Dienstag, 20. Oktober 2009

Von Marathon zu Marathon

Nun ist er Geschichte, der 3. Schlaubetal-Marathon. Und es war der erste, den der zwischenzeitlich neu gegründete Schlaubetal-Marathon-Verein organisiert hat. Die Fäden hatten nach wie vor Bianka und Kathrin in der Hand, aber alle Vereinsmitglieder, auch deren Partner und Kinder haben sich eingebracht und mitgeholfen.

Am Vorabend wollten auch so "nebensächliche" Arbeiten wie die Luftballons für den Biene-Majathon herstellen erledigt werden. Auch das geschah in Teamwork. Frederic, Annekatrin und Dieter haben gepustet, Falk hat geknotet und ich habe die Ballons an die Stäbe gefummelt ;-). Auch mussten noch die Siegerpokale ausgepackt und den Preisen zugeordnet werden. Am Marathon-Morgen ging es dann beizeiten los, denn viele Läufer holten sich frühmorgens die Startunterlagen ab. Doch ab und zu konnte ich auch mal einen Blick nach "draußen" werfen und somit auch den Start verfolgen.

Man beachte den blonden jungen Mann ganz in Schwarz und ohne Startnummer im Vordergrund. Er war wohl im Auftrag eines TV-Senders unterwegs und nahm seine Rolle als angehender Soap-Star sehr genau ;-). Zumindest haben wir uns alle köstlich über sein Gehabe amüsiert.

Den Zieleinlauf vom glückstrahlenden Binchen habe ich leider verpasst. Sie war einfach zu schnell und hat einen riesigen Pokal dafür mit nach Hause nehmen dürfen. Noch am Vorabend hat sie meine einzigen beiden Pokale bewundert und gemeint, dass sie noch nie einen gewonnen hat.

Ist ja wohl klar, welchen Pokal Sabine gewonnen hat. Wer aber bei dieser schweren Strecke den HM in 1:47 h läuft, hat ihn auch mehr als verdient und wir haben uns alle mitgefreut :-).
Wenigstens kam ich dann pünktlich zu Franks Zieleinlauf, nur die Kamera konnte ich nicht mehr rechzeitig zücken. So ist wenigstens Bianka, die ihm gratuliert hat, auch mit auf dem Foto.


Nach den Zieleinläufen galt es dann, die Chips wieder entgegen zu nehmen. Hier meine beiden Mitstreiterinnen vom Meldebüro, zusammen waren wir ein wirklich gutes Team .

Ja, nun gilt es, den nächsten Marathon vorzubereiten. Noch nicht den nächsten Schlaubetal-Marathon. Erst mal wird in Frankfurt gelaufen und in 5 Tagen ist er schon vorbei. Langsam steigt nun auch die Spannung und ich habe überhaupt kein Gefühl, wie es laufen wird, obwohl die letzten Läufe ganz gut gingen. Nur heute hatte ich schwere Beine, aber das muss wohl auch so sein ;-).

Auf jeden Fall freue ich mich auch auf das ganze Drumherum. Viele Foris zu treffen und neu kennenzulernen und das sogar ganz entspannt. Bis bald!

Dienstag, 13. Oktober 2009

Ereignisreiche Tage

Das Tapering hat begonnen :-). Und ich freue mich echt darauf, denn die letzten Läufe waren wie Aprilwetter.

Erst der verkorkste Halbmarathon, 4 Tage später laufe ich 9 km locker und leicht einen glatten 6er Schnitt, als ob nie etwas gewesen wäre. Ich hätte ewig laufen können, doch die Helferversammlung für unseren Schlaubetal-Marathon stand an. Am Samstag dann der letzte lange Lauf. Geplant war, in die Stadt laufen, die 10er Runde mit dem Verein und wieder zurück laufen. Insgesamt ca. 34 km. Da es aber am Morgen schweinekalt war und ich meine Ankunft vor Ort schlecht timen konnte (ich wollte auf Grund der Kälte eine Wartezeit vermeiden) verzichtete ich auf das Vorhaben. Und das war im Nachhinein eine gute Entscheidung. Denn ich quälte mich von Beginn an im Schneckentempo bei recht hohem Puls. Der war schon beim Loslaufen viel zu hoch. Ich war dann bei diesm Lauf mehrmals nahe dran, die Sache abzubrechen. Aber irgendwas hat mich weitergetrieben, so dass ich am Ende wenigstens 30 km auf der Habenseite verbuchen konnte.
Am nächsten Morgen gab es dann Halsschmerzen. Ach herrje, das war´s wohl nun für den Marathon. Doch weit gefehlt, nach einer ausgiebigen Mittagsruhe waren sie weg und ich bin zu meiner Eisvogelpfadrunde aufgebrochen. Der Regen, den es bis dahin gab, verzog sich und ich konnte 14 km wieder locker und im normalen Pulsbereich laufen. Lediglich die Beine waren leicht angemüdet. Unterwegs habe ich dann schon die Theorie entwickelt, dass mir die laaangsamen Läufe wohl nicht bekommen, weil ich bei den langen Läufen in letzter Zeit öfters Probleme hatte. Doch mir ging es am Vortag wirklich nicht gut, sogar leichte Kreislaufprobleme hatte ich, die ich sonst nie habe. Egal, was es war, es scheint wohl wieder weg zu sein :-).

Heute bin ich aus Zeitgründen eher von Arbeit los, 3x3200 Meter im MRT standen an. Die habe ich mit recht wenig Aufwand schneller hinbekommen als ich wollte. Und das trotz knurrendem Magen und zwischenzeitlicher Regengüsse. Pünktlich zur Kaffeezeit gab es dann Mittagessen und dann ging es zum Starttüten einsortieren für unseren Marathon. Der wird nun in den nächsten Tagen eine große Rolle im Tagesablauf spielen. Ich bin schon ganz gespannt, wie es läuft und freue mich darauf.
Dazu kommt auch unsere große Tochter angereist, die mittlerweile ausgezogen ist und ihr Studium begonnen hat. Zu Beginn dieses neuen Lebensabschnittes gab es wie 13 Jahre zuvor eine Zuckertüte mit ihrem schon seit Kleinkindtagen bestehenden Lieblingsmotiv ;-). Gefüllt war sie mit allerlei Kleinkram, den man so zur Erstausstattung braucht oder gebrauchen könnte. Es war schon nicht einfach, sie mit ihrem Krimskrams nach Potsdam zu fahren und dort allein zurückzulassen. Aber sie hat sich mittlerweile schon gut eingelebt und Potsdam ist auch nicht aus der Welt.

Montag, 5. Oktober 2009

Wer nicht hören will...

Ja, ich hatte hier noch meine Zweifel geäußert, ob ich den langen Lauf dem HM vorziehe. Und eigentlich hatte ich mich auch für den langen Lauf entschieden.
Doch dann reizte mich der fast lauffreie Samstag, es gab nur die 3,5 km Beine-Ausschüttel-Runde, die gemeinsame Fahrt mit Kathrin und die angenommene gute Form für eine schöne Zweit-Bestzeit.
Hatte ich doch mein Tief überwunden, die letzte reichliche Woche lief richtig gut. Am Dienstag lief ich 3x2000m in 5:10, 5:20 und 5:08. Beim mittleren ging es leicht bergan, aber alle 3 waren bei weitem nicht am Limit. Auch die 14 km am Donnerstag liefen sich ohne Anstrengung nur so weg. Und die kleine Runde am Samstag gaaanz langsam bei extrem niedrigen Puls, so wie ich ihn noch nie hatte. Also beste Voraussetzungen.

Die Nacht war kurz, trotzdem war ich am Morgen relativ frisch. Wie fast immer, gab es mit Kathrin den obligatorischen Verfahrer, aber dieses Mal waren wir nicht schuld. Ich schwöre ;-). Es war nämlich nichts, aber auch gar nichts ausgeschildert und schon waren wir drin in der Einbahnstraßen-Umleitung. Naja, irgendwann haben wir es dann doch rechtzeitig gefunden...

Der Start war etwas merkwürdig, alle Läufe gleichzeitig von verschiedenen Stellen des Stadion-Runds und anschließend musste man je nach Strecke noch eine (HM) oder 2 Runden (10 km) drehen. Da ist natürlich das geballte Überlaufen der HM-Läufer von den schnellen 10er Läufern vorprogrammiert. Danach ging es ca. 1,5 km zu einem Rundkurs im Wald, der dann 4 mal durchlaufen werden musste und anschließend wieder zurück. Die Strecke war schon zu Beginn anspruchsvoll. Schotter, Schlaglöcher, Pflaster, Wurzeln und immer leicht bergan. Schon da hat sich mir ein Läufer angeschlossen, der aber recht ungleichmäßig lief und dem ich mich zuweilen angepasst habe. Dadurch war nicht nur der erste km mit der Stadionrunde, sondern auch der 3. viel zu schnell. Irgendwann habe ich dann ein passendes Tempo gefunden, er rannte immer mal mehr oder weniger vor mir her, weil auch die Strecke recht eng war und wir von anderen Läufern überholt wurden oder selbst überholen mussten, als die 10er noch auf der Strecke waren. Auch wollte er ein bisschen Konversation betreiben, aber ich merkte schon, dass ich mir meine Puste einteilen musste. Aber ich wollte nicht unhöflich sein und ich war ja froh, nicht allein durch den einsamen Wald laufen zu müssen...
Ab km 10 wurden wir dann langsamer und auch die Motivation sank, als wir die Zeit sahen. Doch das Schild stand definitiv falsch, denn das 15km-Schild kam ca. 50 Meter später. Und da eine Runde was über 4,6 km sein sollte, kann das allein schon nach Adam Ries nicht stimmen. Naja, wir liefen dann gemeinsam so weiter, immer gegenseitig motivierend, ich später dann jammernd, dass es überhaupt nicht läuft. Die Beine wurden immer schwerer und ich hatte eigentlich keine Lust mehr. In diesen Momenten war ich froh, dass dieser Läufer an meine Seite war. So habe ich mir am letzten kurzen steilen Anstieg keine Blöße gegeben und bin ihn laufend hoch, obwohl ich am liebsten gegangen wäre. Dann durften wir endlich diesen Rundkurs verlassen und er hat gefragt, ob er beschleunigen darf, da er noch mit einer Zeit von unter 2 Stunden ankommen wollte. Fand ich ja niedlich. Ich habe ihn auch sofort losgeschickt und er hat es noch locker gepackt. Auch für mich war das in Reichweite, bis... ja bis ich die vorletzte Kurve genommen habe. Dort gab es heftigsten Gegenwind und das bergan. Irgend so eine Böe hat mir dann mein Cap vom Kopf und einige Meter nach hinten gerissen. Also abstoppen, nach hinten rennen und mühevoll bücken. Das Wiederanrennen war dann auch nicht gerade angenehm.
Im Stadion musste man dann noch eine dreiviertel Runde laufen und so kam ich nach 2:00:11 h ins Ziel. Also die 11 Sekunden schiebe ich mal dem Wind in die Schuhe ;-). Den Rest weiß ich nicht. Entweder stak das Training noch in den Knochen oder ich habe einfach einen total schlechten Tag erwischt. Denn zu Beginn waren die Beine locker...

