreicht, unsere kleine Exklave mitten im Wald. Genau dort wo sich Fuchs und Hase gute Nacht sagen ;o).Auf einem kleinen Platz rechts vom Schild war der Weihnachtsbaum und links davon diese elektrische Pyramide aufgestellt. Jetzt muss man sich nur noch vorstellen, wie sie sich dreht :-). Danach ging es auf gleichem Weg zurück. Da kurz bevor ich mein Dorf erreichte, der Mond wieder heraus kam, habe ich mich für die Verlängerung der Strecke entschieden. So bin ich dann auf einer kleinen Teerstraße noch zu einem alten Tagebausee mitten im Wald gelaufen. Dieses Mal war es im Gegensatz zur Vorwoche bedeutend heller und es gab im Wald ein richtig mystisches Licht- und Schattenspiel. Ein wenig Bedenken hatte ich wegen evtl. streunender Wildschweine. Aber die Gefahr bestand nicht, da ich wirklich weite Sicht hatte und die Augen sowieso geschärft waren ;-). Am See selbst habe ich dann natürlich kurz abgehalten, aber kein vernünftiges Foto zustande bekommen. Es war wohl zu dunkel ;o). Danach ging es wieder nach Hause und ich war total überrascht, dass ich für die knapp 12 km im Schnitt schneller als 6 min unterwegs war, denn es hatte sich echt locker angefühlt.

Nun kann ich spekulieren, ob es an der Tageszeit liegt oder daran, dass man im Dunkeln nicht so auf die Uhr schauen kann. Denn am Tag darauf ging es mir beim Lauf mit Kathrin genauso.

Auf jeden Fall war es für mich ein genialer Jubiläumslauf, den ich so schnell nicht vergessen werde. Eben ein ganz besonderer Lauf!!!