Nach dem Lauf hatte ich ganz schön zu kämpfen, wie eigentlich nur nach meinem ersten HM. Auf der Rückfahrt war ich dann recht einsilbig, aber mir war teilweise richtig übel. Ich bin auch fast eingeschlafen und hatte schon befürchtet, irgendwas auszubrüten. Aber das scheint zum Glück nicht der Fall zu sein.
Heute morgen ging es mir wieder richtig gut und die Beine haben lediglich signalisiert, dass sie gestern was getan haben. Aber keine Spur von Muskelkater. Heute abend war auch das verschwunden. Nun verstehe ich gar nichts mehr.
Jetzt muss ich blos noch diesen verkorksten Lauf aus dem Kopf und in den letzten knapp 3 Wochen etwas Zuversicht bekommen. Aber auf jeden Fall werde ich in Frankfurt sehr defensiv angehen.

Mittwoch, 30. September 2009

24 Stunden in Bernau

Lange geplant, war es dann am 12. September soweit, der 24h-Lauf von Bernau sollte steigen.

Im Forum gab es schon länger den Gedanken, eine "Radiergummistaffel" ins Rennen zu schicken. Und mit Unterstützung einiger Fans gelang es uns dann auch, eine Staffel, übrigens als Mixstaffel, aufzustellen.
Dies waren dann in der Reihenfolge, so wie wir zu Beginn gestartet sind:

Sven, Katrin, Thomas, Beate, Yvonne, Ronny, Anett und Elke. Am Abend unterstützte uns dann Thomas´ Frau Petra und ab Mitternacht Silke. Außerdem gehörte noch Moni zu unserem Team, die unsere Startkarten ausfüllte, dafür sorgte, dass wir rechtzeitig zum Wechsel kommen und irgendwie Mädchen für alles war. Das hat vieles füruns leichter gemacht, sie war einfach Gold wert.

Nebenan hatten dann meine Schlaubetaler Vereinskollegen ihre Basisstation, so dass man in den Pausen immer ein kleines Schwätzchen abhalten konnte.

Das Wetter spielte super mit, es gab Sonnenschein pur und auch unsere Laune war bestens. Um 14 Uhr ging es dann los und für uns lief Sven mit einer Fabelrunde an. Ich war dann als 7. dran und es lief irgendwie überhaupt nicht. Die Runde selbst war 1615 Meter lang durch den Bernauer Stadtpark, landschaftlich sehr schön, aber nicht einfach zu laufen. Gleich zu Beginn gab es einen leichten Anstieg, nach einer Weile eine steile Rampe, die über Treppen gelegt wurde, nach unten. Auf dem Mittelstück musste man einen längeren Anstieg bewältigen, bevor es die letzten 500 Meter erst leicht bergab und dann gerade zum Wechsel ging. Diese letzten Meter waren dann immer die Schönsten, weil sie am einfachsten zu laufen waren und man dann durch das Start-/Zielgelände mit den ganzen Zelten lief.

Wie gesagt, ich war mit der ersten Runde überhaupt nicht zufrieden, die nächsten liefen dann etwas besser und alle im gleichen Niveau. So spulten wir in obiger Reihenfolge unsere Runden ab, scherzten und lachten viel miteinander, so dass die Zeit wie im Fluge verging. Jeder war etwa einmal in der Stunde dran mit laufen. Während wir anfangs noch rumsprangen, wenn unsere Läufer am Pavillion vorbeiliefen, merkten wir nach einer Weile, dass man auch im Sitzen zujubeln kann. Denn es galt, mit den Kräften hauszuhalten und die Beine in den Pausen hochzulegen. Als es dunkel wurde, bekam ich Probleme und wurde um einiges langsamer. Auch war ich müde, aber ich fühlte mich ja von Anfang an nicht richtig fit. So bat ich dann nach meinem Lauf um kurz nach Mitternacht um eine Pause. Auch Katrin nutzte das Angebot, so dass die anderen zu siebent weiterliefen, denn mittlerweile war Silke angekommen.

Ich durfte mich in Elkes Wohnwagen niederlegen, wo ich in meinem Schlafsack warm und gemütlich ruhen konnte. Auch wenn ich nicht wirklich fest geschlafen habe, man bekommt die Geräusche ringsum mit, habe ich mich doch erholt und war nach 2 Stunden wieder fit. Erstaunlich, was so eine Pause bewirkt! Doch da schon eine Menge Startkarten vorgetragen waren, musste ich noch eine Weile auf meinen nächsten Einsatz warten. Die Zeiten in den frühen Morgenstunden wurden dann nicht besser, ich bin ja auch kein Morgenläufer ;-), aber mir ging es wieder gut. So nach und nach haben dann fast alle mal eine Pause eingelegt (nur Sven ist durchgelaufen), aber wir waren immer 6 Läufer, die sich abgewechselt haben, so dass die Pausen für jeden groß genug waren. Vor- und Nachbereitung eines jeden Einsatzes hat ja auch eine gewisse Zeit in Anspruch genommen. Man musste sich aus seinen warmen Sachen schälen, zur Wechselzone gehen, Startkarte abgeben und auf seinen Läufer warten. Nach dem Lauf hat man sich erst mal gestärkt, verschnauft, wieder angezogen, abreagiert, bevor man wieder etwas geruht hat.

Bei mir lief es dann mit einem Schlag besser, als es hell wurde. Plötzlich waren die Zeiten um einige Sekunden schneller als in der Nacht. Bestimmt auch eine Kopfsache, denn das nahende Ende ist in Sicht. Irgendwann ging es dann in die letzte Runde für jeden. Leider begann dann ganz zum Schluss ein leichter Regen. Bei meiner, der 161. Runde für das Team, blieb es dann trocken. Aber als Silke das allerletzte Stück in unserer 163. Runde lief, begann ein richtiger Wolkenbruch. Nun musste sie auch noch bis zur offiziellen Vermessung nach dem Schlusspfiff ausharren. Aber wir haben sie nicht allein gelassen und sind zu ihr hingeeilt.

Doch der Guss wurde immer schlimmer, so dass die, die ohne Regenbekleidung dastanden, doch zurück zum Zelt sind. Das war auch gut so, denn mittlerweile stand es fast unter Wasser.

Nachdem wir uns dann alle umgezogen haben, gab es noch mal das offizielle Schluss-Foto vor der Zeittafel. Und auch hier ist zu sehen, wie toll die Stimmung bei uns war. Nicht einmal gab es irgendwie schlechte Laune, es hat einfach unglaublich viel Spaß mit diesem Team gemacht. Und das war auch Sinn dieses Laufes!!!

Ich hatte noch eine ganze Weile mit Nachwirkungen zu tun. Der Schlafmangel machte sich in Form von Müdigkeit in der darauffolgenden Woche bemerkbar und auch die Beine zickten lange mit mir herum. Doch mittlerweile ist das alles überwunden.

Insgesamt war es eine sehr interessante Erfahrung und ich würde jederzeit wieder mitlaufen. Allerdings könnte ich mir nicht vorstellen, in einer 4er-Staffel zu starten, da dort die Erholungspausen quasi kaum vorhanden sind. Außerdem ist es ungünstig, am darauffolgenden Wochenende einen wichtigen Wettkampf laufen zu wollen, mein Körper hatte sich da noch nicht wieder vollständig erholt. Also so wie jetzt die Konstellation ist, war es in Ordnung. Nun kann Frankfurt kommen!

Sonntag, 27. September 2009

Zweifel

Im Moment verstehe ich mich selbst nicht mehr und weiß auch nicht, was ich will...
Ok, es geht eher um meinen Körper, sonst ist noch alles in Ordnung mit mir ;o).

Ich bin ja nun schon seit Monaten für den Frankfurt-Marathon gemeldet und hatte langfristig ein großes Ziel: sub 4h!!! Um das zu erreichen, habe ich Pläne gewälzt und mich letzten Endes für einen Trainingsplan entschieden, der mir zugesagt hat und durchführbar erschien. Dieser beinhaltet auch jeweils 2 Läufe über 30 und 32 km. Aber es sollte alles ganz anders kommen.

Frankfurt ist heute in 4 Wochen schon Geschichte und ich habe erst einen Lauf über 30 km geschafft. Während mich erst eine Erkältung etwas ausgebremst hat, gab es noch an 3 aufeinander folgenden Wochenenden Wettkämpfe. Den mit noch vorhandener Erkältung gelaufenen HM, den 10km Alsterlauf und die 24h von Bernau. (Zu letzterem schreibe ich noch was). Doch diese Fülle an längeren Wettkämpfen haben ihre Spuren hinterlassen. So wollte ich in der Woche vor Bernau einen längeren Lauf machen. Am Ende waren es sehr zähe 23 km. Mehr war einfach nicht drin. Das war so ziemlich der Zeitpunkt, wo ich mich schon von den sub4 verabschiedet habe. Deswegen bin ich auch in Bernau relativ gelassen angegangen, hatte also nicht mehr vordergründig im Blick, wie ich die Lauferei dort mit dem Trainingsplan vereinbare.
Die beiden nachfolgenden Wochenenden waren wir verreist. Also ebenfalls keine optimalen Bedingungen. Dafür hatte ich wenigstens die Freitage frei (heißt ja schließlich so ;-)) und konnte da die langen Läufe machen. Doch bei dem letzte Woche bekam ich Rückenprobleme, so dass ich froh war, wenigstens 27 km geschafft zu haben. Denn zeitweise musste jeder Schritt wohlüberlegt gesetzt werden. Am Sonntag liefen dann knapp 14 km um etliches entspannter.
Am Abend gab es dann die Berichte vom Berlin-Marathon. Und da haben einige schlechte Erfahrungen gemacht, andere haben mit wesentlich besseren Voraussetzungen als ich die sub4 gerade so erreicht. Für mich mehr ein Grund, NICHT auf diese Zeit anzulaufen. Denn mein allererstes Ziel ist, strahlend in die Festhalle einzulaufen und die Atmosphäre genießen zu können. Lieber gleichmäßig durchlaufen und dafür ein paar Minütchen länger unterwegs sein... das wird meine Devise.

Am Dienstag standen dann 8km im Marathontempo an. Zu Beginn dachte ich, abbrechen zu müssen, aber ich habe dann durchgehalten. Doch es war einfach nur sauanstrengend. Irgendwie bin ich nicht fit. So hat es mich dann schon vor dem langen Lauf am Freitag gegraut. Und es lief zunächst auch wie befürchtet. Langsam und schon mit recht hohem Puls ging es los. Doch plötzlich war ich nach 10 km "drin". Wie ausgewechselt sank mit der Pace auch der Puls. Verkehrte Welt. Die letzten km, zumal auch bergauf, waren dann kein Zuckerschlecken, aber allemal besser als die ersten. Merkwürdig, aber so hatte ich dann wenigstens den ersten 30er auf der Habenseite.
Gestern gab es in den Meißner Weinbergen eine Wanderung über 16 km stetig bergauf und -ab. Und da Gehen was völlig anderes als Laufen ist, habe ich heute Muskelkater in den Kniekehlen und im Fußspann. Trotzdem stand ein Lauf an. Und es geschah, was ich nie für möglich gehalten hätte. Man kann mit muskelverkaterten Beinen locker laufen! Unglaublich! Es geht, weil eben andere Muskeln beansprucht werden. Gefühlt waren die knapp 14 km sowieso um vieles weniger anstrengend als die ungewohnte Wanderung. Und die Überraschung gab es dann zu Hause. Habe ich für diesen Lauf doch genau die gleiche Zeit benötigt wie letzte Woche, aber der Puls war um 10 (!) Schläge niedriger. Habe ich dieses kleine Tief oder die evtl. Überanstrengung der letzten Wochen überwunden?

Doch nun kommen die Zweifel. An den Plänen oder besser Nichtplänen für sub4 ändere ich nichts. Ich will mich einfach nicht unter Druck setzen. In 2 Wochen gibt es definitiv noch einen 32km-Lauf. Doch ich hatte nun überlegt, da ich eh nicht auf die geforderten langen Läufe komme, statt eines langen Laufes nächste Woche einen HM zu laufen. Letztes Jahr vor Berlin hat das gut funktioniert. Kathrin wollte nach Cottbus und da könnte ich ja auch starten. Mich reizt noch eine Zeit sub 1:54 h. Doch nun weiß ich nicht, ob ich mich wieder in irgendwas reinreite. Schließlich will ich trotzdem ausgeruht genug in Frankfurt am Start stehen. Oder mache ich lieber einen zusätzlichen 32km-Lauf? Ich bin schon ganz gespannt, wie ich mich entscheide ;o).

Dienstag, 22. September 2009

Zurück - Los geht es mit Hamburg

So, seit heute sind wir wieder online. Wie nicht anders erwartet, hat das Ganze noch ein paar Tage länger gedauert... Aber lassen wir das.
Es sind ein paar Tage ins Land gegangen und es gibt einiges zu berichten.

Am ersten Septemberwochenende waren wir in Hamburg bei Freunden. Diese Stadt fasziniert uns immer wieder, sie hat einfach ein ganz besonderen Flair.
Den Samstag ging es per U-Bahn in die Innenstadt und zu Fuß zur Jacobi-Kirche, die Startunterlagen für den Alsterlauf holen. Danach besichtigten wir gleich noch das Gotteshaus, die eine riesige Orgel besitzt. Sogar ein Café gibt es im Turm, aber nach einem reichhaltigen Frühstück konnte es uns nicht locken. Anschließend ging es aber zur Kirche St. Nikolai, die selbst eine Ruine ist und deren Turm man aber mit einem Fahrstuhl besichtigen kann. Von hier hat man einen tollen Ausblick über die Stadt, nur der Wind war schon mehr als böig. Nach der Höhe ging es in die Tiefe, denn im Kellergeschoss gibt es eine Ausstellung über die Zerstörung von Hamburg im 2. Weltkrieg. Solche Dokumentationen mit Originalfilmen untermalt sind immer wieder beklemmend. Danach ging es weiter mit dem Stadtrundgang und eine Regenphase nutzten wir , um eine Galerie mit Bildern von Udo Lindenberg und Armin Müller-Stahl zu besuchen. Ich wusste gar nicht, was für andere Talente als bekannt in ihnen so schlummern. Gerade die Werke von Udo Lindenberg haben mir sehr gefallen, aber die hatten auch ihren Preis.

Am nächsten Tag mussten wir nun etwas zeitiger aus den Federn und es regnete in Strömen. Na, das kann ja heiter werden. Doch als wir dann das Haus verließen, hörte der Regen auf.
Der Start zum Alsterlauf erfolgte aus 2 verschiedenen Straßen, die dann nach ein paar hundert Metern zusammentrafen. Eine ganz neue Variante, die aber gut funktionierte, denn es war auf der Strecke weniger voll als befürchtet und ich konnte immer gut laufen.
Als Ziel hatte ich mir schon eine Zeit um die 50 min vorgenommen, hatte aber keine Ahnung, wie der Halbmarathon aus der Vorwoche und die Erkältung nachwirken. Letztere war auch noch hinderlich, denn im Laufe des Rennens musste ich einige Male abhusten. Ansonsten war ich lange Zeit gut im Plan, habe an den km-Schildern immer die Zeiten verglichen. Die Strecke ist wunderschön, großenteils immer an der Außenalster entlang. Und das Wetter spielte auch mit, denn die Wolken wurden von der Sonne verdrängt und es war nahezu windstill :-). Zwischen km 6 und 8 ging es dann doch beschwerlicher und ich dachte, dass ich mein Ziel nicht mehr erreiche. Deswegen war ich überrascht, dass ich km 8 bei 40:04 passierte. Also alles noch drin. Die letzten beiden km bin ich unter 5 min gelaufen, deswegen dachte ich, es knapp geschafft zu haben. So war ich erst mal ein wenig über die offiziellen 50:06 min enttäuscht. Entweder das km8-Schild stand nicht richtig, oder die Strecke war etwas länger. Im Nachhinein habe ich die paar Sekunden wohl bei den vielen kleineren Anstiegen an Brücken verloren. Aber nicht bergauf, sondern bergab. Denn bergauf habe ich öfters mühelos überholt, um bergab wieder kassiert zu werden. Muss ich wohl mal üben ;-). So ist es Gesamt-Platz 151 von 1.387 Frauen und AK-Platz 21 von 256 geworden und das klingt doch mal nicht schlecht ;-).
Kurz nach mir kam Frank ins Ziel, der mit seinem Lauf sehr zufrieden war. Zusammen sind wir dann zu den Verpflegungsständen, haben in Ruhe getrunken, denn mittlerweile war es richtig warm geworden. Krönender Abschluss war dann ein Erdinger Alkoholfrei, bevor es zu unserer privaten Pastaparty ging.

Das war ein rundum gelungenes Wochenende!

Donnerstag, 3. September 2009

Funkstille

Es wird hier ruhig werden in den nächsten 2 Wochen. Sehr ruhig sogar.

Was ist passiert? Eigentlich nichts, zumindest noch nichts. Doch wir haben unseren Internet-Anbieter gewechselt und da der eine nicht mit dem anderen kann und der andere dann noch etwas Zeit zum Einrichten benötigt, geht bis zum 18. September eben nix. Ursprünglich sollte das innerhalb von 2-3 Stunden passieren, da war von 2 Wochen keine Rede.
Zu Hilfe, so eine lange Zeit internetlos. Geht denn das solange ;o)? Also nicht, dass mir langweilig wird. Ich könnte ja stattdessen mehr laufen oder andere weniger sinnvolle Sachen tun ;-).

Schade ist nur, dass gerade in nächster Zeit so einiges ansteht, über das es zu berichten lohnt. So geht es morgen für 3 Tage nach Hamburg zu Freunden incl. Alsterlauf. Nächstes Wochenende findet dann der 24-Stunden-Lauf von Bernau statt. Dort wird dann die Radiergummi-Liga und unserer Laufverein gemeinsam 2 Staffeln á 7 Leuten stellen. Darauf freuen wir uns alle schon sehr und auf jeden Fall geht dort der Fun-Effekt vor sportlicher Höchstleistung. Ich bin schon ganz gespannt, wie ich es verkrafte, so lange Zeit am Stück auf den Beinen zu sein.
Und noch eine Woche später haben wir wieder unser alljährliges Familien-Studientreffen, stets ein besonderes Highlight. Deswegen gibt es dieses Jahr auch keinen Berlin-Marathon für mich.

Und dazwischen werden wir noch ein wenig die Studenten-Bude unserer Tochter einräumen, die ab Oktober in Potsdam studiert. Es hat zwar nicht mit ihrer Wunschrichtung geklappt, aber im Gegensatz zu einigen ihrer Freunde hat es überhaupt mit einem Platz geklappt.

Nun hoffe ich mal, dass ich dann ab 20. September hier Romane verfassen kann ;o), dazwischen komme ich nicht mal vom Büro aus an meinen und auch die anderen Blogs. Lediglich ins Forum kann ich schauen...

Ich wünsche allen meinen Lesern eine schöne Zeit! Bis bald!

Sonntag, 30. August 2009

Mercedes-Benz-Halbmarathon - Nicht nur die Sonne strahlte

Heute früh um 5 Uhr habe ich mir wieder mal die Frage gestellt, warum ich mir das viel zuzeitige Aufstehen antue ;-). Schließlich ist es mein letzter Urlaubstag. Aber spätestens, als ich mit Bianka und Annekatrin im Auto saß, um nach Berlin zu fahren, überwog die Vorfreude.
Während ich letztes Jahr meine PB bei diesem Lauf pulverisiert hatte, stand er dieses Jahr lange auf der Kippe. Erwischte mich doch diese Woche eine kräftige Erkältung (die erste seit einigen Jahren), die aber einen wahren Schnelldurchlauf hinlegte. Am Dienstag heftige und nervige Halsschmerzen, am Mittwoch ausgiebiges Schwitzen, am Donnerstag wagte ich einen kurzenLauf (weil es mir besser ging), am Freitag gab es dann Husten und gestern lief mir ununterbrochen die Nase. Da aber der Lauf am Donnerstag einigermaßen ging und gestern auch der Sitz-Ruhepuls nicht wesentlich erhöht war, gab ich mir für heute das Start-OK. Allerdings war mir von vornherein klar, dass keine neue PB von sub1:51 herausspringen kann. Wollte ich doch nichts riskieren, denn Ende Oktober will ich ja noch Marathon laufen. Sogar das Zeitziel dafür habe ich nach oben korrigiert, einfach, um mich nicht unter Druck zu setzen.
Für heute wollte ich lediglich gesund durchlaufen und wenn es möglich ist gerne unter 2 Stunden ankommen...

Wir waren beizeiten vor Ort um uns umzuziehen und dann Binchen zu treffen. Aber auch andere Foris liefen uns über den Weg und es gab ein großes Hallo.
Während es früh mit 6°C noch arg kalt war, heizte die Sonne vor dem Start schon kräftig ein. Wir stellten uns ein paar Meter hinter der Startlinie auf und es dauerte auch ca. 10 sec, bis wir diese überquerten. Da es nur Bruttozeit gab, spielte das bei einer Läuferin von uns schon eine Rolle...
Die ersten 3 km liefen wir in der prallen Sonne und ich habe es ganz schön warm empfunden. Ich habe mich von Beginn an zurückgenommen, die Beine liefen auch schwer. Dafür war der Puls aber total in Ordnung und bei einem Tempo von ca. 5,5 min pro km sehr niedrig. Mit dieser Konstellation hatte ich nicht gerechnet, denn ich dachte, dass durch die Zwangsruhe die Beine eher lockerer und der Puls höher wird.
Danach wurden die Wege schattiger und es blies ein kühler Wind, der das Laufen angenehmer machte. Ich belies es aber bei dem Tempo, habe ab und zu den Puls kontrolliert und lies es beim locker angestrengten Tempo laufen. Bei km 4 lief ich auf ein Mitglied der Radiergummiliga auf und mit ihm dann eine ganze Weile zusammen. Doch nach km 10, den ich in 54:34 sec passierte, musste er abreißen lassen, während ich sogar noch ein wenig beschleunigen konnte. Auf der 2. Runde war es dann weniger voll auf der Strecke und dann tauchte der blonde Schopf von Bianka ca. 150 Meter vor mir auf. Das war nun sogar Motivation, noch mal eine Schippe draufzulegen. Und ich kam auch noch ein wenig näher heran, aber ab km 16 wurde es dann schwerer und ich auch etwas langsamer. Außerdem habe ich an allen Getränkestationen ausgiebig getrunken, da ich schnell einen trockenen Hals bekam. Ich war so froh, ohne Hustenanfälle und laufende Nase durchzukommen. Am Tag zuvor noch unvorstellbar. Nur meine wunde Nase hat gebrannt.
Die km flogen so dahin und es ging dem Ziel entgegen. Es war nicht wirklich locker, dafür waren die Beine zu schwer, aber ich war auch niemals am Limit. Deswegen war ich total überrascht, in 1:54:45 h mit einem leicht negativen Split durchs Ziel zu laufen. Auf die Sekunde identisch mit der Zeit von Potsdam. Und diesen HM bin ich im Gegensatz zu heute voll gelaufen. Klar war Potsdam anspruchsvoller und auch etwas länger... Aber heute bin ich mit der nicht ganz auskurierten Erkältung mit sehr niedrigen Puls gelaufen. Ich habe die Werte bei Daniels eingegeben und der spuckte dann aus, dass es auf dem Niveau meiner PB war. Das ist jetzt blanke Theorie, ich hätte heute niemals an mein Limit gehen können, doch trotzdem stimmt mich diese Tatsache froh und macht mir Mut :-).

Im Ziel hat mich dann Bianka empfangen, die ca. 1,5 min vor mir da war, neue PB gelaufen ist und super happy war. Ich habe mir dann gleich trockene und warme Sachen übergezogen, um nichts zu riskieren. Zusammen haben wir dann noch auf Annekatrin gewartet, die auch zufrieden war. Nur Binchen wusste nicht, ob sie sich freuen oder ärgern soll, weil sie ihr Ziel um läppische 2 sec verfehlt hat. Trotzdem sind ihre 1:45 einfach grandios und am Ende strahlten wir dann alle mit der Sonne um die Wette.

Danach ging es dann gemeinsam zu Binchen, die uns zu einer warmen Dusche und einer leckeren Pastaparty eingeladen hatte. So haben wir dann diesen wunderschönen Tag gemeinsam ausklingen lassen, bevor es wieder auf die Heimfahrt ging.
Es war einfach ein toller Lauf zum niedrigen Preis bei schöner und abwechslungsreicher Strecke.

Mittwoch, 26. August 2009

Wir waren in Berlin

Wir waren 1993 in Stuttgart bei der Leichtathletik-WM. Für uns ein unvergessliches Erlebnis. Und schon damals gab es das Versprechen, wenn in Berlin WM ist, besuchen uns dann unsere Stuttgarter Freunde und wir gehen wieder zusammen ins Stadion. Am Schlusstag war es dann soweit. Zumindest fast. Denn ich habe mir zum Geburtstag noch Karten für den Donnerstag schenken lassen. Nichtsahnend, dass es der heißeste Tag des Jahres werden sollte... Doch ich wollte den 2. Tag der Zehnkämpfer erleben, genau wie damals in Stuttgart.

Gegen 12 Uhr waren wir im Stadion und saßen noch eine Weile im Schatten. Von unseren Plätzen gab es aber einen tollen Überblick.


Erst gab es noch einige Vorkämpfe, doch das Nachmittagsprogramm gestalteten dann die Zehnkämpfer. Direkt in unserer Kurve fand der Stabhochsprung statt, eine wahre Marathonveranstaltung über ca. 3,5 Stunden.

Ab ca. 15 Uhr saßen wir dann (bis Sonnenuntergang) in der knalligen Sonne und das bei über 30 Grad im Schatten. Die Springer selbst kamen aber gut damit zurecht, denn es gab einige Bestleistungen. Besonders bejubelt wurde natürlich Pascal Behrenbruch, der über sich hinaus wuchs und als einer der letzten überhaupt im Einsatz war. Durch diese vielen guten Sprünge kam dann der Zeitplan der Zehnkämpfer durcheinander, denn der Stabhochsprung war erst gegen 18:30 Uhr zu Ende.

Natürlich gab es auch noch andere tolle Wettbewerbe. So waren wir Augenzeugen des neuen Weltrekordes über 200 m von Usain Bolt, hier nach dem Zieleinlauf.

Auch den spannenden Hochsprung der Frauen konnten wir verfolgen. Unglaublich, wie leise das ansonst tobende Stadion sein kann, wenn Ariane Friedrich darum bittet. Da hätte man eine Stecknadel fallen hören. Schade, dass sie es nicht ganz geschafft hat, aber sie war auch so zufrieden und hüpfte mit der anderen deutschen Springerin ein Ehrenrunde.

In der Zwischenzeit konnten wir direkt vor uns noch das Speerwerfen der Zehnkämpfer verfolgen und erst nach der Siegerehrung der Hochspringerinnen erfolgte um 22 Uhr der abschließende 1500-Meter-Lauf. Ein wirklich langer Tag für die Zehnkämpfer, aber alle Zuschauer harrten bis zum Schluss aus und bejubelten sie auch noch auf der Ehrenrunde. Auch für uns war es ein erlebnisreicher Tag, den wir so schnell nicht vergessen werden.


Am Schlusstag waren wir dann mit unseren Freunden erst in der Innenstadt. Wir kamen gerade rechtzeitig genug an, um die Läuferinnen in der ersten Runde am Reichstag vorbei fliegen zu sehen.
Danach pilgerten wir zum Brandenburger Tor und stellten uns ca. 300 m vor dem Ziel an die Strecke. Alle Läuferinnen wurden stets bejubelt und einige sahen von Runde zu Runde schwerfälliger aus. Überhaupt zogsich das Feld auch sehr auseinander, dadurch wurden aber die Wartezeiten kürzer. Kein Wunder, denn die Sonne brannte unbarmherzig vom Himmel. Am Abend hatte ich einen Sonnenbrand und bin nicht Marathon gelaufen ;-).

Anschließend fuhren wir mit der S-Bahn ins Stadion. Dort ging es dann Schlag auf Schlag, denn es standen nur noch Finals an. Ein Höhepunkt war auf jeden Fall der 2. Sieg von Kenenisa Bekele, auch wenn er dieses Mal mehr kämpfen musste. Hier begannen die Läufer gerade die letzte Runde...

Die Schlussfeier war dann den gesamten Helfern gewidmet, die alle eine Ehrenrunde im Stadion bekamen. Die gesamte deutsche Nationalmannschaft bedankte sich ganz speziell beim Publikum, allen vorneweg Steffi Nerius. Für mich eine der sympatischsten Sportlerinnen überhaupt. Das Publikum war aber auch einmalig. Stets gab es Beifallsstürme, wenn die eigenen Sportler im Einsatz waren. Aber es war auch unglaublich fair allen anderen gegenüber.

Hier gibt es noch einen kleinen Ausblick auf die nächste WM in Südkorea und ein unglaublich sympatisches Maskottchen, welches ich gerade bei der Hitze am Donnerstag ein wenig bedauert habe, denn da war er oft im Einsatz und muss unter seinem Pelz ganz schön geschwitzt haben.
Es waren wirklich unglaublich schöne Tage in Berlin. Leider habe ich mir wohl ein Mitbringsel mitgebracht, denn seit gestern habe ich Halskratzen, die nun bis zum Halbmarathon am Sonntag wieder verschwinden müssen. Drückt die Daumen!


Dienstag, 11. August 2009

Die Richtung stimmt

Ich freue mich gerade wie blöd.
Nun habe ich ja den Marathonplan begonnen. Und der sagte mir für den Sonntag 22 km an. Doch wenn man eine durchgefeierte Nacht mit etwas viel Weizen hinter sich hat, ist die Lust nicht allzu groß. Extrem schwül war es auch noch. Ich hatte einfach keinen Bock und war müde und kaputt. Doch irgendwie wollte ich das nicht gelten lassen und habe mit mir einen Deal ausgehandelt.
Wenigstens erst mal loslaufen und dann schauen. So war es dann schon 19:15 Uhr, als ich, mit einer Wasserflasche bewaffnet, gestartet bin. Und es lief gar nicht so schlecht. Die Flasche habe ich nach einem km im Gebüsch deponiert, um mir sogar die Option mit der langen Strecke offenzuhalten. Ich bin gemütlich gelaufen und habe es genossen, mal wieder langsamer unterwegs zu sein. Ziemlich lang bin ich sogar von einer zweiten Runde ausgegangen, es lief einfach. Doch ich hatte die Rechnung ohne die Dunkelheit gemacht. Als ich nach 10,5 km wieder an meiner Flasche vorbeikam, konnte ich abschätzen, es nicht mehr vor der völligen Dunkelheit zu schaffen. Und das ist aber auf dieser Strecke mit vielen Spurrinnen, Geröll, Sand usw. nicht ganz ungefährlich. So habe ich meine Flasche geleert und bin mit einem kleinen Umweg nach Hause. Nach den 12,5 km war ich dann doch froh, 10 km mehr wären sehr anstrengend geworden.

So habe ich dann den langen Lauf heute nachgeholt. Da war es von den Temperaturen etwas angenehmer, auch wenn ständig dicke Wolken am Himmel hingen. Aber es ist die ganze Zeit trocken geblieben. Ich bin relativ langsam losgelaufen, immer den Puls etwas im Blick. Wie fast immer brauchte ich eine Weile, in den Lauf reinzukommen. Als es gerade so schön lief, baute sich vor mir eine echte Barriere auf. Eine gesperrte Brücke über den Oder-Spree-Kanal. Beim letzten Mal durften nur Autos nicht rüber, dieses Mal war sie ganz gesperrt. Da ich keine Lust hatte zurückzulaufen, bin ich halt über den Bauzaun geklettert. Die Brücke selbst war recht gut passierbar. Aber weil ich nicht weiß, wie der Bauablauf ist, muss ich diese Route in den nächsten Wochen wohl meiden.
Danach ging es aber normal weiter. Ich lief dann eine Weile über Asphalt und bei km 15 hatte ich irgendwie keine Lust mehr. Das war kurz bevor es wieder in den Wald ging und damit die Wege schwieriger werden. Doch als ich dann dieses Wegstück erreicht hatte, lief es wieder deutlich besser. Der Belagwechsel hat sogar gutgetan, war einfach eine willkommene Abwechslung. Die kleine Krise muss einfach nur ein Kopfproblem gewesen sein. Die Beine wurden schon etwas müder und schwerer, aber das Tempo konnte ich halten. So war ich dann schon recht zufrieden, als ich zu Hause ankam.
Doch die Überraschung kam dann bei der Auswertung. Mit so einem niedrigen Puls bin ich noch nie einen langen Lauf gelaufen. Er war um einige Schläge niedriger als im Februar und außerdem war ich bei identischer Streckenlänge noch 4 min schneller. Die Tendenz stimmt also, nun bin ich schon auf die nächsten Läufe gespannt.

Montag, 10. August 2009

Ein Award


Ich habe von Elke einen Blog-Award bekommen. Vielen Dank!!!
Ich möchte diesen gerne weitergeben an
@Michi, weil ich ihren Blog unheimlich gerne lese und bewundere, wie zielstrebig sie ihr großes Ziel verfolgt und dabei nie die Freude am Laufen verliert.
@Martin, weil er so viele wunderschöne interessante und bebilderte Berichte schreibt.
@Anja, deren Schreibstil mir so gut gefällt. Außerdem finde ich es bewundernswert, wie sie unermüdlich in Läufer-Blogs kommentiert, obwohl sie selbst gerade gehandicapt ist.

Freitag, 7. August 2009

City-Nacht und mehr

Der Alltag hat mich diese Woche recht schnell wieder eingeholt und ich habe noch nicht mal Zeit gehabt, was zur City-Nacht zu schreiben.

Am Samstag mittag sind wir nach Berlin gefahren und haben erst mal die Gelegenheit zum Shoppen ausgiebig genutzt. Die letzten 2 Stunden haben wir aber doch noch die Füße hochgelegt und ein bisschen bei der Schwimm-WM mitgefiebert.
Gegen 20 Uhr haben wir uns ins Gewühl an der Gedächtniskirche gestürzt und ich bin ein paar Meter eingelaufen. Frank hatte dazu keine Lust, es war auch mehr als reichlich warm (ca. 28 Grad). Dazu war es auch noch schwül und schon nach den wenigen Metern war mein Shirt klatschnass.
Dann sind wir beizeiten schon in den Startblock, auskühlen konnte man nicht an diesem Tag ;-). Leider war dieses Mal die Stimmung nicht ganz so toll dort, die Lautsprecher waren so leise gestellt, dass man die Vorstellung der Eliteläufer gar nicht mitbekommen hat.
Dann ging es irgendwann langsam los und es war mächtig voll. Zu Beginn konnte ich überhaupt nicht frei laufen und war langsamer als geplant. Ich hatte mir schon eine Zeit knapp unter 50 min vorgenommen und wollte deshalb mit 5 min anlaufen. Das hat auch geklappt, aber mir war von Beginn an total heiß. Gerade in der City auf dem aufgeheizten Asphalt gibt es keine Kühlung. Die ersten km lag ich mit einer Ausnahme immer knapp unter 5 min. Es würde also eng werden. Bei km 5 bin ich in 25:03 min durch, aber ich habe etliches mehr abgelesen und damit eigentlich schon alle Hoffnungen aufgegeben. Zu diesem Zeitpunkt musste dann Frank abreißen lassen, der sich an mich rangehangen hatte, ohne dass ich es mitbekommen habe. Aber er war in letzter Zeit sehr trainingsfaul, deswegen war es nicht verwunderlich.
Aber auch ich konnte das Tempo nicht mehr halten, aber das kenne ich schon, dass ich bei km 7 Probleme habe. Doch danach liefen wir wieder an Sambabands vorbei, die noch mal richtig Auftrieb verschafften und ich konnte wieder zulegen. Damit gab es wieder ein Fünkchen Hoffnung, doch noch die Zeit zu schaffen, denn in der Regel kann ich die letzten 2 km gleichmäßig zu Ende laufen. Doch nicht an diesem Tag und bei dieser Schwüle. Am Ende ging nicht mehr viel und der letzte km war sogar der langsamste. So war ich dann froh, endlich durch das Zieltor laufen zu können. Es sind dann 50:52 min geworden. Zuerst war ich ein wenig enttäuscht, aber ich habe recht schnell mitbekommen, dass viele um einiges langsamer als im Jahr zuvor waren, auch der Gesamtsieger. Ich war sogar schneller :-), aber das hat ja andere Gründe.
Mit Platz 255 von 1983 Frauen und AK-Platz 40 von 337 bin ich sehr zufrieden. Im letzten Jahr war ich mit 51:29 min noch AK-76.
Im Ziel musste ich erst mal gefühlt meilenweit gehen, bis es Getränke gab. Das war nicht so gut organisiert und der Tee war sogar schon alle. Dort habe ich dann auf Frank gewartet, der schon bald kam. Er musste auch erst mal einige Becher Wasser in sich hineinschütten, da er Kopfschmerzen hatte. Danach ging es ihm aber gleich besser. Der Flüssigkeitsverlust war schon enorm. Da ich wohlweißlich etwas Geld eingesteckt hatte, sind wir anschließend noch zu einem der vielen Getränkestände und haben jeder ein Schöfferhofer-Grapefruit für den besseren Geschmack geleert. Das war schön kühl und total lecker.
Nach dem Duschen haben wir dann den Abend in der Hotel-Lobby bei 2 Weizenbier ausklingen lassen, zum Herumlaufen waren wir zu müde und kaputt.

Diese Woche hat es dann in sich gehabt. Und außerdem hat mein Marathon-Plan für Frankurt begonnen. Den allerersten Lauf gab es dann mit Kathrin, für mich schnelle 10,6 km in 1:02. Etwas erstaunt war ich dann zu Hause über den sehr niedrigen Puls, denn so hatte es sich nicht angefühlt und es war auch recht wam. Anschließend ging es dann mit der ganzen Familie ins Kino zu "Harry Potter". Am Mittwoch war ich endlich mal wieder beim Line Dance. Auch wenn man bei diesen Temperaturen ziemlich schnell ins Schwitzen kommt, hat es wieder viel Spaß gemacht. Gestern und heute war ich wieder laufen, vor allem gestern war es sehr schwül und anstrengend. Heute habe ich es wesentlich entspannter empfunden, obwohl ich länger und schneller unterwegs war. Einfach ein Lauf, der Spaß gemacht hat. Dann habe ich noch die letzten Johannisbeeren abgenommen und eingefroren, dann gibt es im Winter leckeren Kuchen.
Morgen fahren wir nach Dresden, unsere Nichte wird eingeschult und am Sonntag nachmittag steht der erste längere Lauf an.

Ganz schön was los diese Woche, aber ich habe ja bald Urlaub :-).

Sonntag, 2. August 2009

Bebildertes vom Urlaub

Hier nun ein paar Fotos.

Dies hier ist das angesprochene Badehaus Goor. Ringsherum sieht alles sehr geplegt und sauber aus.
Das Areal des ehemaligen Ferienlagers. Damals standen etliche Baracken an dieser Stelle. Jetzt kann man sich das kaum vorstellen, denn unbebaut sieht das Gelände recht klein aus, ich habe es aber auch nicht vollständig einfangen können. Im Rücken der Kamera ist ebenfalls Wald, der dann direkt in der Steilküste endet.
Im Hafen von Lauterbach gab es den besten Fisch. Frisch geräuchert und die Brötchen erst beim Kauf belegt schmeckt er auf der "Berta" einfach vorzüglich.
Ein Ausflug führte uns auf die Halbinsel Möchgut zu einer Brennerei. Wir haben nämlich im Fernsehen gesehen, dass man dort

dieses erstehen kann. Gut, ein Whisky-Fass tut es auch ;o). Aber diese beiden, oder besser der Inhalt, werden nun in den nächsten Jahren bei uns reifen.
Die Seebrücke von Sellin. Um dort hinzugelangen, muss man etliche Stufen nach unten steigen. Die Höhe kommt auf dem Bild gar nicht richtig zur Geltung.
Dieses Foto finde ich besonders schön. Also nicht wegen dem jungen Mann darauf ;o), sondern von den Kontrasten zwischen Himmel, Meer, Wald und Sträuchern.
Schön war´s.

Freitag, 31. Juli 2009

Urlaubsnachbetrachtung und ein Ausblick

Es wird mal wieder Zeit für einen neuen Eintrag. Seit dem letzten ist viel passiert.
Wir hatten Urlaub und der ist leider schon fast wieder rum.

Die erste Woche verbrachten wir in Binz. Und das zu viert, auch unsere frisch gebackene Abiturientin hat noch mal die Nähe ihrer Eltern genossen.
Das Wetter meinte es sogar sehr gut, es war besser, als zur gleichen Zeit zu Hause. So kam die Erholung am und im (kalten) Wasser nicht zu kurz. Am letzten Tag wurden wir da eher von der Schwebfliegen-Invasion vertrieben, die wohl nach unserer Abreise von denen der Marienkäfer abgelöst wurde.
Aber auch Ausflüge standen auf dem Programm. So fuhren wir nach Lauterbach zum Badehaus Goor, welches in früheren Zeiten ein Ferienheim meiner Firma war. Inzwischen ist es nach jahrelangem Vorsichhindümpeln restauriert und ein schmuckes Hotel geworden. Ca. 1 km entfernt befand sich das ehemalige Kinderferienlager meiner Firma. Und als wir am Uferweg dorthin gegangen sind, fiel es mir wie Schuppen von den Augen, dass ich genau (also auch vom Datum her) 20 Jahre zuvor als Betreuer im Ferienlager war. Einiges habe ich sogar noch wieder erkannt bzw. es kamen einige vergessen geglaubte Erinnerungen hoch. Leider steht von diesem Lager selbst nichts mehr. Es existiert nur noch ein großer freier Platz mitten im Wald. Ein unglaublich schönes Fleckchen Natur. Schade!!!

Bei Störtebeker waren wir natürlich auch. Und da es fast auf dem Weg lag ;-), dachte ich mir so, dass man vorher noch einen Abstecher zum Kap Arkona machen könnte. Schließlich war ich eben vor genau 20 Jahren auch dort und wollte meiner Familie diesen grandiosen Ausblick zeigen. Damals sind wir problemlos dorthin gekommen und waren relativ allein vor Ort.
Wir fuhren also Richtung Putgarten und wollten uns dann zum Kap durchschlagen. Das dachte ich so, aber es war schlichtweg unmöglich. Plötzlich endete die Sraße in einem riesigen Parkplatz und man konnte sich nur noch kilometerweit zu Fuß oder mit einer Shuttle-Bahn dorthin bewegen. Mit sowas hatte ich nun nicht gerechnet, Auswüchse vom "Tourismus" pur. Soviel Zeit hatten wir nicht, also ging es schnurstraks nach Ralswiek. Die Aufführung war wieder sehr schön, nur in der ersten Hälfte auch sehr feucht ;o). Zum Glück war es aber recht warm und den Schauspielern ging es bei Platzregen auf keinem Fall besser als uns, sie durften sich ja nichts anmerken lassen.

Jedenfalls ging die Woche viel zu schnell vorbei, aber auch anschließend waren wir nicht untätig, denn es ging noch mal für 3 Tage nach Thüringen und gestern abend nach Neuzelle in die Oper zu "Don Giovanni". Diese Sommeroper wird schon seit ein paar Jahren aufgeführt (jedes mal eine andere Oper) und findet im Kreuzhof des Klosters unter freiem Himmel und Bespielung der umstehenden Gebäude statt. Es war wieder ein wunderschöner Abend.

Nach so viel Kultur gibt es zur Abwechslung auch noch etwas Sport, denn morgen geht es zur City-Nacht nach Berlin. Diese Veranstaltung liebe ich einfach, das ganze Flair, den Lauf in die Nacht, der mir als Abendläuferin sowieso entgegen kommt, das Bummeln vor und nach dem Lauf. Eben Großstadt-Feeling pur.
Eigentlich wollte ich nach einem Plan dafür trainieren. Aber in den letzten Wochen hat mich etwas die Lust verlassen oder es kam anders als gedacht, wie ab und zu ein ungewollt schneller Lauf mit Kathrin ;o). Ich habe es dann einfach bei dem belassen, wozu ich Lust und Zeit hatte, die nächsten Wochen werden hart genug. Lediglich die Intervalleinheiten habe ich durchgezogen. In Binz bin ich sogar in den Genuss gekommen, 5x1000 Meter auf einer Bahn laufen zu können. Erst dachte ich, dass das bestimmt ätzend ist. Aber es hat einfach Spaß gemacht und ruckzuck war die Einheit vorüber. Und mit dem Ergebnis von 4:49 bis 4:51 für alle Intervalle war ich total zufrieden.
Nun bin ich gespannt, was morgen möglich ist. Soll dieser Lauf ein bisschen Standortbestimmung sein, denn nächste Woche geht es mit dem Marathon-Trainingsplan los.

Und dann ist am Sonntag endgültig mein letzter Urlaubstag gekommen. Aber die Wehmut hält sich in Grenzen, denn 2 Wochen später gibt es noch mal Urlaub :-).

Dienstag, 7. Juli 2009

Ich bin ein Weichei!?

Nach ganz schön viel Tempo letzte Woche wollte ich am Samstag vormittag einen ganz ruhigen Lauf machen. Als ich dann endlich gegen 10.30 Uhr losgekommen bin, war es schwülheiß. Ein Grund mehr, langsam zu laufen. Und ich hielt mich auch daran, es war so schon schweißtreibend genug. Allerdings stelle ich zur Zeit fest, dass sich Wärme bei mir nicht auf den Puls auswirkt. Das sah im April beim Marathon ganz anders aus, aber da fehlte wohl auch die Gewöhnung, die man derzeit wohl notgedrungen haben muss :-).
Ich lief also so vor mich hin, mit Musik im Ohr und freute mich, dass sich die Sonne hinter Wolken versteckte, was es etwas angenehmer machte. So 3 km vor dem Ziel schreckte ich aber in meinem Tran durch ein Geräusch auf. Kopfhörer raus, ich hatte mich nicht verhört. Donnergrollen von links und dort sah der Himmel mittlerweile nach Weltuntergang aus. Das Grollen wurde immer doller und nun nahm ich die Beine in die Hand. Nichts war mehr mit ruhigem Lauf. Fast in Panik ging es im Tempolauf stetig bergan. Ca. 1 km vor dem Ziel zuckten dann die ersten Blitze, der Donner ließ aber doch ein paar Sekündchen auf sich warten. Nun wusste ich, dass ich unbeschadet nach Hause kommen würde und ich habe es letztendlich auch geschafft. Das wirkliche Unwetter ließ sogar noch einige Stunden auf sich warten, es tobte sich erst in wenigen km Entfernung aus. Aber seit Pfingsten, als wir mit Fahrrädern mitten im Wald überrascht und quasi bis zur Haustür verfolgt wurden, hat sich Respekt vor´m Gewitter in richtige Angst verwandelt. Übertreibe ich? Aber wiederum ist hier in der Gegend ein Mann in genau meinem Alter vom Blitz erschlagen worden. Er stammte übrigens aus einem Nachbarort meiner Heimat und vielleicht kannte ich ihn sogar. Und hier hat in unserer unmittelbaren Nähe ein Blitz aus heiterem Himmel eingeschlagen, der unseren Router zerschossen hat, so dass wir 3 Tage internetlos waren. Das sind schon Gewalten, die sich mit so einem Gewitter entladen...

Gestern stand nun ein 18km-Lauf an und wieder waren Gewitter gemeldet. Ursprünglich wollte ich Richtung Müllrose laufen. Doch da muss ich 9km durch einen Wald, ohne evtl. einer Menschenseele zu begegnen und dann an einer Landstraße entlang ebenfalls ohne Unterstellmöglichkeit. Also was tun? Ausfallen stand nicht zur Debatte und Not macht erfinderisch. So bin ich dann 2 mal eine wenig geliebte 8km-Runde mit jeweils einem km Hin- und Rückweg gelaufen. Das hatte den Vorteil, bei der Wärme eine Wasserflasche zu Beginn der Runde deponieren zu können und wenigstens aller 3km eine Unterstellmöglichkeit zu haben. Letztendlich hat sich das Wetter gehalten, es klarte sogar leicht auf. Nur die Schwüle hatte es ganz schön in sich und zu Beginn der 2. Runde habe ich mir ernsthaft die Frage gestellt, ob ich noch eine haben muss ;o). Aber es lief sich dann so weg und ich wurde auch mit fortschreitender Laufdauer ruhiger. Im Nachhinein war es sogar noch ein schöner Lauf.
Denn zu Beginn hatte ich schon wieder so eine leichte Panik, was ich machen würde, wenn mich das Gewitter mitten im Wald überrascht.
Bin ich da zu ängstlich? Sonst bin ich eigentlich nicht so, ich renne allein im Dunkeln durch den Wald und es macht mir nichts aus. Schon verrückt!

Donnerstag, 2. Juli 2009

Noch mal Tempo

Zur Zeit habe ich immer 2 schnelle Einheiten im Plan stehen. Und dafür kann man ja das Nützliche mit dem Angenehmen verbinden :-).
Letzten Samstag bin ich nach langer Zeit mal wieder über den Eisvogelpfad gelaufen und obwohl es nicht warm war, habe ich schon nach wenigen Metern geschwitzt. Hier hält sich schon seit vielen Tagen eine ungewohnte Schwüle, die gefühlsmäßig von Tag zu Tag schlimmer wird. Trotzdem war ich mit dem 14km-Lauf zufrieden, es lief einfach.
Abends ging es dann zu einer Geburtstagsparty und es ist spät geworden. So habe ich dann am Morgen eine Weile mit mir gerungen, gegen 8 Uhr aufzustehen. Doch Schweini hat verloren :-). Somit war ich dann eine Stunde später an Ort und Stelle, um meine Tempoläufe zu absolvieren. Statt einmal 6 km sollten es nämlich ein 2,4 km und ein 3,6 km Lauf sein, verpackt in eine regionale Großveranstaltung, wo man Laufen, Radfahren, Skaten oder Walken konnte. Da sich die Anmeldung lange hinzog, blieb nicht mal Zeit zum Einlaufen. Das ist bestimmt nicht zum Nachahmen empfohlen, aber es war zum Glück warm.
Nach dem Startschuss rannten einige wie verrückt los, um nach 200 m in den Gehschritt zu verfallen... Aber wirklich langsam bin ich auch nicht gewesen, wie soll man sich auch 2400 Meter einteilen. Lange Zeit bin ich gemeinsam mit einer Läuferin gelaufen, nach der ersten Runde haben wir die führende Frau überholt und ca. 500 m vor dem Ziel konnte ich mich dann absetzen. Ganz zum Schluss konnte ich noch ein paar Körner aufsparen, denn ich wollte ja noch einen Lauf hintenran setzen. Am Ende war es eine Pace von 4:42 min, den ersten km in für mich unglaublichen 4:30 min. So schnell war ich noch nie!
Der zweite Lauf war dann eine Stunde später und den bin ich moderater angegangen, denn ein wenig war die Vorbelastung in den Beinen zu spüren. Am Ende war es eine fast gleichmäßige Pace von 4:57 min. Dieses Mal war die führende Frau schon ein Stück enteilt, aber bis Anfang der letzten von 3 Runden hatte ich mich herangekämpft und 500 m vor dem Ziel war ich vorbei. Das war dann mein zweiter Sieg innerhalb von 1,5 Stunden, wofür es später noch 2 Goldmedaillen gab. Eine schöne Belohnung für gelungenes Tempotraining :o).

Am Dienstag standen wieder die 400m-Intervalle auf dem Programm. Da der Himmel unwetterverkündend aussah, bin ich gleich nach der Arbeit in die Spur. Bei 30°C und extremer Schwüle, untermauert von dauerndem Donnergrollen. Schön schaurig, aber dort gibt es für den Ernstfall genügend Unterstellmöglichkeiten. Dieses Mal waren die Intervalle schon viel gleichmäßiger und mit 1:57, 1:58, 1:54, 1:55 und 1:54 war ich unter diesen Bedingungen sehr zufrieden.
Der für heute geplante Tempolauf fiel dann einem Gewitter zum Opfer und wird morgen nachgeholt. Und am Wochenende muss ich mal wieder lange und langsam laufen üben ;-).

Freitag, 26. Juni 2009

Tempo ohne Gefühl

Eigentlich habe ich diese Woche einen Plan für 10 km begonnen und schon mit dem ersten Training nicht eingehalten ;-). Denn am Dienstag gab es ganz unerwartet den längeren Lauf, der am Sonntag vorgesehen war. Aber gerade dieser Lauf mit Kathrin und Frederik war bei bestem Wetter wie immer sehr kurzweilig.

Gestern war ich nach der Arbeit so fertig, dass ich nicht gleich laufen konnte und wollte. Ich war mir noch nicht mal sicher, ob ich den Lauf sogar auf heute verschiebe. Doch dann habe ich Michis Bericht über ihren Tempogefühllauf gelesen und das brachte mich auf eine Idee, sowas ähnliches auch zu versuchen. Und da nächste Woche 5x400m in 1:55 min im Plan stehen, dachte ich mir, dass sie diese Woche bestimmt auch nicht schaden können...

Um kurz vor halb neun am Abend war ich dann soweit und trabte los in Richtung einzigen einigermaßen befestigten Weg in meiner Nähe. Erst mal ging es gegen eine Wand, die Luft stand vor Schwüle. Doch nach wenigen Metern tröpfelte es, was es etwas angenehmer machte.
Irgendwann habe ich die ersten 400 Meter gestartet. Ich wollte mal nach Gefühl laufen und nicht ständig auf die Uhr schauen, doch kurz vor Schluss tat ich es doch und prompt war ich mit 1:59 min zu langsam. Ich habe schon gemerkt, dass ich noch jede Menge Luft habe, aber ich wollte mich auch nicht gleich beim ersten Intervall verausgaben. Nach 200 Meter Trabpause das gleiche Spiel von vorn, dieses Mal etwas mehr angezogen. So kamen dann am Ende in dieser Reihenfolge 1:54, 1:53, 1:51 und 1:49 raus.
Also gleichmäßig ist etwas anders, es waren ja auch nur 400 Meter. Auf 1 km umgerechnet schwanken die Paces von 4:57 bis 4:33. Das muss ich also noch üben. In der Trabpause ist mir das übrigens schon gelungen, denn mit Ausnahme der ersten wichen die anderen 3 nur eine Sekunde voneinander ab :o).
Aber Intervalle laufe ich sonst so gut wie nie und freue mich nun, in den nächsten Wochen davon einige im Plan zu haben. Denn das Training gestern hat viel Spaß gemacht. Man ist danach nicht völlig im Eimer und erholt sich recht schnell wieder.

Mittwoch, 17. Juni 2009

Viele Rosen und ein Pokal

Heute habe ich mich an den vielen blühenden Rosen in meinem Garten erfreut. Mittlerweile blühen sie alle in voller Pracht und ich habe es noch gar nicht richtig mitbekommen. Entweder fehlte die Zeit oder es regnete.

Dies hier ist die erste Rose, die ich überhaupt gepflanzt habe. Diese Parkrose ist einfach unverwüstlich und blüht im Prinzip bis in den Herbst hinein ununterbrochen.

Diese hier in meiner Lieblingsfarbe ;-) sticht doch einfach ins Auge. Im Hintergrund beginnt übrigens gerade die pinkfarbene aus dem Header zu blühen.

Und vor diesen beiden steht noch dieses Prachtexemplar. Da sie vom Wohnzimmerfenster aus gut zu sehen ist, konnte man tagtäglich sehen, wie sie ihre Blütenblätter einzeln entfaltet hat.


Hier ist etwas Wildwuchs entstanden, dem ich aber keinen Einhalt gebieten wollte. Die lachsfarbene sollte eigentlich eine Kletterrose sein, aber ich konnte nicht so recht lesen, als ich sie gekauft habe ;o). Die andere ist eine Kriechrose mit unzählig vielen Blüten. Einfach traumhaft!

Letzten Sonntag habe ich noch diese beiden Rosen bekommen. Die eine gab es für den Stadtmeisterschafts-Einzelsieg und die andere für den Gewinn der Mannschaftswertung unseres Vereins.
Doch bevor es soweit war, gab es noch einen Mini-Run&Bike über 4 km. Ich hatte mich gar nicht dafür angemeldet, sondern wollte nur nebenher laufen. Und da Gerhard, mit über 70 Jahren der älteste Teilnehmer, das gleiche mit dem Rad vorhatte, haben wir diese Strecke gemeinsam absolviert. Er radfahrend, ich locker laufend, ohne Wettkampfgedanken und schnatternd ins Ziel. Schön war´s.
Anschließend gab es bei strahlendem Sonnenschein die Siegerehrung zur Laufserie über 5 Läufe. Jeder Geehrte wurde laut bejubelt und alle haben sich miteinander gefreut. Danach haben wir noch bei einem Fläschchen Bier diesen schönen Vormittag ausklingen lassen.

Dienstag, 9. Juni 2009

Schon wieder ein WK-Laufbericht...

...aber für die nächsten Wochen ist es der letzte. Versprochen!

Als am Sonntag um 5 Uhr der Wecker klingelte, habe ich kurz über Sinn oder Unsinn des Vorhabens nachgedacht. Auch das Wetter meinte es nicht so gut, es regnete vor sich hin. Überhaupt hatte mich in der letzten Woche etwas die Unlust gepackt gehabt, ich fühlte mich einfach nicht so recht wohl. Nach einem längeren Lauf war mir im Anschluss übel geworden, so was kenne ich sonst gar nicht. Deswegen hatte ich sogar kurzzeitig überlegt, den Halbmarathon in Potsdam abzublasen und hätte es wahrscheinlich sogar getan, wenn ich allein gefahren wäre.
Aber es war eine gemeinsame Fahrt einiger Vereinskollegen geplant und so ging es gegen 6 Uhr mit 3 Autos gen Potsdam. Insgesamt waren wir 7 Läufer und die gleiche Anzahl Groupies.
Und es regnete immerfort, aber die Zeit bis zum Start konnte man gut in der dortigen Leichtathletikhalle verbringen. Wirklich ideal.

Dann ging es zusammen mit Bianka zum Start und dort hörte plötzlich der Regen auf :-). Da ich überhaupt keine Ahnung hatte, was ich laufen kann, wollte ich einfach mit 5:20 anlaufen und dann schauen, was geht. Eine PB hatte ich von vornherein ausgeschlossen, dafür lief es die letzten Tage zu schlecht und auch das Profil in Potsdam ist nicht ganz leicht. Aber mit einer Zweitbestzeit (über 3 min langsamer) hatte ich schon geliebäugelt.
Der Start war nicht so ideal, eine halbe Runde im Stadion und dann wurde es richtig eng. Überhaupt waren die Wege oftmals recht schmal und man musste viel Slalom laufen. An diesem Tag zusätzlich noch, um wenigstens die ganz großen Pfützen zu umrunden.
Die ersten 4 km liefen Bianka und ich gemeinsam, ohne dass wir es verabredet hatten. Doch an der ersten Verpflegungsstation war sie dann plötzlich weg. Ich habe dieses Mal an allen Stationen angebremst und im Gehen ein paar Schlucke getrunken, obwohl es ja nicht warm war. Diese Zeit wollte ich mir einfach nehmen und mir auch keinerlei Zeitdruck aufbauen.
Nach ca. 5 km wechselte es vom festeren Untergrund im Park Babelsberg auf Matschepampe. Dort war der Sand-Lehm-Weg dermaßen aufgeweicht, dass man gefühlsmäßig sofort Geschwindigkeit verloren hat. Und das Slalom-Pfützen-laufen ging dort natürlich weiter. Dann kamen ein paar Anstiege zu Brücken hoch, teilweise wieder runter und zur Abwechslung mal wieder fester Belag - Kopfsteinpflaster. Aber dieser war doch erholsamer als die Pampe, nur musste man auf glitschige Stellen achten.
An der Glienicker Brücke ging es erst rüber, dann linksseitig steil bergab, unter der Brücke durch und danach wieder hoch, so dass man die Straßenseite gewechselt hat. Genau diese Passage sollte später noch eine Rolle spielen.
Weiter liefen wir durch den Großen Garten über... richtig... Modderpampe. Doch dort war sie teilweise noch mit Kopfstein garniert. Irgendwann kam dann das 10km-Schild und ich wunderte mich ein wenig über die 55 min, die mir meine Uhr anzeigte. Sooo langsam bin ich heute? Aber ich hatte auch mitbekommen, dass die Markierungen teilweise sehr vom Garmin abwichen.
Etwa ab diesem Zeitpunkt hat sich mir eine ganz junge Läuferin angeschlossen. Im Nachhinein habe ich gesehen, dass sie meine Tochter hätte sein können ;-). Wir liefen immer nebeneinander her und hatten das gleiche Tempo. Nach einer Weile passte sich dann ungefragt die eine der anderen an. Einmal habe ich sie am Verpflegungsstand animiert, wieder loszulaufen, das andere Mal hat sie auf mich gewartet. Das war richtig toll, gemeinsam diesen Lauf durchzuziehen. Die Strecke wurde dann auch besser und sogar die km-Schilder standen zum Teil wieder fast korrekt.
Doch viel Kraft hat dann noch mal der Abschnitt durch den Park Sanssouci gekostet, wieder durch Matschepampe. Danach fiel es mir richtig schwer, das Tempo zu halten. Wir sind eher langsamer geworden, haben aber gerade auf diesem Abschnitt einige Läufer überholt. Die letzten 1,5 km haben wir beide aber wieder angezogen, dann ging es in das Stadion, eine dreiviertel Runde rum und durchs Ziel. Danach sind wir uns erst mal in die Arme gefallen und haben uns gegenseitig für diesen tollen Lauf bedankt. Es hat einfach unglaublich viel Spaß gemacht und motiviert, das Ding gemeinsam durchzuziehen. Bei ihr war es übrigens der erste Halbmarathon, eine ganz starke Leistung.

Ach ja, die Zeit. Bei mir sind es 1:54:45 h geworden und damit war ich bei diesen Bedingungen sehr zufrieden. Ich habe mich im Ziel echt von der Zeit überraschen lassen, weil ich bis auf dieses eine Mal nicht auf die Uhr geschaut hatte. Auch habe ich nach der 10km-Durchgangszeit nicht mehr mit sub1:55 gerechnet, aber dieses Schild hatte definitiv falsch gestanden. Ich hatte mich nur ein wenig geärgert, die Zweitbestzeit um nur 20 sec verpasst zu haben. Doch im Nachhinein kam heraus, dass dieser Kringel an der Glienicker Brücke aus Verkehrstechnischen Gründen zusätzlich eingebaut wurde und sich damit die Strecke um über 200 Meter verlängerte. Damit hätte die Zeit doch gereicht :-).

Von unseren 6 Vereinsläufern bin ich als 3. ins Ziel, nur die schnellen Jungs Frank und Andreas waren (meilenweit) vor mir. Damit hatte ich auch nicht wirklich gerechnet, aber die anderen kamen auch kurz nach mir ins Ziel. Nach der Stärkung und dem Duschen haben wir dann auf unseren einzigen Marathoni gewartet, der noch eine Überraschung parat hatte. So ist doch Matthias in seiner AK Zweiter und damit Brandenburgischer Vizemeister geworden. Herzlichen Glückwunsch!!! Natürlich haben wir dann gern noch die Siegerehrung abgewartet, bevor es nach Hause ging.

Das war ein wirklich schöner Lauf bei einer perfekten Organisation, für das Wetter konnten ja die Veranstalter nichts. Im nächsten Jahr auf jeden Fall wieder.

Freitag, 5. Juni 2009

Ein besondererTag

Unsere Tochter hat heute die Ergebnisse ihrer Abiturprüfungen erfahren.
Ihre mündliche Prüfung hatte sie ganz schön verrissen und damit war eigentlich ihr Wunschergebnis außer Reichweite. Doch als sie mich heute im Büro anrief, habe ich es schon ihrer Stimme angehört :-).
Sie hatte es nämlich mit tollen schriftlichen Ergebnissen doch noch gepackt. Natürlich sind wir mächtig stolz auf sie, aber das wären wir auch, wenn es nicht ganz gereicht hätte.
Nur richtig feiern konnten wir noch nicht mit ihr, weil sie für ihr kommendes Studium auf WG-Besichtigungstour ist.
Nun wird es wirklich ernst und sie wird endgültig ihren eigenen Weg gehen!

Montag, 25. Mai 2009

Eine offene Rechnung ist beglichen :-)

Am Samstag fand in Neuzelle der 8. Run&Bike statt. Und aus dem letzten Jahr hatte ich noch eine Rechnung offen. Habe ich damals bei diesem Rennen einige Fehler gemacht, aber auch schon die krassen Auswirkungen meines Eisenmangels zu spüren bekommen. Nur dass ich es zu diesem Zeitpunkt noch nicht wusste... Zumindest war ich damals mit meiner Leistung überhaupt nicht zufrieden.

Deshalb habe ich in diesem Jahr Martina angesprochen, ob sie wieder mit mir laufen wolle, im letzten war es umgekehrt. Ich wollte es einfach ihr und natürlich besonders mir beweisen.

Punkt 8 Uhr sollte es losgehen, ich würde für uns wieder anlaufen und als ich so erwartungsfroh im Startpulk stand, bemerkte ich in leiser Panik, dass ich vergessen hatte, mein Startnummernband umzubinden. Schnell zum Rucksack geflitzt, das Band rausgekramt und wieder einen günstigen Startplatz zurückerobert. Das sollte nicht die einzige Schrecksekunde des Tages bleiben...

Dann ging es los, insgesamt 256 Paare machten sich auf den Weg der Marathondistanz. Ich bin gut weggekommen und nach wenigen hundert Metern habe ich mich eingebremst und gleichzeitig meine Jacke ausgezogen und um den Bauch gebunden, da ich noch nicht gleich mit einem Wechsel rechnete. In diesem Moment wusste ich aber noch nicht, wie lange ich wirklich auf einen Wechsel warten bzw. laufen musste. Schon bald ging es nämlich von der breiten Straße auf einen engen Waldweg, teils moddrig und es war für die Radfahrer schwierig, an den Läufern vorbei zu fahren. Erschwert wurde das Ganze dann noch durch einen heftigen und längeren Anstieg, bei dem ich sogar Probleme hatte, an schiebenden Radfahrern vorbei zu laufen. Dann war dieser Anstieg geschafft und es ging auf breiter Straße weiter. Langsam machte ich mir aber ernsthaft Sorgen, ob mich Martina im Pulk vielleicht übersehen hatte und vorbei gefahren ist. Plötzlich rief es von hinten "Hallo Anett". Es war zwar "nur" Kathrin auf ihrem Weg zu Dieter, aber nun war ich guter Dinge, dass ich nicht übersehen worden bin. Kurz danach hatte mich dann auch Martina eingeholt und wir konnten nach ca. 4,5 km wechseln. War aber auch bitternötig, da ich mit so einer langen Strecke nicht gerechnet hatte und etwas zügiger losgelaufen bin. Doch über eine Pace von 5:03/km bei diesem Anstieg und brutto gemessen war ich mehr als erstaunt. Mein lieber Scholli. Denn am Limit war ich noch nicht gewesen. Die nächsten km ist dann Martina immer knapp 3 km gelaufen, während ich es bei reichlich 2 belassen habe, mir stak der erste Abschnitt doch ganz schön in den Knochen. Doch zum Glück habe ich mich auf dem Rad recht gut erholen können, da ich gleich den Anschluss gesucht habe.

Nach meinem 3. Abschnitt geriet ich aber in völlige Panik und Hilflosigkeit. Beim Losfahren lies sich das Rad nämlich nicht fahren, ich konnte nur im Leerlauf treten und bin nicht vorwärts gekommen. Nun war guter Rat teuer. Erst dachte ich, dass die Kette abgesprungen ist. Da habe ich eine Weile rumgefummelt und mir schöne schwarze Finger geholt ;o). Dann habe ich aber gesehen, dass die Kette auf dem kleinsten Kranz liegt und da ich mich mit dem Rad nicht auskannte, habe ich einen anderen Teilnehmer gefragt, der gerade am Rand stand. Er hat mich dann in die Schaltung eingewiesen, die bei diesem Rad auf beiden Seiten war. Ich muss sie beim Bremsen wohl versehentlich betätigt haben. Naja, typisch Frau. Ich hätte mich ja vor dem Lauf mal einweisen lassen sollen ;o).
Martina war inzwischen gefühlt meilenweit enteilt. Nun musste ich in Eilfahrt durch den engen holprigen Feldweg an den ganzen anderen Läufern und Radfahrern vorbei, was ganz schön Kraft gekostet hat. Aber ich war heilfroh, dass ich überhaupt wieder fahren konnte. Nicht auszudenken, wenn es wirklich eine Panne gibt...

So gingen dann die km dahin. Es war nie langweilig oder eintönig, eben toll, wenn man einen Begleiter hat. Auch die Zuschauer waren klasse, viele bekannte Gesichter unter ihnen, die uns persönlich anfeuerten. Eine ganz tolle Leistung lieferte aber unser Vereins-Vorsitzender ab, der an sage und schreibe 5 Stellen mit seinem Anhang stand und Fotos von uns allen Läufern schoss, die sich ja über einen großen Zeitrahmen hinzogen. Grandios!!!

Die Strecke selbst war nicht immer einfach zu laufen, teilweise sehr matschig und hügelig. In der Regel trafen mich diese Bergauf-Laufabschnitte, aber auch mit dem Rad sind sie nicht einfach zu bewältigen. Einmal habe ich sogar meine Partnerin abgehängt ;-). Überhaupt habe ich am Berg oft überholt, ein ganz neues Gefühl.
Gegen Ende haben wir die Wechselabschnitte verringert, es war einfach effektiver, denn die Müdigkeit setzte eher ein. Wir hatten aber keine Ahnung über unsere Platzierung. Ständig bewegten wir uns in einem Pulk mit gemischten oder Männer-Paaren, in der Regel immer die gleichen. Doch ich bekam auf den letzten km mit, dass wir von den Zuschauern Sonderapplaus bekamen, weil wir ein Frauenteam waren. Da muss es vor uns noch nicht so viele gegeben haben. Das spornte noch mal mächtig an und wir schafften sogar wieder Abschnitte unter 5min/km. Und dann waren wir in genau 3:44:00 h für 43,5 km im Ziel, auf dem letzten km noch ein paar Männerpaare überholend ;-). Doch der Transponder wollte einfach nicht piepen, was später noch eine Rolle spielen sollte. Ich hatte angenommen, dass ich es nur nicht mitbekommen habe.

Danach haben wir uns etwas gestärkt und dann wollte ich unsere Urkunden abholen. Aber die waren einfach noch nicht fertig gedruckt. So haben wir dann die Siegerehrung abgewartet und nun gab es die Überraschung. Wir wurden als 4. Frauenpaar auf die Bühne gerufen und bekamen dann dort unsere Urkunde und auch einen Preis. Da konnte ich ja lange warten ;o).
Auf dieser stand dann eine andere Zeit als die von uns gestoppt und in der Ergebnisliste habe ich dann am Abend gesehen, dass auch 4 Männerpaare plötzlich vor uns platziert waren, die wir hinter uns gelassen hatten. Also gab es doch ein Problem mit dem Transponder.
Eine Mail an den Zeitnehmer hat auch dieses Malheur korrigiert, da es eine manuelle Einlaufliste gab. So sind wir dann 4. von 24 Frauenpaaren und 148. von 253 Paaren insgesamt geworden. Damit sind wir total zufrieden und ich habe meine Schmach aus dem Vorjahr getilgt, denn ich bin im Schnitt fast 40 Sekunden pro km schneller gewesen als im letzten Jahr.

Als wir dann zum Auto gehen wollten, hat mir mein unbekannter Radbau-Helfer gratuliert und ich mich bei ihm noch mal bedankt.
Eine wirklich tolle Veranstaltung, die wir im Anschluss noch ein wenig feiernd gewürdigt haben.

Dienstag, 19. Mai 2009

Frauenlauf in Berlin

Am Samstag war ich wieder beim Frauenlauf in Berlin. Da in diesem Jahr am gleichen Tag der Rennsteiglauf und andere regionale Wettkämpfe stattfanden, war unser Grüppchen mit 6 Frauen recht überschaubar, aber Spaß hatten wir nicht minder ;-).
Für mich gab es in diesem Jahr eine Premiere, denn ich musste mal für die Radiergummiliga eine offizielle 5er Zeit abliefern. Diese Strecke laufe ich fast nie, somit stand meine alte PB seit reichlich 2 Jahren bei 26:05 min.
Dadurch hatte ich nach unserer Ankunft in Berlin auch nicht so viel Zeit bis zum Start um 16:15 Uhr, so dass das geplante Treffen mit Binchen erst mal ausfiel.
Zum Schluss wurde es sogar arg knapp, so dass auch das Einlaufen zusammen mit unserer Nachwuchsläuferin Julia recht kurz ausfiel. Dann schnell zum Start und über den Zaun klettern, um ganz vorn zu stehen. Doch genau in diesem Moment wurde die Läuferinnen-Masse um 10 Meter nach vorn verschoben, so dass wir unerwartet mitten im Pulk standen. Das erschwerte uns beiden dann natürlich ein zügiges Loslaufen nach dem Start und es ging erst mal mit Extremslalom und Abrupt-Abstoppen los. Doch nach ca. 500 m hatte ich mich endlich frei gelaufen, angefeuert durch Binchen, die mich im Pulk entdeckt hatte. Natürlich war der 1. km viel zu schnell, denn ich wollte doch irgendwie die verlorene Zeit wieder gut machen. Das kostete dann die Kraft, die mir zum Schluss fehlte. Denn ab dem 3. km bin ich etwas langsamer geworden, konnte aber gleichmäßig durchlaufen. Auf der Zielgeraden hat mich dann wieder Binchen angefeuert, aber im Gegenwind hatte ich das Gefühl zu stehen, dem aber nicht so war ;o). Durchs Ziel ging es dann in 24:24 min und ich wusste rein optisch schon, dass die Läuferinnen, die vor mir durchs Ziel sind, überschaubar waren.
Am Ende bin ich dann Gesamt-31. von 1662 und AK-4. von 286 Starterinnen geworden. Klar sind die schnellen Läuferinnen beim Hauptlauf gestartet, aber trotzdem war ich mit diesem Lauf mehr als zufrieden :-) und schon ein bisschen stolz auf das Ergebnis. Vergessen der ganze Frust des letzten Jahres, als ich mich durch den Tiergarten gequält habe...
Und Julia ist sogar Gesamt-3. in einer Zeit knapp über 20 min geworden. Grandios!!!

Nach meinem Lauf habe ich dann den 10km-Lauf als Zuschauer verfolgt. Natürlich habe ich mir den Start mit Sabrina Mockenhaupt und Ulrike Maisch von Nahem angeschaut und auch Heike als einzige Starterin unserer Truppe über diese Strecke stand in der ersten Reihe.
Es war toll, die unterschiedlichen Laufstile zu beobachten, Heike und Binchen anzufeuern und letztere dann auf den letzten Metern zu begleiten.
Insgesamt war es wieder ein gelungener Tag und ich bin dann glücklich und zufrieden am späten Abend, mit einer Tüte voll Kosmetik und einem neuen pinkfarbenen Laufshirt, zu Hause wieder aufgeschlagen.

Donnerstag, 14. Mai 2009

BLACK ICE

Wir waren gestern in Leipzig zum AC/DC-Konzert, der absoluten Lieblingsband von Frank.
Ich muss schon zugeben, dass ich doch mit einigen Vorbehalten hingefahren bin, gehören sie nicht unbedingt zu meinem Musikgeschmack. Aber was tut man nicht alles ;o) und ich wollte mir endlich selbst ein Urteil bilden...

...und das habe ich.
Es war einfach nur geil!!! Von der ersten Minute an bebte das Zentralstadion und es war Power pur. Frank hatte mich aber in letzter Zeit mit der Playlist und sonstigen Begebenheiten vertraut gemacht, mitsingen (oder -grölen) war somit kein Problem ;-). Einen ausführlichen Bericht über das Konzert gibt es hier.
Anschließend haben wir den Abend noch mit einem Bierchen an der Hotelbar ausklingen lassen, zu der sich dann noch jede Menge andere Konzertbesucher gesellten.
Jederzeit wieder!

Sonntag, 10. Mai 2009

Unerwartete Bestzeit und Familienzuwachs

Im Moment freue ich mich wie blöd... Nicht nur, weil heute Muttertag ist und meine Töchter an mich gedacht haben.


Heute stand für mich auch der 5. und damit letzte Stadtmeisterschaftslauf an. Ich hatte keine Ahnung, wo ich 2 Wochen nach dem Marathon stehe, schnelle Läufe gab es in der letzten Zeit sowieso nicht.
Seit 2 Jahren versuche ich nun schon, über die Standardstrecke von 6 km die Schallmauer von 30 min zu unterbieten. Zuletzt fehlten ganze 6 Sekunden. Heute hatte ich die Zeit auch schon abgeschrieben, weil mich beim Einlaufen Rückenprobleme plagten. Doch mit dem Startschuss waren die Schmerzen verschwunden und ich bin von Anfang bis Ende ein gleichmäßiges Tempo durchgelaufen, dank auch einer gleichaltrigen Läuferin, die mich gezogen (oder ich sie getrieben ;o)) hat. Für sie war das Tempo nach 4 km zu schnell und ich bin nach einem kurzen Zwischenspurt vorbeigezogen und war ruckzuck weg. Am Ende bin ich jeden km unter 5 min gelaufen und in 29:48 min ins Ziel. Damit habe ich den AK-Sieg und den Stadtmeisterschaftssieg über 5 Läufe eingefahren. Und das 2 Wochen nach dem Marathon ohne jegliches Tempotraining. Am meisten freue ich mich aber über die Gleichmäßigkeit und dass ich, als es nötig war, beschleunigen konnte.

Seit Samstag gehört nun Emily zu unserer Familie, ganz speziell steht sie aber unter meiner Obhut ;o). Nein, kein Haustier, sondern ich habe meinen alten roten Flitzer gegen einen neuen glänzenden getauscht. Den Namen hat unsere Tochter in Anlehnung einer Comicfigur mit Nachnamen Erdbeer gegeben und mir gefällt er auch sehr gut :-).

Es war ein wunderschönes Wochenende!